USD/CAD steigt am dritten Tag in Folge leicht an und notiert während der asiatischen Handelszeit am Donnerstag um 1,3750. Der rohstoffgebundene Kanadische Dollar (CAD) kämpft gegenüber dem US-Dollar, da der West Texas Intermediate (WTI)-Ölpreis sich nach einem fast 5%igen Verlust am Vortag stabilisiert. Die Rohölpreise fielen nach einem Bloomberg-Bericht am Mittwoch, der darauf hinwies, dass US-Präsident Donald Trump die laufenden Verhandlungen mit Iran als in der Endphase befindlich bezeichnete.
Präsident Trump bekräftigte jedoch auch das feste Versprechen, militärische Aktionen innerhalb von Tagen wieder aufzunehmen, falls Iran seine Bedingungen ablehnt. Als Reaktion darauf betonte der iranische Präsident Masoud Pezeshkian auf der Social-Media-Plattform X, dass Teheran nicht die Absicht habe, zu kapitulieren, und dass der Versuch, eine Kapitulation durch Zwang zu erzwingen, nichts weiter als eine Illusion sei.
Teheran bewertet derzeit den neuesten Antwortentwurf Washingtons auf seinen 14-Punkte-Vorschlag, der über pakistanische Vermittler übermittelt wurde. Ein möglicher diplomatischer Durchbruch würde wahrscheinlich die Krise der „doppelten Blockade“ lösen, indem beide Nationen ihre jeweiligen maritimen Beschränkungen für den kommerziellen Schiffsverkehr durch die Straße von Hormus aufheben, wo der wichtige Tankerverkehr seit März erheblichen Störungen ausgesetzt ist.
Das USD/CAD-Paar gewinnt an Boden, da der US-Dollar (USD) stabil bleibt, während Händler die wirtschaftlichen Auswirkungen der Friedensverhandlungen zwischen den Vereinigten Staaten (US) und Iran sowie die erhöhten Bedrohungen der wichtigen Schifffahrtsroute Straße von Hormus genau beobachten.
Der Greenback könnte Unterstützung erhalten, da am Mittwoch das Protokoll der April-Sitzung des Federal Open Market Committee (FOMC) veröffentlicht wurde, das einen hawkishen Ton in Bezug auf die Fed-Aussichten erkennen ließ. Die Mehrheit der Federal Reserve (Fed)-Vertreter warnte, dass die Zentralbank wahrscheinlich eine Zinserhöhung in Betracht ziehen müsse, falls die Inflation weiterhin dauerhaft über dem Ziel von 2% bleibe. Das Protokoll hob die zunehmende Besorgnis unter den Fed-Vertretern über inflationsbedingte Druckfaktoren hervor, die durch den Iran-Krieg ausgelöst werden.
Die Schlüsselfaktoren, die den kanadischen Dollar beeinflussen, sind vor allem die Zinspolitik der Bank of Canada, der Ölpreis als Hauptexportgut sowie die gesamtwirtschaftliche Lage des Landes. Auch das wirtschaftliche Verhältnis zu den USA spielt eine entscheidende Rolle.
Die Bank of Canada (BoC) übt erheblichen Einfluss auf den Kanadischen Dollar (CAD) aus, indem sie den Zinssatz festlegt, zu dem Banken sich gegenseitig Geld leihen. Dies wirkt sich auf die allgemeinen Zinssätze im gesamten Wirtschaftskreislauf aus. Das Hauptziel der BoC ist es, die Inflation durch Zinssatzanpassungen im Bereich von 1-3 % zu halten. Höhere Zinssätze wirken in der Regel stützend für den CAD, während quantitative Lockerungsmaßnahmen tendenziell eine abschwächende Wirkung auf die Währung haben.
Der Ölpreis spielt eine zentrale Rolle für den Wert des kanadischen Dollars. Als Kanadas wichtigstes Exportgut beeinflussen Preisschwankungen bei Erdöl den CAD unmittelbar. Steigt der Ölpreis, gewinnt auch der kanadische Dollar an Wert, da die Nachfrage nach der Währung steigt. Fällt der Ölpreis, gilt das Gegenteil. Hohe Ölpreise führen zudem häufig zu einer positiven Handelsbilanz, was den CAD zusätzlich stützt.
Inflation wurde traditionell als Bedrohung für Währungen angesehen, da sie deren Kaufkraft schmälert. Doch in einer globalisierten Welt mit gelockerten Kapitalverkehrskontrollen zeigt sich ein anderes Bild: Höhere Inflation zwingt Zentralbanken oft dazu, die Zinssätze anzuheben. Dies wiederum lockt internationale Investoren an, die nach attraktiven Anlagemöglichkeiten suchen, was die Nachfrage nach der heimischen Währung erhöht – wie im Fall des kanadischen Dollars.
Makroökonomische Datenveröffentlichungen dienen als Barometer für die wirtschaftliche Gesundheit und können den kanadischen Dollar spürbar beeinflussen. Indikatoren wie das Bruttoinlandsprodukt (BIP), die Einkaufsmanagerindizes (PMI) für das verarbeitende Gewerbe und den Dienstleistungssektor, Beschäftigungszahlen sowie Konsumentenstimmungsumfragen spielen hierbei eine zentrale Rolle. Eine robuste wirtschaftliche Lage stärkt den kanadischen Dollar. Sie lockt nicht nur vermehrt ausländische Investitionen an, sondern könnte die Bank of Canada dazu veranlassen, die Zinsen anzuheben, was den CAD weiter stützt. Schwache Wirtschaftsdaten hingegen dürften zu einer Abwertung der Währung führen.