Nach Angaben von Quellen könnte die Bank of Japan (BoJ) die Wachstumsprognose für das Fiskaljahr 2026 im vierteljährlichen Bericht, der im Juli erscheint, nach oben korrigieren. Die BoJ wird voraussichtlich berichten, dass sie den Fokus auf das Risiko einer Überschreitung des Inflationsziels der Zentralbank beibehalten wird, so Reuters.
Die Quellen gaben außerdem an, dass die BoJ die Zinssätze im Juli unverändert lassen, aber die geldpolitische Orientierung beibehalten wird, mit dem Versprechen, die Zinsen weiter anzuheben.
Der japanische Yen (JPY) zeigte keine unmittelbare Reaktion auf die oben genannten Schlagzeilen. Zum Zeitpunkt der Berichterstattung liegt das Paar USD/JPY trotz einer teilweisen Erholung der frühen Verluste um 0,45 % niedriger bei etwa 169,70.
Die Bank of Japan (BoJ) steuert die japanische Geldpolitik und hat ein Inflationsziel von rund 2 %. Ihre Maßnahmen haben einen wesentlichen Einfluss auf den japanischen Yen.
Die Bank of Japan implementierte im Jahr 2013 eine extrem expansive Geldpolitik, um die wirtschaftliche Aktivität zu stimulieren und in einem deflationären Umfeld Inflation zu erzeugen. Diese Politik, basierend auf quantitativer und qualitativer Lockerung (QQE), beinhaltete den Ankauf von Vermögenswerten wie Staats- und Unternehmensanleihen durch die Schaffung von Zentralbankgeld, um zusätzliche Liquidität bereitzustellen. Im Jahr 2016 intensivierte die BoJ diese Maßnahmen, führte Negativzinsen ein und begann, die Renditen von 10-jährigen Staatsanleihen direkt zu steuern. Im März 2024 vollzog die Bank eine Kehrtwende, indem sie die Zinsen anhob und sich damit von ihrer ultra-expansiven Geldpolitik distanzierte.
In den vergangenen zehn Jahren hat die entschlossene Haltung der Bank of Japan, an ihrer ultralockeren Geldpolitik festzuhalten, zu einer wachsenden geldpolitischen Divergenz im Vergleich zu anderen Zentralbanken, insbesondere der US-Notenbank, geführt. Dies verstärkte die Renditedifferenz zwischen 10-jährigen US-Staatsanleihen und japanischen Staatsanleihen und stärkte den US-Dollar gegenüber dem japanischen Yen. Mit der Entscheidung der BoJ im Jahr 2024, ihre expansive Geldpolitik schrittweise zu lockern, und dem gleichzeitigen Beginn von Zinssenkungen in anderen großen Zentralbanken, wird diese Differenz nun zunehmend eingeengt.
Der schwächere Yen und steigende globale Energiepreise haben die Inflation in Japan über das Ziel der BoJ von 2 % hinausgetrieben. Zusätzlich hat die Erwartung steigender Löhne – ein zentraler Treiber der Inflation – diese Entwicklung weiter verstärkt.