TradingKey - Die rasant steigenden Investitionsausgaben und der negative Cashflow von Alphabet belasten den Aktienkurs. Es droht eine weitere Abwärtsbewegung, die die Unterstützung bei 270 US-Dollar testen könnte.
Am 23. Juli (US-Ostküstenzeit) geriet die Google-Muttergesellschaft Alphabet, belastet durch extrem hohe Investitionsausgaben (CapEx) und Sorgen über den Cashflow, ( GOOGL / GOOG) im vorbörslichen Handel deutlich unter Druck und fiel um 3,5 %. Dabei unterschritt sie die Ende Juni etablierte Unterstützungslinie bei 333 US-Dollar und notierte vorübergehend bei 329,89 US-Dollar.
Alphabet-Aktienchart, Quelle: TradingView
Vor der Veröffentlichung der Zahlen für das zweite Quartal konsolidierte der Aktienkurs von Alphabet hauptsächlich am oberen Ende seiner wichtigen Unterstützungszone von 330 bis 370 US-Dollar. Nach der nachbörslichen Bekanntgabe der Ergebnisse durchbrach der Kurs von Alphabet die wichtige Unterstützungslinie nach unten, was technische Stop-Loss-Verkäufe sowie Verkäufe durch den algorithmischen Handel auslöste.
Gemäß der Chartmuster-Theorie der technischen Analyse liegt die nächste starke Unterstützung von Alphabet bei rund 270 US-Dollar. Dies war das Korrekturtief von Ende März dieses Jahres sowie der Tiefststand des laufenden Jahres, was vom aktuellen Niveau aus ein weiteres Abwärtspotenzial von rund 18 % bedeutet.
Obwohl der Umsatz, der Gewinn und die Entwicklung in den verschiedenen Geschäftsbereichen von Alphabet im zweiten Quartal äußerst beeindruckend waren, gab der Aktienkurs nach, statt zu steigen. Der entscheidende Faktor ist, dass die CapEx-Prognose für das Gesamtjahr erneut deutlich angehoben wurde: Die Investitionsausgaben für 2026 stiegen von 180 bis 190 Milliarden US-Dollar auf 195 bis 205 Milliarden US-Dollar. Dies belastet die kurzfristigen Cashflow-Optionen, führt zu Kapitalabflüssen zwecks kurzfristiger Gewinnmitnahmen und macht das kurzfristige Wachstum zu einer Belastung für den Titel.
Trotz der Besorgnis einiger Anleger über die KI-Ausgaben von Alphabet teilen viele Wall-Street-Investmentbanken diese Ansicht nicht. Großbanken wie die Bank of America und Morgan Stanley sind der Ansicht, dass das Wachstum der Cloud-Sparte um 82 % die starke KI-Monetarisierungsfähigkeit des Unternehmens belegt und dass die hohen CapEx-Ausgaben dazu dienen, die angebotsseitig begrenzte KI-Nachfrage zu bedienen, weshalb sie ihre „Buy“-Empfehlungen beibehalten. Mit Unterstützung der Investmentbanken könnte der Aktienkurs von Alphabet dieses Niveau kurzfristig schnell wieder zurückerobern. Es bleibt also abzuwarten, ob die Aktie in dieser Woche wieder über 333 US-Dollar schließen kann.