Das Paar USD/JPY stürzt im frühen asiatischen Handel am Montag auf nahe 155,45 ab, den niedrigsten Stand seit dem 6. Mai. Der japanische Yen (JPY) zieht nach Berichten über weitere gemeinsame Interventionen der Vereinigten Staaten (US) und Japans einige Käufer an.
Bloomberg berichtete, dass Japans Finanzministerin Satsuki Katayama und US-Finanzminister Scott Bessent inzwischen in einem seit Jahrzehnten beispiellosen Ausmaß zusammenarbeiten, um die Währung zu stützen.
Katayama sagte, dass die japanischen Behörden am Freitag gemeinsam mit den USA eine Yen-Kaufintervention durchgeführt hätten, und fügte hinzu, dass die Behörden nicht zögern würden, weitere Devisenmarktinterventionen (FX) mit Washington durchzuführen.
Unterdessen erklärte Bessent, dass die koordinierten FX-Bewegungen vom Freitag die unruhigen Schwankungen des japanischen Yen (JPY) eingedämmt hätten. Bessent sagte, das Finanzministerium werde wachsam bleiben und den engen Austausch mit den Ansprechpartnern im Finanzministerium (MoF) und der Bank of Japan (BoJ) aufrechterhalten.
Am frühen Montag erklärte der oberste Devisenbeamte Atsushi Mimura, dass eine gemeinsame Intervention den Höhepunkt der Währungskooperation zwischen den USA und Japan markieren könnte.
Der Wert des japanischen Yen hängt stark von der japanischen Wirtschaft, der Geldpolitik der Bank of Japan sowie von den Zinsunterschieden zu den USA ab. Auch das allgemeine Marktumfeld spielt eine Rolle.
Eines der Kernmandate der Bank of Japan ist die Stabilisierung der nationalen Währung, weshalb ihre geldpolitischen Maßnahmen maßgeblichen Einfluss auf den Yen haben. Obwohl direkte Interventionen am Devisenmarkt selten vorkommen, hat die BoJ in der Vergangenheit Schritte unternommen, um den Yen gezielt zu schwächen, meist unter Berücksichtigung der geopolitischen Beziehungen zu ihren Handelspartnern. Die ultralockere Geldpolitik der BoJ, die von 2013 bis 2024 umgesetzt wurde, hat durch eine zunehmende Divergenz gegenüber den geldpolitischen Strategien anderer großer Zentralbanken eine signifikante Abwertung des Yen verursacht. Mit der jüngsten graduellen Straffung dieser expansiven Maßnahmen zeigt der Yen Anzeichen einer Erholung.
Das Festhalten der BoJ an ihrer ultralockeren Geldpolitik hat zu einer zunehmenden Divergenz mit anderen Zentralbanken geführt, insbesondere mit der US-Notenbank. Dies begünstigt eine Ausweitung der Zinsdifferenz zwischen 10-jährigen amerikanischen und japanischen Anleihen, was den US-Dollar gegenüber dem japanischen Yen stärkt.
Der japanische Yen gilt als sogenannte „sichere Hafen“-Währung. In Zeiten von Unsicherheit oder Marktturbulenzen neigen Investoren dazu, ihr Kapital in den Yen umzuschichten, da dieser als stabil und verlässlich gilt. In solchen Phasen steigt der Wert des Yen im Vergleich zu anderen Währungen, die als riskanter eingestuft werden.