Arbeitgeber mit Sitz in den Vereinigten Staaten (US) kündigten im Juni 45.849 Stellenstreichungen an, ein Rückgang von 53 % gegenüber den 97.006 Streichungen im Mai, wie der jüngste Bericht von Challenger, Gray & Christmas am Mittwoch zeigte.
„Bis Juni haben Arbeitgeber 443.604 Stellenstreichungen angekündigt, ein Rückgang von 40 % gegenüber den 744.308 Streichungen in der ersten Hälfte des Jahres 2025“, hieß es in der Pressemitteilung. „Es ist die zweithöchste Gesamtzahl von Januar bis Juni seit 2020, nur übertroffen vom regierungsbedingten Anstieg im letzten Jahr. Dies ist das vierte Mal in diesem Jahr, dass die Stellenstreichungen niedriger waren als im entsprechenden Monat des Vorjahres.“
Der US-Dollar (USD)-Index bleibt gegenüber seinen wichtigsten Rivalen nach diesen positiven beschäftigungsbezogenen Daten widerstandsfähig. Zum Zeitpunkt der Veröffentlichung lag der USD-Index mit 101,35 um 0,2 % im Plus.
Da sich die Daten, die auf gesunde Arbeitsmarktbedingungen hinweisen, häufen, werden die Entscheidungsträger der Federal Reserve (Fed) voraussichtlich weiterhin darauf fokussiert bleiben, die Inflation zu zähmen, ohne sich Sorgen um Beschäftigungseinbußen zu machen. In der Folge profitiert der US-Dollar von wachsenden Erwartungen an einen hawkischen Ausblick der Fed-Politik.
In einem Interview mit CNBC am Dienstag vermittelte Fed-Vertreter Hammack eine moderat hawkische Botschaft mit einem FXS Speechtracker-Wert von 6,4/10. Dies ist etwas schwächer im Vergleich zum historischen Durchschnitt von 7/10, signalisiert aber weiterhin eine Straffungstendenz.
Indem er betonte, dass der Arbeitsmarkt „nahezu Vollbeschäftigung“ sei und das Wachstum „gut aussieht“, während er warnte, dass „die Inflation immer noch zu hoch“ sei und Zinserhöhungen in Betracht gezogen werden müssten, unterstreicht die Rede die Bereitschaft, die Geldpolitik trotz Bedenken hinsichtlich der Gesamtwirtschaft zu straffen. Die Betonung der erhöhten Kern- und Dienstleistungsinflation, die als breit angelegtes Problem und nicht als energiegetriebener Anstieg dargestellt wird, verstärkt die Vorstellung, dass der zugrunde liegende Preisdruck anhaltend bleibt.
Der Arbeitsmarkt gilt als entscheidender Indikator für die wirtschaftliche Stabilität eines Landes und beeinflusst maßgeblich den Wert einer Währung. Hohe Beschäftigung und geringe Arbeitslosigkeit tragen zu einer starken Binnennachfrage bei und stützen das Wirtschaftswachstum, was wiederum die Landeswährung stärkt. Ein besonders angespannter Arbeitsmarkt – also ein Mangel an Arbeitskräften – kann zudem inflationsfördernd wirken, da steigende Löhne bei knappen Arbeitskräften oft die Folge sind, was die Geldpolitik beeinflusst.
Das Lohnwachstum in einer Volkswirtschaft ist ein entscheidender Indikator für die Geldpolitik. Steigende Löhne bedeuten mehr Konsumausgaben, was in der Regel die Preise antreibt. Im Gegensatz zu volatilen Preistreibern wie Energie gilt das Lohnwachstum als stabiler Inflationsfaktor, da Gehaltserhöhungen schwer zurückgenommen werden können. Zentralbanken achten daher stark auf Lohnwachstumsdaten bei der Festlegung ihrer geldpolitischen Maßnahmen.
Das Gewicht, das Zentralbanken den Arbeitsmarktbedingungen beimessen, variiert je nach ihren Zielen. Einige Institutionen haben explizit erweiterte Mandate, die über die reine Inflationskontrolle hinausgehen und den Arbeitsmarkt betreffen. So verfolgt die US-Notenbank Federal Reserve (Fed) das doppelte Ziel, sowohl maximale Beschäftigung als auch stabile Preise zu fördern. Im Gegensatz dazu konzentriert sich die Europäische Zentralbank (EZB) ausschließlich darauf, die Inflation im Zaum zu halten. Dennoch spielen die Entwicklungen am Arbeitsmarkt für alle Notenbanken eine zentrale Rolle, da sie ein wichtiger Indikator für die wirtschaftliche Gesamtlage sind und in enger Verbindung mit der Inflationsentwicklung stehen.