Das USD/JPY-Paar wird während der asiatischen Sitzung am Mittwoch mit leicht negativer Tendenz gehandelt, bleibt jedoch nahe einem fast vier Wochen alten Hoch, das am Vortag erreicht wurde. Darüber hinaus ist angesichts des fundamentalen Hintergrunds und des Mangels an nachfolgendem Verkaufsdruck Vorsicht geboten, bevor bestätigt werden kann, dass die Spotpreise kurzfristig ihren Höchststand erreicht haben.
Die Händler werden vorsichtig angesichts von Spekulationen, dass die japanischen Behörden erneut eingreifen werden, um die heimische Währung zu stützen. Abgesehen davon stützen die hawkischen Kommentare von Ryozo Himino, stellvertretender Gouverneur der Bank of Japan (BoJ), am Dienstag, wonach die Zentralbank den Zeitpunkt und das Tempo von Zinserhöhungen unter Berücksichtigung der Auswirkungen des Nahostkonflikts prüfen werde, den japanischen Yen. Dies wirkt sich wiederum als Gegenwind auf das USD/JPY-Paar aus.
Die JPY-Bullen scheinen jedoch zögerlich angesichts der Befürchtungen, dass die japanische Wirtschaft aufgrund anhaltender Störungen der Energieversorgung aus dem Nahen Osten erheblichen Belastungen ausgesetzt sein wird. In der jüngsten Entwicklung verurteilte das iranische Außenministerium die erneuten US-Angriffe als Verletzung eines seit Anfang April geltenden Waffenstillstands. Darüber hinaus drohte die Islamische Revolutionsgarde (IRGC) mit Vergeltungsmaßnahmen. Dies hält das geopolitische Risiko aufrecht und begrenzt den JPY.
Unterdessen stützen der US-Iran-Konflikt sowie Wetten darauf, dass die US-Notenbank (Fed) im Jahr 2026 die Zinsen erhöhen wird, weiterhin den Status des US-Dollars (USD) als Reservewährung. Dies trägt weiter dazu bei, das Abwärtspotenzial für das USD/JPY-Paar zu begrenzen. Mangels relevanter, marktbewegender Wirtschaftsdaten macht der fundamentale Hintergrund es ratsam, auf starken nachfolgenden Verkaufsdruck zu warten, um die Grundlage für einen bedeutenden korrigierenden Rückgang zu untermauern.
Der Wert des japanischen Yen hängt stark von der japanischen Wirtschaft, der Geldpolitik der Bank of Japan sowie von den Zinsunterschieden zu den USA ab. Auch das allgemeine Marktumfeld spielt eine Rolle.
Eines der Kernmandate der Bank of Japan ist die Stabilisierung der nationalen Währung, weshalb ihre geldpolitischen Maßnahmen maßgeblichen Einfluss auf den Yen haben. Obwohl direkte Interventionen am Devisenmarkt selten vorkommen, hat die BoJ in der Vergangenheit Schritte unternommen, um den Yen gezielt zu schwächen, meist unter Berücksichtigung der geopolitischen Beziehungen zu ihren Handelspartnern. Die ultralockere Geldpolitik der BoJ, die von 2013 bis 2024 umgesetzt wurde, hat durch eine zunehmende Divergenz gegenüber den geldpolitischen Strategien anderer großer Zentralbanken eine signifikante Abwertung des Yen verursacht. Mit der jüngsten graduellen Straffung dieser expansiven Maßnahmen zeigt der Yen Anzeichen einer Erholung.
Das Festhalten der BoJ an ihrer ultralockeren Geldpolitik hat zu einer zunehmenden Divergenz mit anderen Zentralbanken geführt, insbesondere mit der US-Notenbank. Dies begünstigt eine Ausweitung der Zinsdifferenz zwischen 10-jährigen amerikanischen und japanischen Anleihen, was den US-Dollar gegenüber dem japanischen Yen stärkt.
Der japanische Yen gilt als sogenannte „sichere Hafen“-Währung. In Zeiten von Unsicherheit oder Marktturbulenzen neigen Investoren dazu, ihr Kapital in den Yen umzuschichten, da dieser als stabil und verlässlich gilt. In solchen Phasen steigt der Wert des Yen im Vergleich zu anderen Währungen, die als riskanter eingestuft werden.