Der Australische Dollar hält einen starken Aufwärtstrend auf dem Tages-Chart, wobei der Preis deutlich über dem 50 Exponential Moving Average (EMA) bei 0,6797 und dem 200 EMA bei 0,6611 notiert und eine fest bullische Struktur höherer Hochs und höherer Tiefs seit dem Zwischentief Ende November nahe 0,6421 bestätigt. In der Sitzung am Montag erreichte AUD/USD frische Dreijahreshochs bei 0,7099 und testete die psychologisch bedeutende Marke von 0,7100, bevor es auf etwa 0,7072 zurückfiel. Die Rallye von der Basis im Dezember nahe 0,6500 war steil und weitgehend ununterbrochen, wobei das Paar die 0,7000-Marke zum ersten Mal seit Februar 2023 überschritt. Die Lücke zwischen Preis und 50 EMA weitet sich weiter aus, was darauf hindeutet, dass die Bewegung überdehnt wird, während die kürzliche Zinserhöhung der Reserve Bank of Australia (RBA) um 25 Basispunkte auf 3,85% und der dovishen Zinspfad der Federal Reserve (Fed) einen fundamentalen Rückenwind durch die politische Divergenz bieten.
Der Stochastische Oszillator (14, 5, 5) auf dem Tages-Chart dreht sich am oberen Ende und testet überkaufte Bereiche, was auf nachlassendes Aufwärtsmomentum hinweist und die Wahrscheinlichkeit eines kurzfristigen Pullbacks oder einer Konsolidierungsphase erhöht. Sofortiger Widerstand liegt am Sitzungshoch von 0,7099, mit dem nächsten Aufwärtsziel am 2023-Hoch nahe 0,7157, falls Käufer einen sauberen Durchbruch über 0,7100 erzwingen können. Auf der Abwärtsseite liegt die Unterstützung auf der psychologischen Ebene von 0,7000, gefolgt von der Gruppe der kürzlichen Konsolidierungstiefs um 0,6950 und 0,6896. Das wichtigste Ereignisrisiko für dieses Paar steht am Mittwoch mit der verzögerten Veröffentlichung der Non-Farm Payrolls (NFP) für Januar an, die ursprünglich für den 6. Februar geplant war, aber aufgrund der teilweisen Regierungsstilllegung auf den 11. Februar verschoben wurde. Der Konsens erwartet einen Anstieg um 70K im Vergleich zu 50K im Dezember, zusammen mit der jährlichen Benchmarkrevision und den Arbeitslosenquotendaten. Ein schwächer als erwarteter NFP-Wert würde wahrscheinlich die Schwäche des US-Dollars verstärken und einen weiteren Anstieg in Richtung 0,7160 anheizen, während ein starker Bericht einen schärferen korrigierenden Pullback auslösen könnte, angesichts der bereits gestreckten Positionierung. Mehrere Fed-Sprecher (Schmid, Bowman, Hammack) sind ebenfalls für Mittwoch angesetzt, was zusätzliches Volatilitätspotenzial rund um die Datenveröffentlichung hinzufügt.


Der australische Dollar wird maßgeblich von den Zinssätzen der Reserve Bank of Australia sowie den Preisen von Rohstoffen wie Eisenerz beeinflusst, die für die australische Wirtschaft von großer Bedeutung sind. Auch die Entwicklungen in China, dem größten Handelspartner Australiens, spielen eine wichtige Rolle.
Die Reserve Bank of Australia (RBA) beeinflusst den Australischen Dollar (AUD), indem sie den Zinssatz festlegt, zu dem Banken sich gegenseitig Geld leihen. Das Ziel der RBA ist es, die Inflation durch Zinssatzanpassungen im Bereich von 2-3 % zu halten. Hohe Zinssätze im Vergleich zu anderen wichtigen Zentralbanken stützen den AUD, während niedrige Zinssätze ihn schwächen können. Quantitative Lockerungsmaßnahmen wirken in der Regel negativ auf den AUD, während quantitative Straffungsmaßnahmen ihn stärken.
China ist Australiens wichtigster Handelspartner, daher hat die wirtschaftliche Entwicklung in China einen direkten Einfluss auf den Wert des Australischen Dollars (AUD). Läuft die chinesische Wirtschaft gut, steigt die Nachfrage nach australischen Rohstoffen, Gütern und Dienstleistungen, was den AUD stärkt. Schwächelt die chinesische Konjunktur, sinkt die Nachfrage, und der Wert des AUD fällt. Überraschungen bei den Wachstumsdaten aus China – sowohl positive als auch negative – haben deshalb häufig unmittelbare Auswirkungen auf den Wechselkurs des Australischen Dollars und seiner Währungspaare.
Eisenerz ist der wichtigste Export Australiens und erzielte 2021 laut offiziellen Angaben Einnahmen von 118 Milliarden US-Dollar. China ist dabei der größte Abnehmer. Die Preisentwicklung von Eisenerz wirkt sich daher direkt auf den australischen Dollar (AUD) aus: Steigt der Preis, erhöht sich meist auch der Wert des AUD, da die Nachfrage nach der Währung zunimmt. Fällt der Preis, wirkt sich das negativ auf den AUD aus. Höhere Eisenerzpreise begünstigen zudem ein positives Handelsbilanzsaldo Australiens, was sich ebenfalls stützend auf die Landeswährung auswirkt.
Die Handelsbilanz, also die Differenz zwischen den Einnahmen eines Landes aus Exporten und den Ausgaben für Importe, ist ein weiterer wesentlicher Faktor, der den Wert des australischen Dollars beeinflussen kann. Wenn Australien stark nachgefragte Exportgüter produziert, steigt der Wert der Landeswährung aufgrund der höheren Nachfrage aus dem Ausland. Eine positive Handelsbilanz stärkt den australischen Dollar, während ein Handelsbilanzdefizit gegenteilige Auswirkungen hat.