Das Paar AUD/USD verliert im asiatischen Handel am Donnerstag an Boden und notiert nahe 0,7250. Höher als erwartete US-Inflationsdaten stützen den US-Dollar (USD) gegenüber dem Australischen Dollar (AUD). Die Marktteilnehmer werden das Gipfeltreffen zwischen US-Präsident Donald Trump und dem chinesischen Präsidenten Xi Jinping in Peking sowie die Veröffentlichung der US-Einzelhandelsumsätze für April später am Donnerstag genau beobachten.
Die US-Erzeugerpreise verzeichneten im April den größten Anstieg seit vier Jahren und stützen den Greenback. Daten des US Bureau of Labor Statistics vom Mittwoch zeigten, dass der US-Erzeugerpreisindex (PPI) im April im Jahresvergleich um 6,0 % sprang, nach 4,3 % zuvor. Auf Monatsbasis stieg die PPI-Inflation im April auf 1,4 % von 0,7 % im März und lag damit deutlich über der Schätzung von 0,5 %.
Die Händler werden am Donnerstag weitere Hinweise aus dem US-Einzelhandelsumsatzbericht ziehen. Der Markt erwartet, dass die Einzelhandelsumsätze im April im Monatsvergleich um 0,5 % steigen, nach 1,7 % im März. Jegliche Anzeichen für höhere Inflationsberichte könnten den USD stärken und dem Paar Gegenwind verleihen.
Bloomberg berichtete am Mittwoch, dass Trump zu einem Staatsbesuch in Peking eingetroffen ist, wo er sich mit Xi Jinping treffen wird, um Themen wie Handel und den Iran-Krieg zu besprechen. Dies ist der erste Staatsbesuch eines US-Führers in China seit neun Jahren. Positive Entwicklungen in den US-chinesischen Gesprächen könnten den China-abhängigen Aussie beflügeln, da China ein wichtiger Handelspartner Australiens ist.
Der australische Dollar wird maßgeblich von den Zinssätzen der Reserve Bank of Australia sowie den Preisen von Rohstoffen wie Eisenerz beeinflusst, die für die australische Wirtschaft von großer Bedeutung sind. Auch die Entwicklungen in China, dem größten Handelspartner Australiens, spielen eine wichtige Rolle.
Die Reserve Bank of Australia (RBA) beeinflusst den Australischen Dollar (AUD), indem sie den Zinssatz festlegt, zu dem Banken sich gegenseitig Geld leihen. Das Ziel der RBA ist es, die Inflation durch Zinssatzanpassungen im Bereich von 2-3 % zu halten. Hohe Zinssätze im Vergleich zu anderen wichtigen Zentralbanken stützen den AUD, während niedrige Zinssätze ihn schwächen können. Quantitative Lockerungsmaßnahmen wirken in der Regel negativ auf den AUD, während quantitative Straffungsmaßnahmen ihn stärken.
China ist Australiens wichtigster Handelspartner, daher hat die wirtschaftliche Entwicklung in China einen direkten Einfluss auf den Wert des Australischen Dollars (AUD). Läuft die chinesische Wirtschaft gut, steigt die Nachfrage nach australischen Rohstoffen, Gütern und Dienstleistungen, was den AUD stärkt. Schwächelt die chinesische Konjunktur, sinkt die Nachfrage, und der Wert des AUD fällt. Überraschungen bei den Wachstumsdaten aus China – sowohl positive als auch negative – haben deshalb häufig unmittelbare Auswirkungen auf den Wechselkurs des Australischen Dollars und seiner Währungspaare.
Eisenerz ist der wichtigste Export Australiens und erzielte 2021 laut offiziellen Angaben Einnahmen von 118 Milliarden US-Dollar. China ist dabei der größte Abnehmer. Die Preisentwicklung von Eisenerz wirkt sich daher direkt auf den australischen Dollar (AUD) aus: Steigt der Preis, erhöht sich meist auch der Wert des AUD, da die Nachfrage nach der Währung zunimmt. Fällt der Preis, wirkt sich das negativ auf den AUD aus. Höhere Eisenerzpreise begünstigen zudem ein positives Handelsbilanzsaldo Australiens, was sich ebenfalls stützend auf die Landeswährung auswirkt.
Die Handelsbilanz, also die Differenz zwischen den Einnahmen eines Landes aus Exporten und den Ausgaben für Importe, ist ein weiterer wesentlicher Faktor, der den Wert des australischen Dollars beeinflussen kann. Wenn Australien stark nachgefragte Exportgüter produziert, steigt der Wert der Landeswährung aufgrund der höheren Nachfrage aus dem Ausland. Eine positive Handelsbilanz stärkt den australischen Dollar, während ein Handelsbilanzdefizit gegenteilige Auswirkungen hat.