Das Währungspaar EUR/USD handelt am Dienstag im frühen asiatischen Handel im negativen Bereich um 1,1690. Der Euro (EUR) schwächt sich gegenüber dem US-Dollar (USD) angesichts der steigenden Spannungen im Nahen Osten ab, nachdem der Iran die Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) angegriffen hat. Die Händler werden den US-amerikanischen ISM-Einkaufsmanagerindex (PMI) für den Dienstleistungssektor im April beobachten, der später am Dienstag veröffentlicht wird.
CNBC berichtete am Montag, dass die VAE von iranischen Drohnen und Raketen angegriffen wurden, während die USA erklärten, iranische Boote in der Straße von Hormus versenkt zu haben. US-Präsident Donald Trump warnte den Iran, dass er „von der Erdoberfläche weggeblasen“ werde, wenn er US-Schiffe angreift, die Handelsschiffe beim Durchqueren der Straße schützen. Die Befürchtung eines verschärften oder verlängerten Krieges könnte eine sichere Hafenwährung wie den Greenback stärken und Gegenwind für das wichtige Währungspaar erzeugen.
Auf der anderen Seite des Atlantiks könnten hawkische Äußerungen der Entscheidungsträger der Europäischen Zentralbank (EZB) dazu beitragen, die Verluste der Gemeinschaftswährung zu begrenzen. Bundesbankpräsident Joachim Nagel sagte am Montag, dass die EZB die Zinsen im Juni anheben müsse, falls sich der Inflationsausblick in den kommenden Wochen nicht deutlich verbessert.
Die EZB beließ die Zinsen letzte Woche unverändert. Laut der Erklärung sagte die Zentralbank, der Inflationsausblick sei weitgehend unverändert, und fügte hinzu, dass „die Aufwärtsrisiken für die Inflation und die Abwärtsrisiken für das Wachstum zugenommen haben.“
Der Euro ist die Währung der 19 Länder der Europäischen Union, die zur Eurozone gehören. Nach dem US-Dollar ist er die am zweithäufigsten gehandelte Währung der Welt. Im Jahr 2022 machte er 31 % aller Devisentransaktionen aus, mit einem durchschnittlichen Tagesumsatz von über 2,2 Billionen US-Dollar pro Tag. Der EUR/USD ist das am meisten gehandelte Währungspaar der Welt und macht schätzungsweise 30 % aller Transaktionen aus. Es folgen der EUR/JPY mit 4 %, der EUR/GBP mit 3 % und der EUR/AUD mit 2 %.
Die Europäische Zentralbank (EZB) in Frankfurt, Deutschland, ist die Zentralbank der Eurozone. Sie legt die Zinssätze fest und steuert die Geldpolitik. Das Hauptziel der EZB ist die Preisstabilität, was entweder die Kontrolle der Inflation oder die Förderung des Wachstums bedeutet. Ihr wichtigstes Instrument ist die Anhebung oder Senkung der Zinssätze. Relativ hohe Zinssätze oder die Erwartung höherer Zinssätze stärken in der Regel den Euro und umgekehrt. Der EZB-Rat trifft geldpolitische Entscheidungen in acht Sitzungen pro Jahr. Diese werden von den Leitern der nationalen Zentralbanken der Eurozone und sechs ständigen Mitgliedern, darunter EZB-Präsidentin Christine Lagarde, getroffen.
Die Inflation in der Eurozone, gemessen am harmonisierten Verbraucherpreisindex (HVPI), ist ein entscheidender Faktor für den Euro. Übertrifft die Inflation die Erwartungen und das Ziel von 2 % der Europäischen Zentralbank (EZB), wird die EZB wahrscheinlich die Zinsen anheben müssen, um die Preisstabilität zu sichern. Höhere Zinsen im Vergleich zu anderen Währungsräumen machen den Euro attraktiver für globale Investoren und stärken somit die Währung.
Veröffentlichungen von Wirtschaftsdaten beeinflussen die Gesundheit der Wirtschaft und somit den Euro. Indikatoren wie das Bruttoinlandsprodukt (BIP), Einkaufsmanagerindizes (PMI), Beschäftigungszahlen und Konsumentenstimmung geben Hinweise auf die Entwicklung der gemeinsamen Währung. Eine starke Wirtschaft stützt den Euro, da sie ausländische Investitionen anzieht und möglicherweise die Europäische Zentralbank (EZB) zu Zinserhöhungen bewegt. Schwache Daten hingegen lassen den Euro oft fallen. Besonders relevant sind hierbei die Daten der vier größten Volkswirtschaften des Euroraums – Deutschland, Frankreich, Italien und Spanien –, die rund 75 % der Eurozonen-Wirtschaft ausmachen.
Ein entscheidender Faktor für den Euro ist die Handelsbilanz, die den Unterschied zwischen den Einnahmen aus Exporten und den Ausgaben für Importe eines Landes über einen bestimmten Zeitraum misst. Wenn ein Land gefragte Exportgüter herstellt, erhöht sich die Nachfrage nach seiner Währung, da ausländische Käufer diese Waren erwerben wollen. Eine positive Handelsbilanz stärkt somit den Euro, während ein Handelsdefizit die Währung unter Druck setzen kann.