Die Äußerungen des Politikers der Europäischen Zentralbank (EZB) und des Leiters der belgischen Zentralbank, Pierre Wunsch, die von Econostream während des europäischen Handels am Mittwoch veröffentlicht wurden, signalisierten, dass er einer weiteren Straffung der Geldpolitik nicht zugeneigt ist.
Bei der geldpolitischen Sitzung im Juni erhöhte die EZB ihre Leitzinsen um 25 Basispunkte (bps), die erste seit September 2023.
Eine Inflationsüberraschung vor der Sitzung im Juli ist eher auf der Abwärtsseite zu erwarten.
Die Ölpreise könnten unter das Vorkriegsniveau fallen.
Die meisten Ölproduktionskapazitäten sollten innerhalb eines Quartals wiederhergestellt sein, wenn der Konflikt beendet ist.
Eine Zinserhöhung könnte ausreichen, wenn der Schock vor signifikanten Zweitrundeneffekten nachlässt.
Mehr als eine Zinserhöhung hängt von einer größeren Persistenz und stärkeren Zweitrundeneffekten ab.
Der Euro (EUR) reagierte nicht sofort auf die Äußerungen von EZB-Politiker Wunsch. Zum Zeitpunkt der Veröffentlichung notiert EUR/USD 0,22 % tiefer bei rund 1,1395.
Die Europäische Zentralbank (EZB), mit Sitz in Frankfurt am Main, steuert die Geldpolitik der Eurozone. Ihr Hauptziel ist die Preisstabilität, definiert durch eine Inflationsrate von rund 2 %. Durch Anpassungen der Zinssätze beeinflusst die EZB maßgeblich den Wechselkurs des Euros, der tendenziell durch höhere Zinsen gestärkt und durch niedrigere geschwächt wird.
In extremen Situationen kann die Europäische Zentralbank ein Instrument namens Quantitative Easing (QE) einsetzen. QE bedeutet, dass die EZB Euros druckt und diese verwendet, um Vermögenswerte – in der Regel Staats- oder Unternehmensanleihen – von Banken und anderen Finanzinstitutionen zu kaufen. QE führt in der Regel zu einer Abschwächung des Euros. Es wird als letztes Mittel eingesetzt, wenn Zinssenkungen allein das Ziel der Preisstabilität nicht erreichen können. Die EZB setzte QE während der Finanzkrise 2009-2011, 2015 bei anhaltend niedriger Inflation und während der COVID-19-Pandemie ein.
Quantitative Straffung (QT) ist das Gegenteil von QE: Statt Staatsanleihen zu kaufen, stellt die EZB den Ankauf ein und reinvestiert fällige Beträge nicht mehr. Dies wirkt sich in der Regel positiv auf den Euro aus, da es die Liquidität am Markt verringert.