NZD/USD bleibt am zweiten Tag in Folge stärker und notiert während der frühen europäischen Handelsstunden am Dienstag um 0,5830. Das Paar gewinnt, da der Neuseeländische Dollar (NZD) Unterstützung von den chinesischen Handelsbilanzdaten erhält, die in chinesischen Yuan (CNY) für Mai bei CNY723,98 Mrd. lagen und sich damit gegenüber dem vorherigen Wert von CNY585,69 Mrd. ausweiteten. Die Exporte stiegen im Jahresvergleich im Mai um 13,8 % gegenüber 9,8 % im April. Die Importe des Landes kletterten im gleichen Zeitraum um 21,5 % gegenüber zuvor 20,6 %.
In US-Dollar ausgedrückt weitete sich Chinas Handelsüberschuss im Mai deutlich stärker als erwartet auf 105,43 Mrd. USD aus, gegenüber erwarteten 92,1 Mrd. USD und einem vorherigen Wert von 84,82 Mrd. USD. Diese starke Entwicklung wurde durch eine robuste Beschleunigung in beiden Handelssegmenten angetrieben: Die Exporte stiegen im Jahresvergleich um 19,4 % und übertrafen damit deutlich den Konsens von 15,0 %, während die Importe um 27,4 % zulegten und damit die prognostizierte Wachstumsrate von 25,0 % übertrafen.
Das Paar NZD/USD gewinnt an Boden, da der US-Dollar (USD) nach der Vereinbarung zwischen Iran und Israel, gegenseitige Angriffe einzustellen, an Wert verliert. Die Deeskalation erfolgte nach einem Appell von US-Präsident Donald Trump und stärkte die Hoffnung, dass Friedensverhandlungen vorankommen könnten.
Der US-Dollar könnte jedoch angesichts der Unsicherheit über den Waffenstillstand im Nahen Osten wieder an Boden gewinnen. Der israelische Premierminister Benjamin Netanyahu erklärte, der Krieg gegen Iran und dessen im Libanon ansässigen Stellvertreter Hisbollah „sei noch nicht beendet“, betonte jedoch, dass beide Parteien schwächer als je zuvor seien. Netanyahus Äußerungen folgten einer Erklärung des iranischen Militärs, das bestätigt hatte, die Angriffe auf Israel eingestellt zu haben. Dennoch gab das zentrale iranische Militärkommando eine deutliche Warnung heraus und erklärte, dass, falls Israel seine Angriffe, einschließlich der im Süden Libanons, fortsetze, „viel härtere und vernichtendere Maßnahmen als zuvor folgen werden“.
Die anhaltenden geopolitischen Spannungen, kombiniert mit starken US-Arbeitsmarktdaten, haben Inflationsängste geschürt und die Erwartungen an Zinserhöhungen der Federal Reserve erhöht. Laut dem CME FedWatch Tool haben Händler die Wahrscheinlichkeit einer Zinserhöhung um einen Viertelpunkt im Dezember auf 43 % angehoben, nach 14 % vor einem Monat. Der Markt bereitet sich nun auf die US-Verbraucherpreisindexdaten (CPI) am Mittwoch und die Erzeugerpreisindexdaten (PPI) am Donnerstag vor, um die nächste Entscheidung der Fed abzuschätzen.
Der neuseeländische Dollar wird stark durch die Gesundheit der neuseeländischen Wirtschaft sowie den Einfluss Chinas, des größten Handelspartners des Landes, geprägt. Auch die Preise für Milchprodukte, Neuseelands wichtigstem Export, spielen eine zentrale Rolle.
Die Reserve Bank of New Zealand (RBNZ) strebt eine Inflationsrate von 1-3 % an und setzt entsprechende Zinssätze fest. Bei hoher Inflation erhöht die RBNZ die Zinsen, um die Wirtschaft abzukühlen, was den Neuseeland-Dollar (NZD) stützt. Niedrige Zinsen hingegen schwächen den NZD. Auch die Zinsdifferenz zu den USA spielt eine wichtige Rolle im Währungspaar NZD/USD.
Die Veröffentlichung makroökonomischer Daten in Neuseeland ist ein entscheidender Indikator für den Zustand der Wirtschaft und hat direkte Auswirkungen auf den Wert des neuseeländischen Dollars (NZD). Eine robuste Wirtschaft, geprägt von starkem Wachstum, niedriger Arbeitslosigkeit und hoher Zuversicht, wirkt sich positiv auf den NZD aus. Ein solides Wirtschaftswachstum zieht ausländische Investitionen an und könnte die Reserve Bank of New Zealand dazu bewegen, die Zinssätze anzuheben – insbesondere, wenn diese Dynamik mit einem Anstieg der Inflation einhergeht. Schwache Wirtschaftsdaten hingegen könnten den NZD unter Druck setzen und zu einer Abwertung führen.
Der neuseeländische Dollar (NZD) zeigt typischerweise Stärke in Phasen eines "Risk-on"-Marktumfelds, wenn Anleger von einem geringen Risiko und positiven Wachstumsaussichten ausgehen. In solchen Zeiten profitieren Rohstoffe und sogenannte Rohstoffwährungen wie der Kiwi von einer optimistischeren Einschätzung. Im Gegenzug gerät der NZD in Zeiten wirtschaftlicher Unsicherheit oder Marktturbulenzen unter Druck, da Investoren vermehrt risikoreiche Anlagen abstoßen und sich in stabilere, sichere Häfen zurückziehen.