Das Währungspaar EUR/JPY notiert am Montag im frühen europäischen Handel mit leichten Verlusten nahe 185,60. Der japanische Yen (JPY) legt gegenüber dem Euro (EUR) leicht zu, nachdem Daten zeigten, dass sich die Kerninflation des Verbraucherpreisindex (VPI) im Juli beschleunigt hat, was die Argumente für eine Zinserhöhung durch die Bank of Japan (BoJ) stärkt.
Japans nationale Gesamtinflation des Verbraucherpreisindex (VPI) stieg im Juli von 1,6% im Juni auf 1,9% gegenüber dem Vorjahr und erreichte damit den bislang höchsten Stand in diesem Jahr, wie das Statistikamt am Freitag mitteilte. Unterdessen stieg der Kern-VPI, der energiebezogene Posten einschließt, aber die volatilen Preise für frische Lebensmittel ausschließt, im Juli um 1,8% gegenüber dem Vorjahr, nach zuvor 1,6%. Dieser Bericht stärkt die Argumente für eine weitere Zinserhöhung durch die japanische Zentralbank.
Bis Freitagabend hatten die Märkte laut Bloomberg eine Wahrscheinlichkeit von rund 82% für eine Zinserhöhung im September eingepreist, mehr als das Dreifache der etwa 23% unmittelbar vor der geldpolitischen Sitzung der BoJ im Juli.
Händler warten auf die Rede des stellvertretenden BoJ-Gouverneurs Ryozo Himino am Donnerstag, da sie Hinweise auf das Tempo der Zinserhöhungen liefern könnte. Jegliche hawkishe Äußerungen von BoJ-Entscheidungsträgern könnten den JPY stützen und als Gegenwind für das Währungspaar wirken.
"Himino könnte signalisieren, dass sich die BOJ einer weiteren Zinserhöhung nähert," sagte Joe Capurso, Stratege bei der Commonwealth Bank of Australia.
Analysten von Societe Generale argumentieren, dass die jüngsten Inflationsdaten in Japan "die BoJ nicht dazu veranlassen sollten, schneller vorzugehen als derzeit eingepreist," sondern vielmehr "den aktuellen Normalisierungspfad und unsere Erwartung einer Zinserhöhung im September klar unterstützen." In ihrer Notiz mit dem Titel "On Our Minds: BoJ call change: quarterly rate hikes until next June," bekräftigen sie, dass die Zahlen den bestehenden Kurs der Bank of Japan stützen, anstatt ein aggressiveres Straffungstempo zu erzwingen.
Auf dem Tages-Chart behält EUR/JPY eine bullische kurzfristige Tendenz bei, da sich der Kurs oberhalb des 100-Tage-Simple Moving Average (SMA) und des mittleren Bollinger-Bands hält. Das Währungspaar bewegt sich in Richtung des oberen Bollinger-Bands, während der Relative Strength Index (RSI) bei 58,18 im positiven Bereich bleibt, ohne bislang überkaufte Bedingungen zu signalisieren, was darauf hindeutet, dass das Aufwärtsmomentum weiterhin konstruktiv ist.
Auf der Unterseite liegt die erste Unterstützung beim 100-Tage-SMA um 185,15, wobei das mittlere Bollinger-Band nahe 184,00 und das untere Band bei 180,60 einen tieferen Puffer bieten. Auf der Oberseite stellt das obere Bollinger-Band bei 187,35 den nächsten wichtigen Widerstand dar, und ein nachhaltiger Ausbruch über diese Barriere würde den Weg für eine Fortsetzung des breiteren Aufwärtstrends öffnen.
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Der Wert des japanischen Yen hängt stark von der japanischen Wirtschaft, der Geldpolitik der Bank of Japan sowie von den Zinsunterschieden zu den USA ab. Auch das allgemeine Marktumfeld spielt eine Rolle.
Eines der Kernmandate der Bank of Japan ist die Stabilisierung der nationalen Währung, weshalb ihre geldpolitischen Maßnahmen maßgeblichen Einfluss auf den Yen haben. Obwohl direkte Interventionen am Devisenmarkt selten vorkommen, hat die BoJ in der Vergangenheit Schritte unternommen, um den Yen gezielt zu schwächen, meist unter Berücksichtigung der geopolitischen Beziehungen zu ihren Handelspartnern. Die ultralockere Geldpolitik der BoJ, die von 2013 bis 2024 umgesetzt wurde, hat durch eine zunehmende Divergenz gegenüber den geldpolitischen Strategien anderer großer Zentralbanken eine signifikante Abwertung des Yen verursacht. Mit der jüngsten graduellen Straffung dieser expansiven Maßnahmen zeigt der Yen Anzeichen einer Erholung.
Das Festhalten der BoJ an ihrer ultralockeren Geldpolitik hat zu einer zunehmenden Divergenz mit anderen Zentralbanken geführt, insbesondere mit der US-Notenbank. Dies begünstigt eine Ausweitung der Zinsdifferenz zwischen 10-jährigen amerikanischen und japanischen Anleihen, was den US-Dollar gegenüber dem japanischen Yen stärkt.
Der japanische Yen gilt als sogenannte „sichere Hafen“-Währung. In Zeiten von Unsicherheit oder Marktturbulenzen neigen Investoren dazu, ihr Kapital in den Yen umzuschichten, da dieser als stabil und verlässlich gilt. In solchen Phasen steigt der Wert des Yen im Vergleich zu anderen Währungen, die als riskanter eingestuft werden.