Das Währungspaar EUR/GBP verliert im frühen europäischen Handel am Freitag an Dynamik und nähert sich der Marke von 0,8620. Das Pfund Sterling (GBP) legt gegenüber dem Euro (EUR) nach geldpolitischen Entscheidungen sowohl der Bank of England (BoE) als auch der Europäischen Zentralbank (EZB) leicht zu.
Die BoE beließ die Zinssätze auf ihrer März-Sitzung am Donnerstag wie erwartet unverändert bei 3,75%. BoE-Gouverneur Andrew Bailey erklärte, dass der Konflikt im Nahen Osten einen „Schock für die Wirtschaft“ verursachen werde, der die Inflation kurzfristig ansteigen lasse, und fügte hinzu, dass die Wiederherstellung sicherer Schifffahrtswege durch die Straße von Hormus entscheidend sei, um den Anstieg der Energiepreise zu bekämpfen.
Die EZB entschied sich auf ihrer jüngsten geldpolitischen Sitzung am Donnerstag, die Zinssätze unverändert zu lassen, und erklärte, der Krieg im Iran habe die Aussichten „erheblich unsicherer“ gemacht. Die Entscheidungsträger sagten, der Konflikt habe „Aufwärtsrisiken für die Inflation und Abwärtsrisiken für das Wirtschaftswachstum“ geschaffen, was Händler dazu veranlasste, ihre Wetten auf mögliche Zinserhöhungen der EZB später in diesem Jahr zu erhöhen.
Zinssätze sind der Preis für das Leihen von Geld und werden sowohl von Finanzinstituten an Kreditnehmer als auch an Sparer ausgezahlt. Zentralbanken beeinflussen sie durch ihre Leitzinsentscheidungen, um die Wirtschaft zu stabilisieren und die Inflation im Zielbereich von etwa 2 % zu halten.
Höhere Zinssätze stärken in der Regel die Währung eines Landes, da sie es für globale Investoren attraktiver machen, ihr Geld dort anzulegen.
Hohe Zinsen setzen den Goldpreis unter Druck, da Anleger höhere Renditen bei zinstragenden Anlagen erzielen können. Ein starker US-Dollar, der oft mit steigenden Zinsen einhergeht, senkt zusätzlich den Goldpreis, da Gold in Dollar notiert wird und ein stärkerer Dollar die Kaufkraft anderer Währungen verringert.
Der Fed-Funds-Zins ist der Übernachtzins, zu dem sich US-Banken gegenseitig Geld leihen. Dieser Leitzins wird in den geldpolitischen Sitzungen der Federal Reserve festgelegt und beeinflusst maßgeblich das Verhalten der Finanzmärkte. Die Markterwartungen in Bezug auf künftige Zinssätze werden durch das CME FedWatch Tool erfasst, das eine Orientierungshilfe für Investoren bietet.