Das Währungspaar GBP/USD konsolidiert offenbar seine in den vergangenen zwei Tagen erzielten Gewinne und handelt während der asiatischen Sitzung am Donnerstag um die Region 1,3470. Dennoch bleibt der Kassakurs innerhalb der breiteren Spanne vom Montag gefangen, da die Händler weitere Entwicklungen rund um die Nahost-Krise abwarten, bevor sie neue Richtungswetten eingehen.
Der Sprecher des iranischen Außenministeriums, Esmaeil Baghaei, sagte, dass Iran und Oman kurz davor seien, einen vorgeschlagenen Rahmen für den kommerziellen Schiffsverkehr durch die Straße von Hormus fertigzustellen. Hinzu kommt, dass Hoffnungen auf Fortschritte hin zu einem Friedensabkommen zwischen den USA und dem Iran den sicheren Hafen US-Dollar (USD) nahe einem Sieben-Wochen-Tief halten, das am Montag erreicht wurde, was wiederum als Rückenwind für das Währungspaar GBP/USD angesehen wird.
Unterdessen verharren die Rohölpreise nahe einem Drei-Wochen-Tief angesichts des Optimismus über eine diplomatische Lösung zur Beendigung eines fünf Monate alten US-Iran-Kriegs und die mögliche Wiedereröffnung der Straße von Hormus. Dies trägt dazu bei, Inflationssorgen zu lindern und die Erwartungen an eine Zinserhöhung durch die US-Notenbank Federal Reserve (Fed) zu dämpfen, was sich als ein weiterer Faktor erweist, der auf dem Greenback lastet und die Argumente für eine weitere Aufwärtsbewegung des Währungspaares GBP/USD stützt.
Strategen des Global FX Strategy Teams von Scotiabank beobachten, dass das Pfund weiterhin gut unterstützt bleibt, und merken an, dass „ein solider Anstieg von Cable in der vergangenen Woche und bullisch ausgerichtete (wenn auch weiterhin schwache) Trend-Oszillatoren jedoch Aufwärtspotenzial für das Pfund nahelegen.“ Diese Einschätzung steht im Einklang mit ihrer Ansicht, dass die kurzfristige technische Lage neutral bis leicht positiv ist, wobei die jüngste Kursentwicklung und Momentum-Indikatoren weiterhin auf Spielraum für weitere Gewinne hindeuten, während nahe Unterstützungsniveaus die Stimmung stützen.
Allerdings sagten die von Iran unterstützten Houthi-Rebellen im Jemen, dass sie einen Raketenangriff auf einen saudischen Öltanker vor der Küste der Rotmeer-Hafenstadt Yanbu des Königreichs sowie auf einen weiteren im Golf von Aden durchgeführt hätten. Dies hält die geopolitische Risikoprämie im Spiel, was dazu beiträgt, tiefere USD-Verluste zu begrenzen und den Aufwärtstrend für das Währungspaar GBP/USD zu deckeln. Händler scheinen zudem vor der Veröffentlichung des wichtigen US-Berichts zu den Nonfarm Payrolls (NFP) am Freitag zurückhaltend zu sein.
In der Zwischenzeit könnte der Wirtschaftskalender am Donnerstag mit dem UK Construction PMI und den üblichen wöchentlichen Erstanträgen auf Arbeitslosenunterstützung aus den USA etwas Auftrieb verleihen. Darüber hinaus könnten die eingehenden geopolitischen Schlagzeilen weiterhin für etwas Volatilität an den globalen Finanzmärkten sorgen und Handelsmöglichkeiten rund um das Währungspaar GBP/USD schaffen. Der fundamentale Hintergrund scheint jedoch zugunsten der Bullen geneigt zu sein.
Das Pfund Sterling (GBP) ist die älteste Währung der Welt (886 n. Chr.) und die offizielle Währung des Vereinigten Königreichs. Es ist die am vierthäufigsten gehandelte Währungseinheit auf dem Devisenmarkt (FX) der Welt und macht 12 % aller Transaktionen aus, was durchschnittlich 630 Milliarden US-Dollar pro Tag entspricht. Die wichtigsten Währungspaare sind GBP/USD, auch bekannt als "Cable", das 11 % des FX-Handels ausmacht, GBP/JPY oder "Dragon", wie es von Händlern genannt wird (3 %) und EUR/GBP (2 %). Das Pfund Sterling wird von der Bank of England (BoE) ausgegeben.
Der wichtigste Faktor, der den Wert des Britischen Pfunds beeinflusst, ist die Geldpolitik, die von der Bank of England festgelegt wird. Die BoE richtet ihre Entscheidungen danach aus, ob sie ihr Hauptziel der „Preisstabilität“ – eine Inflationsrate von etwa 2 % – erreicht hat. Ihr wichtigstes Instrument ist die Anpassung der Zinssätze. Wenn die Inflation zu hoch ist, wird die BoE versuchen, sie durch Zinserhöhungen zu dämpfen, was in der Regel positiv für das Pfund ist, da höhere Zinsen das Vereinigte Königreich für internationale Investoren attraktiver machen. Fällt die Inflation zu niedrig aus, deutet dies auf ein langsameres Wirtschaftswachstum hin, und die BoE könnte die Zinsen senken, um das Kreditangebot zu erhöhen und Investitionen anzuregen.
Wirtschaftsdaten sind zentrale Indikatoren für die Stärke der britischen Wirtschaft und beeinflussen maßgeblich den Wert des Pfund Sterling. Daten wie das Bruttoinlandsprodukt (BIP), Einkaufsmanagerindizes (PMI) und Arbeitslosenzahlen geben Hinweise auf die wirtschaftliche Entwicklung. Eine robuste Wirtschaft zieht ausländische Investitionen an und könnte die Bank of England (BoE) dazu bewegen, die Zinsen zu erhöhen, was das Pfund unterstützt. Schwächere Daten hingegen führen zu einem Abwärtstrend des Pfunds.
Für das britische Pfund ist die Handelsbilanz ein wichtiger Indikator. Sie misst den Unterschied zwischen den Einnahmen aus Exporten und den Ausgaben für Importe über einen bestimmten Zeitraum. Exportiert ein Land stark nachgefragte Güter, führt die höhere Nachfrage aus dem Ausland zu einer Stärkung der Währung. Eine positive Handelsbilanz stärkt das Pfund, während ein Defizit die Währung schwächt.