Das Paar AUD/USD fällt im frühen europäischen Handel am Dienstag auf rund 0,7145. Der australische Dollar (AUD) bleibt trotz einer weithin erwarteten Zinserhöhung um 25 Basispunkte (bps) durch die Reserve Bank of Australia (RBA) schwach.
Die RBA erhöhte ihren Leitzins (Official Cash Rate, OCR) nach Abschluss ihrer geldpolitischen Sitzung im Mai von 4,10 % auf 4,35 %. Laut der geldpolitischen Erklärung der RBA verzeichnete die Zentralbank eine deutliche Zunahme der Unsicherheit hinsichtlich des inländischen Wirtschaftsausblicks und der Inflation.
RBA-Gouverneurin Michele Bullock erklärte, die aktuelle Geldpolitik sei „etwas restriktiv“ und biete dem Vorstand Raum, die Entwicklung des Nahostkonflikts und der inländischen Daten zu beobachten.
Im Tages-Chart zeigt AUD/USD eine konstruktive kurzfristige Tendenz, da der Kurs im Wesentlichen auf dem 20-Perioden-Bollinger-Simple-Moving-Average liegt und den kurzfristigen Trend nach dem jüngsten Pullback von den Höchstständen dieser Woche stützt. Der 100-Tage-Exponential Moving Average (EMA) liegt deutlich unter dem Kurs und verstärkt den breiteren Aufwärtstrend, während der Relative Strength Index (14) bei rund 54 ein moderat positives, aber nicht überdehntes Momentum signalisiert.
Auf der Unterseite liegt die erste Unterstützung an der Bollinger-Mittellinie beim Tief vom 30. April bei 0,7110, gefolgt vom unteren Bollinger-Band nahe 0,7060 und dann dem 100-Tage-EMA bei 0,6963, wo eine tiefere Korrektur erwartet wird, die Käufer für einen Dip anziehen dürfte. Auf der Oberseite stellt das nächste nennenswerte Widerstandsniveau das obere Bollinger-Band bei rund 0,7230 dar, und ein klarer Durchbruch über diese Marke würde den bullischen Ton verstärken und den Weg für eine Fortsetzung des breiteren Aufwärtstrends öffnen.
(Die technische Analyse dieser Meldung wurde mit Hilfe eines KI-Tools erstellt.)
Der australische Dollar wird maßgeblich von den Zinssätzen der Reserve Bank of Australia sowie den Preisen von Rohstoffen wie Eisenerz beeinflusst, die für die australische Wirtschaft von großer Bedeutung sind. Auch die Entwicklungen in China, dem größten Handelspartner Australiens, spielen eine wichtige Rolle.
Die Reserve Bank of Australia (RBA) beeinflusst den Australischen Dollar (AUD), indem sie den Zinssatz festlegt, zu dem Banken sich gegenseitig Geld leihen. Das Ziel der RBA ist es, die Inflation durch Zinssatzanpassungen im Bereich von 2-3 % zu halten. Hohe Zinssätze im Vergleich zu anderen wichtigen Zentralbanken stützen den AUD, während niedrige Zinssätze ihn schwächen können. Quantitative Lockerungsmaßnahmen wirken in der Regel negativ auf den AUD, während quantitative Straffungsmaßnahmen ihn stärken.
China ist Australiens wichtigster Handelspartner, daher hat die wirtschaftliche Entwicklung in China einen direkten Einfluss auf den Wert des Australischen Dollars (AUD). Läuft die chinesische Wirtschaft gut, steigt die Nachfrage nach australischen Rohstoffen, Gütern und Dienstleistungen, was den AUD stärkt. Schwächelt die chinesische Konjunktur, sinkt die Nachfrage, und der Wert des AUD fällt. Überraschungen bei den Wachstumsdaten aus China – sowohl positive als auch negative – haben deshalb häufig unmittelbare Auswirkungen auf den Wechselkurs des Australischen Dollars und seiner Währungspaare.
Eisenerz ist der wichtigste Export Australiens und erzielte 2021 laut offiziellen Angaben Einnahmen von 118 Milliarden US-Dollar. China ist dabei der größte Abnehmer. Die Preisentwicklung von Eisenerz wirkt sich daher direkt auf den australischen Dollar (AUD) aus: Steigt der Preis, erhöht sich meist auch der Wert des AUD, da die Nachfrage nach der Währung zunimmt. Fällt der Preis, wirkt sich das negativ auf den AUD aus. Höhere Eisenerzpreise begünstigen zudem ein positives Handelsbilanzsaldo Australiens, was sich ebenfalls stützend auf die Landeswährung auswirkt.
Die Handelsbilanz, also die Differenz zwischen den Einnahmen eines Landes aus Exporten und den Ausgaben für Importe, ist ein weiterer wesentlicher Faktor, der den Wert des australischen Dollars beeinflussen kann. Wenn Australien stark nachgefragte Exportgüter produziert, steigt der Wert der Landeswährung aufgrund der höheren Nachfrage aus dem Ausland. Eine positive Handelsbilanz stärkt den australischen Dollar, während ein Handelsbilanzdefizit gegenteilige Auswirkungen hat.