Das Paar EUR/USD verliert im frühen europäischen Handel am Montag auf etwa 1,1465 an Boden. Die Unsicherheit rund um das US-Iran-Friedensabkommen, nach Drohungen von Präsident Donald Trump, den Krieg im Nahen Osten wieder aufzunehmen, belastet risikoreichere Anlagen wie den Euro (EUR) gegenüber dem US-Dollar (USD).
Am Montag veröffentlichten Katar und Pakistan eine gemeinsame Erklärung zum Abschluss der Verhandlungen zwischen den USA und Iran in Bürgenstock, Schweiz, und erklärten, dass die Gespräche in einer positiven, konstruktiven Atmosphäre geführt wurden. Unterdessen führt die Vermittlung Pakistans und Katars zu bedeutenden Fortschritten zur Beendigung des Libanon-Konflikts, wobei Öl- und Petrochemieexporte ausgenommen sind, die Blockade aufgehoben wird, einige eingefrorene Vermögenswerte freigegeben werden und ein großes Wiederaufbau- und Entwicklungsprogramm für den Iran eingeleitet wird.
Andererseits könnten hawkische Äußerungen von Vertretern der Europäischen Zentralbank (EZB) dazu beitragen, die Verluste des USD zu begrenzen. Am Freitag sagte der EZB-Politiker und Chef der belgischen Zentralbank, Pierre Wunsch, dass die Zentralbank die Zinsen möglicherweise bereits nächsten Monat noch einmal anheben könnte, wenn sich weitere Anzeichen für eine Ausbreitung der Inflation in der Eurozone über den Energiesektor hinaus zeigen.
Der Einlagensatz der EZB liegt derzeit bei 2,25 %, und die Finanzmärkte erwarten weitere Zinserhöhungen um 25 Basispunkte im September oder Oktober, möglicherweise gefolgt von einer weiteren in den ersten Monaten des nächsten Jahres.
Im Tages-Chart zeigt EUR/USD eine klare bärische Tendenz, da der Kurs deutlich unter dem 100-Tage Simple Moving Average (SMA) und dem mittleren Bollinger-Band notiert. Der Kurs nähert sich der Unterstützung des unteren Bollinger-Bands, während der Relative Strength Index (RSI) bei etwa 34 in den überverkauften Bereich driftet, was auf anhaltenden Abwärtsdruck hinweist, aber auch warnt, dass das Verkaufs-Momentum auf dem aktuellen Niveau ermüden könnte.
Auf der Unterseite zeigt sich die unmittelbare Unterstützung am unteren Bollinger-Band nahe 1,1450; ein nachhaltiger Bruch unter dieses Niveau würde den Weg für neue Tiefstände im breiteren Abwärtstrend öffnen. Auf der Oberseite wird der erste Widerstand am mittleren Bollinger-Band bei rund 1,1570 gesehen, gefolgt vom 100-Tage-SMA bei 1,1665 und dem oberen Bollinger-Band nahe 1,1695, wobei das Paar mindestens das mittlere Band zurückerobern muss, um die vorherrschende bärische Stimmung zu mildern.
(Die technische Analyse dieser Meldung wurde mit Hilfe eines KI-Tools erstellt.)
Der Euro ist die Währung der 19 Länder der Europäischen Union, die zur Eurozone gehören. Nach dem US-Dollar ist er die am zweithäufigsten gehandelte Währung der Welt. Im Jahr 2022 machte er 31 % aller Devisentransaktionen aus, mit einem durchschnittlichen Tagesumsatz von über 2,2 Billionen US-Dollar pro Tag. Der EUR/USD ist das am meisten gehandelte Währungspaar der Welt und macht schätzungsweise 30 % aller Transaktionen aus. Es folgen der EUR/JPY mit 4 %, der EUR/GBP mit 3 % und der EUR/AUD mit 2 %.
Die Europäische Zentralbank (EZB) in Frankfurt, Deutschland, ist die Zentralbank der Eurozone. Sie legt die Zinssätze fest und steuert die Geldpolitik. Das Hauptziel der EZB ist die Preisstabilität, was entweder die Kontrolle der Inflation oder die Förderung des Wachstums bedeutet. Ihr wichtigstes Instrument ist die Anhebung oder Senkung der Zinssätze. Relativ hohe Zinssätze oder die Erwartung höherer Zinssätze stärken in der Regel den Euro und umgekehrt. Der EZB-Rat trifft geldpolitische Entscheidungen in acht Sitzungen pro Jahr. Diese werden von den Leitern der nationalen Zentralbanken der Eurozone und sechs ständigen Mitgliedern, darunter EZB-Präsidentin Christine Lagarde, getroffen.
Die Inflation in der Eurozone, gemessen am harmonisierten Verbraucherpreisindex (HVPI), ist ein entscheidender Faktor für den Euro. Übertrifft die Inflation die Erwartungen und das Ziel von 2 % der Europäischen Zentralbank (EZB), wird die EZB wahrscheinlich die Zinsen anheben müssen, um die Preisstabilität zu sichern. Höhere Zinsen im Vergleich zu anderen Währungsräumen machen den Euro attraktiver für globale Investoren und stärken somit die Währung.
Veröffentlichungen von Wirtschaftsdaten beeinflussen die Gesundheit der Wirtschaft und somit den Euro. Indikatoren wie das Bruttoinlandsprodukt (BIP), Einkaufsmanagerindizes (PMI), Beschäftigungszahlen und Konsumentenstimmung geben Hinweise auf die Entwicklung der gemeinsamen Währung. Eine starke Wirtschaft stützt den Euro, da sie ausländische Investitionen anzieht und möglicherweise die Europäische Zentralbank (EZB) zu Zinserhöhungen bewegt. Schwache Daten hingegen lassen den Euro oft fallen. Besonders relevant sind hierbei die Daten der vier größten Volkswirtschaften des Euroraums – Deutschland, Frankreich, Italien und Spanien –, die rund 75 % der Eurozonen-Wirtschaft ausmachen.
Ein entscheidender Faktor für den Euro ist die Handelsbilanz, die den Unterschied zwischen den Einnahmen aus Exporten und den Ausgaben für Importe eines Landes über einen bestimmten Zeitraum misst. Wenn ein Land gefragte Exportgüter herstellt, erhöht sich die Nachfrage nach seiner Währung, da ausländische Käufer diese Waren erwerben wollen. Eine positive Handelsbilanz stärkt somit den Euro, während ein Handelsdefizit die Währung unter Druck setzen kann.