Das Paar NZD/USD fällt am frühen Freitag im europäischen Handel auf rund 0,5860. Der Neuseeland-Dollar (NZD) schwächt sich gegenüber dem US-Dollar (USD) in einer vorsichtigen Stimmung ab, da Händler auf weitere Details zum zweiten Tag eines hochrangigen Gipfels zwischen US-Präsident Donald Trump und seinem chinesischen Amtskollegen Xi Jinping in Peking warten.
Trump erklärte, er habe „fantastische Handelsabkommen“ mit dem chinesischen Präsidenten Xi Jinping abgeschlossen, als er am Freitag seinen Besuch in Peking beendete. Zum Thema Iran sagte Trump: „Wir haben viele verschiedene Probleme gelöst, die andere nicht hätten lösen können.“
Am Donnerstag zuvor hatte Trump erklärt, dass Chinas Führer Xi Jinping angeboten habe, bei der Aushandlung eines Endes des Krieges mit dem Iran zu helfen und die Straße von Hormus für den globalen Schiffsverkehr offen zu halten. Die Unsicherheit bleibt jedoch hoch, und das Ausbleiben von Fortschritten bei der Öffnung der Straße von Hormus könnte den China-Proxy Kiwi belasten, da China ein wichtiger Handelspartner Neuseelands ist.
Die in dieser Woche veröffentlichten US-Konjunkturdaten zeigten, dass die Inflation des US-Erzeugerpreisindex (EPI) im April auf das schnellste Tempo seit 2022 beschleunigte, während der Verbraucherpreisindex (VPI) den stärksten Anstieg seit 2023 verzeichnete. Diese US-Inflationsberichte haben die Hoffnungen auf weitere Zinssenkungen der US-Notenbank Federal Reserve (Fed) gedämpft, was dem Greenback etwas Unterstützung bietet und für das Paar als Gegenwind wirkt.
Laut dem CME FedWatch-Tool preisen die Finanzmärkte nun eine Wahrscheinlichkeit von fast 36,9 % ein, dass die US-Notenbank auf der Dezember-Sitzung den Leitzins um mindestens 25 Basispunkte (bps) anheben wird, nach 22,5 % vor einer Woche.
Der neuseeländische Dollar wird stark durch die Gesundheit der neuseeländischen Wirtschaft sowie den Einfluss Chinas, des größten Handelspartners des Landes, geprägt. Auch die Preise für Milchprodukte, Neuseelands wichtigstem Export, spielen eine zentrale Rolle.
Die Reserve Bank of New Zealand (RBNZ) strebt eine Inflationsrate von 1-3 % an und setzt entsprechende Zinssätze fest. Bei hoher Inflation erhöht die RBNZ die Zinsen, um die Wirtschaft abzukühlen, was den Neuseeland-Dollar (NZD) stützt. Niedrige Zinsen hingegen schwächen den NZD. Auch die Zinsdifferenz zu den USA spielt eine wichtige Rolle im Währungspaar NZD/USD.
Die Veröffentlichung makroökonomischer Daten in Neuseeland ist ein entscheidender Indikator für den Zustand der Wirtschaft und hat direkte Auswirkungen auf den Wert des neuseeländischen Dollars (NZD). Eine robuste Wirtschaft, geprägt von starkem Wachstum, niedriger Arbeitslosigkeit und hoher Zuversicht, wirkt sich positiv auf den NZD aus. Ein solides Wirtschaftswachstum zieht ausländische Investitionen an und könnte die Reserve Bank of New Zealand dazu bewegen, die Zinssätze anzuheben – insbesondere, wenn diese Dynamik mit einem Anstieg der Inflation einhergeht. Schwache Wirtschaftsdaten hingegen könnten den NZD unter Druck setzen und zu einer Abwertung führen.
Der neuseeländische Dollar (NZD) zeigt typischerweise Stärke in Phasen eines "Risk-on"-Marktumfelds, wenn Anleger von einem geringen Risiko und positiven Wachstumsaussichten ausgehen. In solchen Zeiten profitieren Rohstoffe und sogenannte Rohstoffwährungen wie der Kiwi von einer optimistischeren Einschätzung. Im Gegenzug gerät der NZD in Zeiten wirtschaftlicher Unsicherheit oder Marktturbulenzen unter Druck, da Investoren vermehrt risikoreiche Anlagen abstoßen und sich in stabilere, sichere Häfen zurückziehen.