Das Paar USD/JPY verliert im frühen asiatischen Handel am Mittwoch an Boden und nähert sich der Marke von 159,20. Spekulationen, dass die japanischen Behörden erneut eingreifen werden, um die Währung zu stützen, geben dem japanischen Yen (JPY) gegenüber dem US-Dollar (USD) etwas Rückhalt.
Der US-Bericht zum Personal Consumption Expenditures (PCE) Preisindex für April wird am Donnerstag im Fokus stehen.
Händler bleiben wegen möglicher weiterer Währungsinterventionen in höchster Alarmbereitschaft, da der führende Devisendiplomat Atsushi Mimura warnte, dass spekulative Short-Positionen weiterhin genau überwacht werden. Finanzministerin Satsuki Katayama erklärte, Japan sei jederzeit bereit, gegen übermäßige Volatilität am Devisenmarkt vorzugehen, wobei sichergestellt werde, dass jede Intervention so durchgeführt wird, dass ein Anstieg der US-Staatsanleihenrenditen vermieden wird.
Der Gouverneur der Bank of Japan (BoJ), Kazuo Ueda, sagte am Mittwoch, dass der aktuelle Nahostkonflikt Japans fünfte große Ölschock darstelle und warnte, dass die Anfangsbedingungen, einschließlich Löhnen, Erwartungen und Wechselkursen, darüber entscheiden werden, ob dieser vorübergehend oder anhaltend ist.
Am Dienstag starteten die Vereinigten Staaten (US) Verteidigungsangriffe auf Boote und Raketenstellungen im Iran, was Befürchtungen vor erneuten Spannungen im Nahen Osten schürte. Die Revolutionsgarde des Iran (IRGC) erklärte, sie behalte sich das „legitime und eindeutige“ Recht vor, auf jegliche Verstöße gegen einen Waffenstillstand durch die USA zu reagieren.
Der Wert des japanischen Yen hängt stark von der japanischen Wirtschaft, der Geldpolitik der Bank of Japan sowie von den Zinsunterschieden zu den USA ab. Auch das allgemeine Marktumfeld spielt eine Rolle.
Eines der Kernmandate der Bank of Japan ist die Stabilisierung der nationalen Währung, weshalb ihre geldpolitischen Maßnahmen maßgeblichen Einfluss auf den Yen haben. Obwohl direkte Interventionen am Devisenmarkt selten vorkommen, hat die BoJ in der Vergangenheit Schritte unternommen, um den Yen gezielt zu schwächen, meist unter Berücksichtigung der geopolitischen Beziehungen zu ihren Handelspartnern. Die ultralockere Geldpolitik der BoJ, die von 2013 bis 2024 umgesetzt wurde, hat durch eine zunehmende Divergenz gegenüber den geldpolitischen Strategien anderer großer Zentralbanken eine signifikante Abwertung des Yen verursacht. Mit der jüngsten graduellen Straffung dieser expansiven Maßnahmen zeigt der Yen Anzeichen einer Erholung.
Das Festhalten der BoJ an ihrer ultralockeren Geldpolitik hat zu einer zunehmenden Divergenz mit anderen Zentralbanken geführt, insbesondere mit der US-Notenbank. Dies begünstigt eine Ausweitung der Zinsdifferenz zwischen 10-jährigen amerikanischen und japanischen Anleihen, was den US-Dollar gegenüber dem japanischen Yen stärkt.
Der japanische Yen gilt als sogenannte „sichere Hafen“-Währung. In Zeiten von Unsicherheit oder Marktturbulenzen neigen Investoren dazu, ihr Kapital in den Yen umzuschichten, da dieser als stabil und verlässlich gilt. In solchen Phasen steigt der Wert des Yen im Vergleich zu anderen Währungen, die als riskanter eingestuft werden.