GBP/USD gibt nach, nachdem das Paar mit einer bullishen Kurslücke eröffnet hat, bleibt im positiven Bereich und notiert während der asiatischen Handelsstunden am Dienstag um 1,3290. Das Währungspaar steht unter Druck, da sich der US-Dollar (USD) stabilisiert, getrieben von der Vorsicht der Marktteilnehmer vor der anstehenden geldpolitischen Entscheidung der Federal Reserve am Mittwoch.
Laut dem CME FedWatch Tool preisen die Märkte derzeit eine Wahrscheinlichkeit von fast 38% für eine Zinserhöhung im Juli ein, ein ungewöhnlich hohes Maß an Unsicherheit so kurz vor einer Sitzung. Citadel Securities erwartet, dass die Fed eine Zinserhöhung liefern wird, um die inflationsbekämpfende Glaubwürdigkeit von Chairman Kevin Warsh nach seinen wiederholten Versprechen, die Preisstabilität wiederherzustellen, zu untermauern. Mit Blick weiter voraus liegt die Wahrscheinlichkeit für mindestens eine Zinserhöhung um 25 Basispunkte im September derzeit bei etwa 81,4%.
Der Greenback zeigte sich widerstandsfähig, obwohl Präsident Donald Trump erklärte, die USA führten "gute Gespräche" mit dem Iran, um den Konflikt im Nahen Osten zu lösen. Washington setzte seine 13-tägige Angriffskampagne am Wochenende aus, was zu drei aufeinanderfolgenden Tagen ohne Angriffe führte. Das iranische Außenministerium entgegnete, dass keine direkten Verhandlungen mit den USA stattfinden, und merkte an, dass der einzige aktive Dialog mit Oman über die Zukunft der Straße geführt werde. Dennoch halfen die diplomatischen Entwicklungen, die Ölpreise nach unten zu drücken, was die breiteren Inflations- und geldpolitischen Sorgen etwas minderte.
Das Britische Pfund (GBP) steht vor Herausforderungen, da die Rendite 10-jähriger Gilts auf nahe 4,97% gefallen ist, nachdem die Rohölpreise von Zweimonatshochs zurückgekommen sind, was auf der Inflationsseite für Entlastung sorgt und die Geldmärkte dazu veranlasst, die Erwartungen an weitere Zinserhöhungen der Bank of England (BoE) leicht zurückzunehmen.
Der Fokus der Anleger richtet sich nun auf die geldpolitische Entscheidung der Bank of England am Donnerstag, bei der die Entscheidungsträger weithin erwarten werden, die Zinsen unverändert bei 3,75% zu belassen. Diese Einschätzung wird durch jüngste Wirtschaftsdaten gestützt, die zeigen, dass das jährliche Verbraucherpreiswachstum im Juni auf ein 15-Monats-Tief von 2,6% verlangsamt hat und damit unter den eigenen Projektionen der BoE lag.
Das Pfund Sterling (GBP) ist die älteste Währung der Welt (886 n. Chr.) und die offizielle Währung des Vereinigten Königreichs. Es ist die am vierthäufigsten gehandelte Währungseinheit auf dem Devisenmarkt (FX) der Welt und macht 12 % aller Transaktionen aus, was durchschnittlich 630 Milliarden US-Dollar pro Tag entspricht. Die wichtigsten Währungspaare sind GBP/USD, auch bekannt als "Cable", das 11 % des FX-Handels ausmacht, GBP/JPY oder "Dragon", wie es von Händlern genannt wird (3 %) und EUR/GBP (2 %). Das Pfund Sterling wird von der Bank of England (BoE) ausgegeben.
Der wichtigste Faktor, der den Wert des Britischen Pfunds beeinflusst, ist die Geldpolitik, die von der Bank of England festgelegt wird. Die BoE richtet ihre Entscheidungen danach aus, ob sie ihr Hauptziel der „Preisstabilität“ – eine Inflationsrate von etwa 2 % – erreicht hat. Ihr wichtigstes Instrument ist die Anpassung der Zinssätze. Wenn die Inflation zu hoch ist, wird die BoE versuchen, sie durch Zinserhöhungen zu dämpfen, was in der Regel positiv für das Pfund ist, da höhere Zinsen das Vereinigte Königreich für internationale Investoren attraktiver machen. Fällt die Inflation zu niedrig aus, deutet dies auf ein langsameres Wirtschaftswachstum hin, und die BoE könnte die Zinsen senken, um das Kreditangebot zu erhöhen und Investitionen anzuregen.
Wirtschaftsdaten sind zentrale Indikatoren für die Stärke der britischen Wirtschaft und beeinflussen maßgeblich den Wert des Pfund Sterling. Daten wie das Bruttoinlandsprodukt (BIP), Einkaufsmanagerindizes (PMI) und Arbeitslosenzahlen geben Hinweise auf die wirtschaftliche Entwicklung. Eine robuste Wirtschaft zieht ausländische Investitionen an und könnte die Bank of England (BoE) dazu bewegen, die Zinsen zu erhöhen, was das Pfund unterstützt. Schwächere Daten hingegen führen zu einem Abwärtstrend des Pfunds.
Für das britische Pfund ist die Handelsbilanz ein wichtiger Indikator. Sie misst den Unterschied zwischen den Einnahmen aus Exporten und den Ausgaben für Importe über einen bestimmten Zeitraum. Exportiert ein Land stark nachgefragte Güter, führt die höhere Nachfrage aus dem Ausland zu einer Stärkung der Währung. Eine positive Handelsbilanz stärkt das Pfund, während ein Defizit die Währung schwächt.