Das Währungspaar EUR/GBP gewinnt an Dynamik und nähert sich 0,8680, nachdem es die dreitägige Verlustserie während der frühen europäischen Sitzung am Montag beendet hat. Dennoch könnte das Aufwärtspotenzial des Paares begrenzt sein, da der Euro (EUR) mit einem gemischten wirtschaftlichen Umfeld konfrontiert ist. Der Bericht zum IFO-Geschäftsklimaindex in Deutschland wird später am Montag veröffentlicht.
Der vorläufige Einkaufsmanagerindex (PMI) der Eurozone deutete im Januar auf einen schwachen Dienstleistungssektor hin, da der Index auf 51,9 fiel, unter dem Wert von Dezember und den Markterwartungen. Währenddessen übertraf der deutsche PMI für Dienstleistungen die Prognosen und blieb im expansiven Bereich, während der PMI für das verarbeitende Gewerbe sich verbesserte, aber unter der Schwelle für Expansion und Kontraktion blieb.
Die Entscheidungsträger der Europäischen Zentralbank (EZB) diskutierten bei der Sitzung im Dezember nicht über eine Erhöhung oder Senkung der Zinsen und betonten einen datengestützten Ansatz, der von Sitzung zu Sitzung variiert. Die Erwartungen an weitere Zinssenkungen in diesem Jahr sind aufgrund eines gemischten wirtschaftlichen Bildes und hartnäckiger Inflation im Dienstleistungssektor weitgehend verschwunden.
Die stärker als erwarteten Einzelhandelsumsätze und PMI-Daten aus Großbritannien, die am Freitag veröffentlicht wurden, könnten dem Pfund Sterling (GBP) Unterstützung bieten, da sie einige Analysten dazu veranlasst haben, eine mögliche Verzögerung weiterer Zinssenkungen der Bank of England (BoE) vorherzusagen. Es wird erwartet, dass die britische Zentralbank die Zinsen bei ihrem nächsten Treffen im Februar unverändert lässt. Laut Reuters rechnen die Märkte fest mit einer Zinssenkung um einen Viertelpunkt bis Juni.
Das Pfund Sterling (GBP) ist die älteste Währung der Welt (886 n. Chr.) und die offizielle Währung des Vereinigten Königreichs. Es ist die am vierthäufigsten gehandelte Währungseinheit auf dem Devisenmarkt (FX) der Welt und macht 12 % aller Transaktionen aus, was durchschnittlich 630 Milliarden US-Dollar pro Tag entspricht. Die wichtigsten Währungspaare sind GBP/USD, auch bekannt als "Cable", das 11 % des FX-Handels ausmacht, GBP/JPY oder "Dragon", wie es von Händlern genannt wird (3 %) und EUR/GBP (2 %). Das Pfund Sterling wird von der Bank of England (BoE) ausgegeben.
Der wichtigste Faktor, der den Wert des Britischen Pfunds beeinflusst, ist die Geldpolitik, die von der Bank of England festgelegt wird. Die BoE richtet ihre Entscheidungen danach aus, ob sie ihr Hauptziel der „Preisstabilität“ – eine Inflationsrate von etwa 2 % – erreicht hat. Ihr wichtigstes Instrument ist die Anpassung der Zinssätze. Wenn die Inflation zu hoch ist, wird die BoE versuchen, sie durch Zinserhöhungen zu dämpfen, was in der Regel positiv für das Pfund ist, da höhere Zinsen das Vereinigte Königreich für internationale Investoren attraktiver machen. Fällt die Inflation zu niedrig aus, deutet dies auf ein langsameres Wirtschaftswachstum hin, und die BoE könnte die Zinsen senken, um das Kreditangebot zu erhöhen und Investitionen anzuregen.
Wirtschaftsdaten sind zentrale Indikatoren für die Stärke der britischen Wirtschaft und beeinflussen maßgeblich den Wert des Pfund Sterling. Daten wie das Bruttoinlandsprodukt (BIP), Einkaufsmanagerindizes (PMI) und Arbeitslosenzahlen geben Hinweise auf die wirtschaftliche Entwicklung. Eine robuste Wirtschaft zieht ausländische Investitionen an und könnte die Bank of England (BoE) dazu bewegen, die Zinsen zu erhöhen, was das Pfund unterstützt. Schwächere Daten hingegen führen zu einem Abwärtstrend des Pfunds.
Für das britische Pfund ist die Handelsbilanz ein wichtiger Indikator. Sie misst den Unterschied zwischen den Einnahmen aus Exporten und den Ausgaben für Importe über einen bestimmten Zeitraum. Exportiert ein Land stark nachgefragte Güter, führt die höhere Nachfrage aus dem Ausland zu einer Stärkung der Währung. Eine positive Handelsbilanz stärkt das Pfund, während ein Defizit die Währung schwächt.