Das Währungspaar USD/JPY hält sich in der frühen asiatischen Sitzung am Freitag nahe 163,90 stabil. Der japanische Yen (JPY) bleibt jedoch in der Nähe eines Mehrjahrzehntetiefs gegenüber dem US-Dollar (USD). Die vorläufigen Daten zum US S&P Global Purchasing Managers Index (PMI) werden später am Freitag veröffentlicht.
Am Freitag veröffentlichte Daten des japanischen Statistikamts zeigten, dass die Inflation des nationalen Verbraucherpreisindex (VPI) in Japan im Juni auf 1,7% YoY gestiegen ist, nach 1,5% im Mai. Der Kern-VPI lag im Juni bei 1,6% YoY, nach zuvor 1,4%. Der Wert entsprach dem Marktkonsens. Dies ist der erste Anstieg der Kerninflation seit März.
Die sogenannte "Kern-Kern"-Inflationsrate, bei der die Preise für frische Lebensmittel und Energie herausgerechnet werden, fiel im Juni auf 1,7% YoY, verglichen mit dem vorherigen Wert von 1,8%. Dieser Wert verzeichnete den niedrigsten Stand seit August 2022.
Diese Veröffentlichung erfolgte nur wenige Tage vor der geldpolitischen Sitzung der Bank of Japan (BoJ), bei der allgemein erwartet wird, dass die Zentralbank die Zinssätze unverändert lässt. Der Bericht zur nationalen VPI-Inflation Japans hat kaum bis gar keinen Einfluss auf den JPY, da Händler wegen möglicher Interventionen der japanischen Behörden in höchster Alarmbereitschaft sind.
Finanzministerin Satsuki Katayama warnte die Märkte am Mittwoch, dass die Behörden bereit seien, "angemessene und entschlossene Maßnahmen" zu ergreifen. Katayama fügte hinzu, dass Japans Politik hinsichtlich möglicher Interventionen unverändert bleibe und man bei Bedarf handeln werde.
Eine Eskalation der Spannungen im Nahen Osten könnte den Greenback kurzfristig gegenüber dem JPY stützen. Reuters berichtete am Donnerstag, dass US-Präsident Donald Trump sagte, die USA würden Iran für die Aktionen der Huthi verantwortlich machen, und warnte, Iran und seine Huthi-Verbündeten würden beide bald eine "massive militärische Bestrafung" erhalten.
Der Wert des japanischen Yen hängt stark von der japanischen Wirtschaft, der Geldpolitik der Bank of Japan sowie von den Zinsunterschieden zu den USA ab. Auch das allgemeine Marktumfeld spielt eine Rolle.
Eines der Kernmandate der Bank of Japan ist die Stabilisierung der nationalen Währung, weshalb ihre geldpolitischen Maßnahmen maßgeblichen Einfluss auf den Yen haben. Obwohl direkte Interventionen am Devisenmarkt selten vorkommen, hat die BoJ in der Vergangenheit Schritte unternommen, um den Yen gezielt zu schwächen, meist unter Berücksichtigung der geopolitischen Beziehungen zu ihren Handelspartnern. Die ultralockere Geldpolitik der BoJ, die von 2013 bis 2024 umgesetzt wurde, hat durch eine zunehmende Divergenz gegenüber den geldpolitischen Strategien anderer großer Zentralbanken eine signifikante Abwertung des Yen verursacht. Mit der jüngsten graduellen Straffung dieser expansiven Maßnahmen zeigt der Yen Anzeichen einer Erholung.
Das Festhalten der BoJ an ihrer ultralockeren Geldpolitik hat zu einer zunehmenden Divergenz mit anderen Zentralbanken geführt, insbesondere mit der US-Notenbank. Dies begünstigt eine Ausweitung der Zinsdifferenz zwischen 10-jährigen amerikanischen und japanischen Anleihen, was den US-Dollar gegenüber dem japanischen Yen stärkt.
Der japanische Yen gilt als sogenannte „sichere Hafen“-Währung. In Zeiten von Unsicherheit oder Marktturbulenzen neigen Investoren dazu, ihr Kapital in den Yen umzuschichten, da dieser als stabil und verlässlich gilt. In solchen Phasen steigt der Wert des Yen im Vergleich zu anderen Währungen, die als riskanter eingestuft werden.