Das Paar AUD/USD verliert im frühen asiatischen Handel am Donnerstag an Boden und notiert nahe 0,7150. Die enttäuschenden australischen Wirtschaftsdaten und Zuflüsse in sichere Häfen belasten den Australischen Dollar (AUD) gegenüber dem US-Dollar (USD). Händler werden später am Donnerstag die vorläufigen US-Daten zum Einkaufsmanagerindex (EMI) für Mai im Blick behalten.
Am Donnerstag veröffentlichte S&P Global Daten, die zeigten, dass der vorläufige Wert des australischen S&P Global Einkaufsmanagerindex (EMI) für das verarbeitende Gewerbe im Mai auf 50,3 von 51,3 im April zurückging. Der Dienstleistungs-EMI sank im Mai auf 47,7 nach 50,7 im April, während der Composite-EMI im Mai auf 47,8 fiel gegenüber zuvor 50,4.
Darüber hinaus stützen die anhaltenden Spannungen im Nahen Osten und die Unsicherheit rund um die US-Iran-Gespräche weiterhin eine sichere Hafenwährung wie den Greenback und wirken als Gegenwind für das Paar. US-Präsident Donald Trump sagte am Mittwoch laut Bloomberg, die Gespräche mit dem Iran befänden sich in der Endphase. Dennoch bekräftigte Trump auch das Versprechen, in den kommenden Tagen Angriffe wieder aufzunehmen, falls der Iran seinen Bedingungen nicht zustimmt.
Der iranische Präsident Masoud Pezeshkian erklärte, Teheran stehe nicht kurz davor, nachzugeben. „Den Iran durch Zwang zur Kapitulation zu bringen, ist nichts als eine Illusion“, schrieb Pezeshkian auf X.
Der australische Dollar wird maßgeblich von den Zinssätzen der Reserve Bank of Australia sowie den Preisen von Rohstoffen wie Eisenerz beeinflusst, die für die australische Wirtschaft von großer Bedeutung sind. Auch die Entwicklungen in China, dem größten Handelspartner Australiens, spielen eine wichtige Rolle.
Die Reserve Bank of Australia (RBA) beeinflusst den Australischen Dollar (AUD), indem sie den Zinssatz festlegt, zu dem Banken sich gegenseitig Geld leihen. Das Ziel der RBA ist es, die Inflation durch Zinssatzanpassungen im Bereich von 2-3 % zu halten. Hohe Zinssätze im Vergleich zu anderen wichtigen Zentralbanken stützen den AUD, während niedrige Zinssätze ihn schwächen können. Quantitative Lockerungsmaßnahmen wirken in der Regel negativ auf den AUD, während quantitative Straffungsmaßnahmen ihn stärken.
China ist Australiens wichtigster Handelspartner, daher hat die wirtschaftliche Entwicklung in China einen direkten Einfluss auf den Wert des Australischen Dollars (AUD). Läuft die chinesische Wirtschaft gut, steigt die Nachfrage nach australischen Rohstoffen, Gütern und Dienstleistungen, was den AUD stärkt. Schwächelt die chinesische Konjunktur, sinkt die Nachfrage, und der Wert des AUD fällt. Überraschungen bei den Wachstumsdaten aus China – sowohl positive als auch negative – haben deshalb häufig unmittelbare Auswirkungen auf den Wechselkurs des Australischen Dollars und seiner Währungspaare.
Eisenerz ist der wichtigste Export Australiens und erzielte 2021 laut offiziellen Angaben Einnahmen von 118 Milliarden US-Dollar. China ist dabei der größte Abnehmer. Die Preisentwicklung von Eisenerz wirkt sich daher direkt auf den australischen Dollar (AUD) aus: Steigt der Preis, erhöht sich meist auch der Wert des AUD, da die Nachfrage nach der Währung zunimmt. Fällt der Preis, wirkt sich das negativ auf den AUD aus. Höhere Eisenerzpreise begünstigen zudem ein positives Handelsbilanzsaldo Australiens, was sich ebenfalls stützend auf die Landeswährung auswirkt.
Die Handelsbilanz, also die Differenz zwischen den Einnahmen eines Landes aus Exporten und den Ausgaben für Importe, ist ein weiterer wesentlicher Faktor, der den Wert des australischen Dollars beeinflussen kann. Wenn Australien stark nachgefragte Exportgüter produziert, steigt der Wert der Landeswährung aufgrund der höheren Nachfrage aus dem Ausland. Eine positive Handelsbilanz stärkt den australischen Dollar, während ein Handelsbilanzdefizit gegenteilige Auswirkungen hat.