Chris Turner von ING weist darauf hin, dass sich der Euro zum US-Dollar trotz steigender Energie- und Erdgaspreise bislang vergleichsweise robust gezeigt hat. Zinsdifferenzen und die Erwartung, dass die Europäische Zentralbank (EZB) entschlossener auf die Entwicklung reagieren könnte als die US-Notenbank Fed, hätten den Euro gestützt. ING rechnet dennoch damit, dass EUR/USD zunächst in Richtung 1,1380 zurückfällt und anschließend auf die bevorstehende EZB-Sitzung reagiert.
„EUR/USD hat sich trotz der Erholung der Energiepreise, durch die die Erdgaspreise erneut die März-Hochs von 60 Euro je Megawattstunde getestet haben, vergleichsweise gut entwickelt.“
„Die Zinsdifferenzen dürften dabei eine Rolle gespielt haben. Mit den höheren Ölpreisen rechnen die Anleger zunehmend damit, dass die Europäische Zentralbank ihre Geldpolitik stärker straffen wird als die US-Notenbank Fed.“
„Sofern es kurzfristig nicht zu einer erneuten Waffenruhe zwischen den USA und dem Iran kommt, gehen wir weiterhin davon aus, dass EUR/USD zunächst in Richtung 1,1380 zurückfällt und sich anschließend an den Signalen der morgigen EZB-Sitzung orientiert.“
„Wie unser Team jedoch in seinem EZB-Überblick hervorhebt, ist es schwer vorstellbar, dass der Markt unabhängig vom Wortlaut der morgigen EZB-Sitzung und der anschließenden Pressekonferenz noch deutlich höhere EZB-Zinsen einpreist.“