Das USD/JPY-Paar gewinnt im frühen asiatischen Handel am Freitag an Momentum und erreicht ein Zwei-Wochen-Hoch nahe 157,00. Der japanische Yen (JPY) bleibt vor den Neuwahlen am Sonntag unter Verkaufsdruck gegenüber dem US-Dollar (USD). Die vorläufige Lesung des Michigan Consumer Sentiment Index-Berichts für Februar wird später am Freitag veröffentlicht.
Die Märkte erwarten, dass ein Sieg der japanischen Premierministerin Sanae Takaichi zu einem erweiterten fiskalischen Stimulus führen und die Schwäche des JPY fortsetzen wird. Takaichi erklärte, dass sie plant, ab April eine zweijährige Aussetzung der 8%igen Verbrauchsteuer auf Lebensmittel und Getränke einzuführen. Dies wirft Bedenken hinsichtlich der fiskalischen Aussichten Japans auf, angesichts der Ängste vor schuldenfinanzierten Ausgaben.
Allerdings könnte das Aufwärtspotenzial für das Paar angesichts schwächer als erwarteter US-Arbeitsmarktdaten begrenzt sein. Die US-Stellenangebote fielen im Dezember unerwartet auf den niedrigsten Stand seit 2020, während die Entlassungen zunahmen. Unternehmen meldeten im Januar die meisten Stellenstreichungen seit der Großen Rezession 2009, während die Anträge auf US-Arbeitslosenunterstützung in der letzten Woche stärker als prognostiziert anstiegen. Eine teilweise Regierungsstilllegung verzögerte die Daten zu den Nonfarm Payrolls (NFP) für Januar auf den 11. Februar, die ursprünglich für Freitag geplant waren.
Die Gouverneurin der Federal Reserve (Fed), Lisa Cook, sagte am Montag, dass sie sich mehr um den stockenden Fortschritt bei der Inflation als um einen schwächelnden Arbeitsmarkt sorgt. Ihre Bemerkungen deuteten darauf hin, dass sie eine weitere Zinssenkung nicht unterstützen wird, bis die durch Zölle verursachten Preisdruck nachlässt.
Der Wert des japanischen Yen hängt stark von der japanischen Wirtschaft, der Geldpolitik der Bank of Japan sowie von den Zinsunterschieden zu den USA ab. Auch das allgemeine Marktumfeld spielt eine Rolle.
Eines der Kernmandate der Bank of Japan ist die Stabilisierung der nationalen Währung, weshalb ihre geldpolitischen Maßnahmen maßgeblichen Einfluss auf den Yen haben. Obwohl direkte Interventionen am Devisenmarkt selten vorkommen, hat die BoJ in der Vergangenheit Schritte unternommen, um den Yen gezielt zu schwächen, meist unter Berücksichtigung der geopolitischen Beziehungen zu ihren Handelspartnern. Die ultralockere Geldpolitik der BoJ, die von 2013 bis 2024 umgesetzt wurde, hat durch eine zunehmende Divergenz gegenüber den geldpolitischen Strategien anderer großer Zentralbanken eine signifikante Abwertung des Yen verursacht. Mit der jüngsten graduellen Straffung dieser expansiven Maßnahmen zeigt der Yen Anzeichen einer Erholung.
Das Festhalten der BoJ an ihrer ultralockeren Geldpolitik hat zu einer zunehmenden Divergenz mit anderen Zentralbanken geführt, insbesondere mit der US-Notenbank. Dies begünstigt eine Ausweitung der Zinsdifferenz zwischen 10-jährigen amerikanischen und japanischen Anleihen, was den US-Dollar gegenüber dem japanischen Yen stärkt.
Der japanische Yen gilt als sogenannte „sichere Hafen“-Währung. In Zeiten von Unsicherheit oder Marktturbulenzen neigen Investoren dazu, ihr Kapital in den Yen umzuschichten, da dieser als stabil und verlässlich gilt. In solchen Phasen steigt der Wert des Yen im Vergleich zu anderen Währungen, die als riskanter eingestuft werden.