Das Paar EUR/USD handelt im frühen asiatischen Handel am Freitag im negativen Bereich nahe 1,1660. Der US-Dollar (USD) gewinnt gegenüber dem Euro (EUR) leicht an Wert, da die steigende US-Inflation, die mit den Spannungen im Nahen Osten zusammenhängt, die Erwartungen verstärkt, dass die US-Notenbank (Fed) die Zinsen länger hoch halten oder möglicherweise anheben wird.
Die in dieser Woche veröffentlichten US-Wirtschaftsdaten zeigten, dass die Inflation des US-Erzeugerpreisindex (EPI) im April auf das schnellste Tempo seit 2022 beschleunigte, während der Verbraucherpreisindex (VPI) den stärksten Anstieg seit 2023 verzeichnete. Die unerwartet hohe US-Inflation hat die Aussicht auf einen „höher für länger“ US-Zinssatz verstärkt, was den Greenback stützt und für das Hauptwährungspaar als Gegenwind wirkt.
Die Märkte rechnen nun laut dem CME FedWatch-Tool mit einer Wahrscheinlichkeit von fast 36,9 %, dass die US-Zentralbank die Zinsen bei der Dezember-Sitzung um mindestens 25 Basispunkte (bps) anheben wird, gegenüber 22,5 % vor einer Woche.
Dennoch könnten positive Entwicklungen im Zusammenhang mit dem Treffen zwischen US-Präsident Donald Trump und dem chinesischen Präsidenten Xi Jinping in Peking risikoreichere Anlagen wie die Gemeinschaftswährung stützen.
Trump sagte am Donnerstag, er hoffe, dass die Beziehung zwischen den USA und China „stärker und besser als je zuvor“ werde, und fügte hinzu, dass Xi Hilfe zur Lösung des Konflikts angeboten und zugesagt habe, dem Iran keine militärische Ausrüstung zu liefern. Xi möchte auch die kritische Straße von Hormus wieder öffnen sehen.
Der Euro ist die Währung der 19 Länder der Europäischen Union, die zur Eurozone gehören. Nach dem US-Dollar ist er die am zweithäufigsten gehandelte Währung der Welt. Im Jahr 2022 machte er 31 % aller Devisentransaktionen aus, mit einem durchschnittlichen Tagesumsatz von über 2,2 Billionen US-Dollar pro Tag. Der EUR/USD ist das am meisten gehandelte Währungspaar der Welt und macht schätzungsweise 30 % aller Transaktionen aus. Es folgen der EUR/JPY mit 4 %, der EUR/GBP mit 3 % und der EUR/AUD mit 2 %.
Die Europäische Zentralbank (EZB) in Frankfurt, Deutschland, ist die Zentralbank der Eurozone. Sie legt die Zinssätze fest und steuert die Geldpolitik. Das Hauptziel der EZB ist die Preisstabilität, was entweder die Kontrolle der Inflation oder die Förderung des Wachstums bedeutet. Ihr wichtigstes Instrument ist die Anhebung oder Senkung der Zinssätze. Relativ hohe Zinssätze oder die Erwartung höherer Zinssätze stärken in der Regel den Euro und umgekehrt. Der EZB-Rat trifft geldpolitische Entscheidungen in acht Sitzungen pro Jahr. Diese werden von den Leitern der nationalen Zentralbanken der Eurozone und sechs ständigen Mitgliedern, darunter EZB-Präsidentin Christine Lagarde, getroffen.
Die Inflation in der Eurozone, gemessen am harmonisierten Verbraucherpreisindex (HVPI), ist ein entscheidender Faktor für den Euro. Übertrifft die Inflation die Erwartungen und das Ziel von 2 % der Europäischen Zentralbank (EZB), wird die EZB wahrscheinlich die Zinsen anheben müssen, um die Preisstabilität zu sichern. Höhere Zinsen im Vergleich zu anderen Währungsräumen machen den Euro attraktiver für globale Investoren und stärken somit die Währung.
Veröffentlichungen von Wirtschaftsdaten beeinflussen die Gesundheit der Wirtschaft und somit den Euro. Indikatoren wie das Bruttoinlandsprodukt (BIP), Einkaufsmanagerindizes (PMI), Beschäftigungszahlen und Konsumentenstimmung geben Hinweise auf die Entwicklung der gemeinsamen Währung. Eine starke Wirtschaft stützt den Euro, da sie ausländische Investitionen anzieht und möglicherweise die Europäische Zentralbank (EZB) zu Zinserhöhungen bewegt. Schwache Daten hingegen lassen den Euro oft fallen. Besonders relevant sind hierbei die Daten der vier größten Volkswirtschaften des Euroraums – Deutschland, Frankreich, Italien und Spanien –, die rund 75 % der Eurozonen-Wirtschaft ausmachen.
Ein entscheidender Faktor für den Euro ist die Handelsbilanz, die den Unterschied zwischen den Einnahmen aus Exporten und den Ausgaben für Importe eines Landes über einen bestimmten Zeitraum misst. Wenn ein Land gefragte Exportgüter herstellt, erhöht sich die Nachfrage nach seiner Währung, da ausländische Käufer diese Waren erwerben wollen. Eine positive Handelsbilanz stärkt somit den Euro, während ein Handelsdefizit die Währung unter Druck setzen kann.