USD/CHF verliert nach den Vortagesgewinnen an Boden und notiert während der asiatischen Handelsstunden am Donnerstag bei rund 0,8090. Das Paar gibt nach, da der US-Dollar (USD) infolge einer Reuters-Umfrage fällt, in der die Mehrheit der Ökonomen sagte, dass die Federal Reserve (Fed) ihren Leitzins auf ihrer Sitzung am 15. und 16. September und für den Rest dieses Jahres wahrscheinlich unverändert lassen wird, womit sie die Markterwartungen für eine Reihe von Zinserhöhungen erneut enttäuscht.
Die Wirtschaftsdaten fielen in den vergangenen Wochen überwiegend stark aus, und mehrere Ökonomen merkten an, dass die Daten zum Verbraucherpreisindex für August entscheidend sein werden, um ihre Einschätzung der künftigen Zinssätze zu untermauern.
Marktteilnehmer beobachten aufmerksam die am Donnerstag anstehenden Daten zum US-Erzeugerpreisindex und die Verbraucherpreisdaten vom Freitag, da diese Inflationsberichte wichtige Hinweise auf den geldpolitischen Ausblick der Federal Reserve (Fed) vor ihrer Sitzung in der kommenden Woche liefern könnten.
Nach den jüngsten stärkeren US-Arbeitsmarktdaten haben Händler ihre Wetten auf eine Zinserhöhung erhöht, wobei das CME FedWatch Tool für die bevorstehende geldpolitische Sitzung der Zentralbank eine Wahrscheinlichkeit von über 60% für eine Zinserhöhung einpreist.
Das Paar USD/CHF gibt nach, da der Schweizer Franken (CHF) starke Unterstützung durch die steigende Aussicht auf eine straffere Geldpolitik und höhere Inflation bei den großen Zentralbanken sowie durch die anhaltende Nachfrage nach sicheren Häfen erhält.
Obwohl sich die Schweizer Inflation im August auf 0,8% verdoppelte, dürfte der Einfluss höherer Energiepreise nur vorübergehend sein, da die Strompreise ab dem nächsten Jahr um rund 4% sinken sollen. Unterdessen wurde das vierteljährliche Wirtschaftswachstum mit 1,5% auf einem Fünfjahreshoch bestätigt. An der geldpolitischen Front zeigte eine Umfrage der Swiss Bankers Association, dass alle Banker erwarten, dass die Schweizerische Nationalbank ihren Leitzins bis zum Jahresende bei 0% belassen wird.
Strategen der UOB Group behalten für USD/CHF eine neutrale mittelfristige Haltung bei und bekräftigen, dass sie "weiterhin die gleiche Ansicht wie gestern (07 Sep, Spot bei 0.8100) vertreten." Vorerst erwarten sie, dass der USD "in einer Spanne zwischen 0.8055 und 0.8155 gehandelt wird," eine Konstellation, die ihrer breiteren Einschätzung einer weitgehend richtungslosen Kursentwicklung und einer Präferenz für eine Konsolidierung in den nächsten ein bis drei Wochen entspricht.
Der Schweizer Franken gehört zu den am häufigsten gehandelten Währungen weltweit, obwohl die Schweizer Wirtschaft relativ klein ist. Der Wert der Währung wird stark durch die Schweizerische Nationalbank (SNB) beeinflusst.
Der Schweizer Franken (CHF) gilt in Krisenzeiten als sicherer Hafen. Die Stabilität der Schweizer Wirtschaft, große Zentralbankreserven und die politische Neutralität des Landes machen den Franken zu einer bevorzugten Anlagewährung in turbulenten Zeiten. Anleger flüchten in den Franken, wenn globale Risiken zunehmen.
Die Schweizerische Nationalbank (SNB) tritt viermal im Jahr – einmal pro Quartal, seltener als andere bedeutende Zentralbanken – zusammen, um über ihre Geldpolitik zu entscheiden. Ihr erklärtes Ziel ist es, die jährliche Inflationsrate unter 2 % zu halten. Überschreitet die Inflation diese Marke oder wird erwartet, dass dies in naher Zukunft geschieht, greift die SNB ein und erhöht den Leitzins, um das Preiswachstum zu dämpfen. Höhere Zinssätze wirken sich in der Regel positiv auf den Schweizer Franken (CHF) aus, da sie die Renditen erhöhen und die Schweiz für Investoren attraktiver machen. Sinkende Zinsen hingegen schwächen den Franken.
Makroökonomische Datenveröffentlichungen spielen eine zentrale Rolle bei der Bewertung des Schweizer Franken (CHF). Obwohl die Schweizer Wirtschaft als stabil gilt, können plötzliche Veränderungen bei Wachstum, Inflation, Leistungsbilanz oder Währungsreserven signifikante Auswirkungen auf den CHF haben. Starke Wirtschaftsdaten, niedrige Arbeitslosigkeit und ein hohes Verbrauchervertrauen stützen in der Regel den Franken. Umgekehrt könnte eine Abkühlung der Konjunktur eine Abwertung der Währung zur Folge haben.
Als kleine und offene Volkswirtschaft ist die Schweiz stark von der wirtschaftlichen Stabilität der Eurozone abhängig. Die erweiterte Europäische Union ist nicht nur der wichtigste Handelspartner der Schweiz, sondern auch ein bedeutender politischer Verbündeter. Eine stabile makroökonomische und geldpolitische Lage in der Eurozone ist daher von entscheidender Bedeutung für die Schweiz und den Schweizer Franken (CHF). Angesichts dieser engen Verflechtungen legen einige Modelle nahe, dass die Korrelation zwischen der wirtschaftlichen Entwicklung des Euro (EUR) und des Schweizer Franken mit über 90 % nahezu perfekt ist.