Das Paar USD/CAD hat Schwierigkeiten, die starken Wochengewinne der letzten zwei Tage auszunutzen, und fällt während der asiatischen Sitzung am Mittwoch leicht. Die Spotpreise handeln derzeit um die runde Marke von 1,4100, wobei der fundamentale Hintergrund Vorsicht bei aggressiven Bärenrallys gebietet.
Die Rohölpreise steigen auf ein neues Hoch seit dem 16. Juni angesichts eskalierender militärischer Konflikte zwischen den USA und Iran, der Schließung der Straße von Hormus und Houthi-Drohungen einer Seeblockade gegen Saudi-Arabien. Dies wiederum stützt den rohstoffgebundenen Loonie. Der US-Dollar (USD) hingegen macht nach einer vier Tage andauernden Aufwärtsbewegung eine Verschnaufpause und stellt einen weiteren Gegenwindfaktor für das Paar USD/CAD dar.
Unterdessen könnten die anhaltenden Kämpfe im Nahen Osten zusammen mit neuen Ängsten vor einem Handelskrieg den sicheren Hafen Greenback weiterhin stützen. Tatsächlich kündigte US-Präsident Donald Trump einen neuen Zollplan für importierte Generika an, bei dem die Zölle ab 2028 scharf auf 100 % steigen und im Folgejahr weiter auf 200 % erhöht werden sollen. Dies folgt auf einen neuen Zoll von 50 % auf die meisten kanadischen Produkte, was den Aufwärtstrend des kanadischen Dollars (CAD) begrenzen dürfte.
Darüber hinaus begünstigen hawkische Erwartungen an die US-Notenbank (Fed), gestützt durch Sorgen über energiegetriebene Inflation, die USD-Bullen. Im Gegensatz dazu bestätigten die schwachen kanadischen Verbraucherinflationszahlen dieser Woche die Wetten, dass die Bank of Canada (BoC) die Zinsen bis Ende 2026 unverändert lassen wird. Dies deutet darauf hin, dass der Weg des geringsten Widerstands für das Paar USD/CAD nach unten führt und unterstützt die Wahrscheinlichkeit für das Auftreten von Dip-Käufern.
Die Schlüsselfaktoren, die den kanadischen Dollar beeinflussen, sind vor allem die Zinspolitik der Bank of Canada, der Ölpreis als Hauptexportgut sowie die gesamtwirtschaftliche Lage des Landes. Auch das wirtschaftliche Verhältnis zu den USA spielt eine entscheidende Rolle.
Die Bank of Canada (BoC) übt erheblichen Einfluss auf den Kanadischen Dollar (CAD) aus, indem sie den Zinssatz festlegt, zu dem Banken sich gegenseitig Geld leihen. Dies wirkt sich auf die allgemeinen Zinssätze im gesamten Wirtschaftskreislauf aus. Das Hauptziel der BoC ist es, die Inflation durch Zinssatzanpassungen im Bereich von 1-3 % zu halten. Höhere Zinssätze wirken in der Regel stützend für den CAD, während quantitative Lockerungsmaßnahmen tendenziell eine abschwächende Wirkung auf die Währung haben.
Der Ölpreis spielt eine zentrale Rolle für den Wert des kanadischen Dollars. Als Kanadas wichtigstes Exportgut beeinflussen Preisschwankungen bei Erdöl den CAD unmittelbar. Steigt der Ölpreis, gewinnt auch der kanadische Dollar an Wert, da die Nachfrage nach der Währung steigt. Fällt der Ölpreis, gilt das Gegenteil. Hohe Ölpreise führen zudem häufig zu einer positiven Handelsbilanz, was den CAD zusätzlich stützt.
Inflation wurde traditionell als Bedrohung für Währungen angesehen, da sie deren Kaufkraft schmälert. Doch in einer globalisierten Welt mit gelockerten Kapitalverkehrskontrollen zeigt sich ein anderes Bild: Höhere Inflation zwingt Zentralbanken oft dazu, die Zinssätze anzuheben. Dies wiederum lockt internationale Investoren an, die nach attraktiven Anlagemöglichkeiten suchen, was die Nachfrage nach der heimischen Währung erhöht – wie im Fall des kanadischen Dollars.
Makroökonomische Datenveröffentlichungen dienen als Barometer für die wirtschaftliche Gesundheit und können den kanadischen Dollar spürbar beeinflussen. Indikatoren wie das Bruttoinlandsprodukt (BIP), die Einkaufsmanagerindizes (PMI) für das verarbeitende Gewerbe und den Dienstleistungssektor, Beschäftigungszahlen sowie Konsumentenstimmungsumfragen spielen hierbei eine zentrale Rolle. Eine robuste wirtschaftliche Lage stärkt den kanadischen Dollar. Sie lockt nicht nur vermehrt ausländische Investitionen an, sondern könnte die Bank of Canada dazu veranlassen, die Zinsen anzuheben, was den CAD weiter stützt. Schwache Wirtschaftsdaten hingegen dürften zu einer Abwertung der Währung führen.