Das IFO-Institut in Deutschland wird am Montag um 09:00 GMT seine Geschäftserhebung für Januar veröffentlichen.
Der IFO-Geschäftsklimaindex wird in diesem Monat voraussichtlich auf 88,1 steigen, nach einem Wert von 87,6 im Dezember.
Der Index für die aktuelle Beurteilung lag bei 85,6, während der Erwartungen-Index im Dezember bei 89,7 lag.
EUR/USD könnte gedämpft bleiben, wenn die Daten der IFO-Geschäftserhebung wie erwartet ausfallen, während die Nachfrage nach sicheren Anlagen steigt und weiterhin mit einem Gap nach oben gehandelt wird. Der Euro (EUR) könnte jedoch seine Position halten, da die PMI-Daten der Eurozone auf einen schwachen Dienstleistungssektor im Januar hindeuten, was die Aussicht auf unveränderte Zinssätze der Europäischen Zentralbank (EZB) aufrechterhält. Frühere Veröffentlichungen aus Deutschland waren ermutigender, da der Dienstleistungs-PMI die Prognosen übertraf und sich im expansiven Bereich hielt, während der PMI für das verarbeitende Gewerbe sich verbesserte, aber unter der Schwelle für Expansion und Kontraktion blieb.
Das Paar EUR/USD verliert an Boden, da der US-Dollar (USD) seine täglichen Verluste zurückgewinnt, unterstützt durch die gestiegene Risikoaversion, die auf Handels- und geopolitische Spannungen zurückzuführen sein könnte. US-Präsident Donald Trump drohte, 100% Zölle auf kanadische Waren zu erheben, falls Ottawa ein Handelsabkommen mit China abschließen sollte. Der kanadische Premierminister Mark Carney erklärte am Sonntag, dass Ottawa keine Pläne hat, ein Freihandelsabkommen mit China zu suchen. Trump warnte auch, dass sich eine US-Flugzeugträgerstreitmacht auf den Weg in den Nahen Osten macht, während die Spannungen mit dem Iran zunehmen.
Technisch gesehen wertet EUR/USD ab, nachdem es bei viermonatigen Höchstständen eröffnet hat und zum Zeitpunkt der Erstellung dieses Berichts um 1,1860 handelt. Dennoch bleibt die bullische Tendenz bestehen, da der 14-Tage-Relative Strength Index (RSI) bei 69,00 positioniert ist, was auf ein gestrecktes Momentum hindeutet. Das Paar könnte in Richtung eines neuen viermonatigen Höchststands von 1,1897 zurückprallen, der mit der psychologischen Marke von 1,1900 übereinstimmt. Auf der Unterseite liegt die erste Unterstützung beim neun-Tage-Exponential Moving Average (EMA) von 1,1739.
Die deutsche Wirtschaft hat aufgrund ihrer Größe und Bedeutung innerhalb der Eurozone einen erheblichen Einfluss auf den Euro. Eine starke Wirtschaftsentwicklung in Deutschland wirkt oft stützend auf den Euro, während eine Schwächephase die Gemeinschaftswährung belastet.
Deutschland ist die größte Volkswirtschaft der Eurozone und damit ein einflussreicher Akteur in der Region. Während der Eurokrise 2009-2012 spielte Deutschland eine Schlüsselrolle bei der Einrichtung von Rettungsfonds zur Unterstützung verschuldeter Länder und trieb den „Fiskalpakt“ voran.
Bunds sind von der deutschen Regierung ausgegebene Staatsanleihen, die regelmäßige Zinszahlungen, sogenannte Kupons, an ihre Inhaber leisten. Am Ende der Laufzeit wird der vollständige Nennwert der Anleihe zurückgezahlt. Da Deutschland die größte Volkswirtschaft der Eurozone stellt, dienen Bunds als maßgeblicher Referenzpunkt für andere europäische Staatsanleihen. Langfristige Bunds gelten als besonders sichere Anlage, da sie durch das Vertrauen und die Kreditwürdigkeit des deutschen Staates gestützt werden. Aus diesem Grund werden sie von Investoren in Krisenzeiten als sicherer Hafen betrachtet, während ihr Wert in Phasen wirtschaftlicher Stabilität tendenziell fällt.
Die Renditen deutscher Bundesanleihen, die sogenannten Bund Yields, geben an, welche jährliche Rendite ein Anleger beim Halten dieser Staatsanleihen erwarten kann. Wie bei anderen Anleihen erhalten Investoren regelmäßige Zinszahlungen, den sogenannten Kupon, sowie die vollständige Rückzahlung des Nennwerts bei Fälligkeit. Während der Kupon fest ist, schwankt die Rendite, da sie die Preisentwicklung der Anleihe berücksichtigt – und damit einen realistischeren Eindruck von der tatsächlichen Rendite vermittelt. Fällt der Preis einer Bundesanleihe, steigt die Rendite, da der Kupon im Verhältnis zum Kaufpreis höher wird, und umgekehrt. Dies erklärt, warum Bund-Renditen sich entgegengesetzt zu ihren Preisen entwickeln.
Die Bundesbank ist das Herzstück der deutschen Geldpolitik und spielt eine entscheidende Rolle für die Stabilität der Wirtschaft. Ihr vorrangiges Ziel: die Inflationsrate niedrig zu halten und so für stabile Preise zu sorgen. Neben dieser Kernaufgabe überwacht die Bundesbank den Zahlungsverkehr und nimmt eine Schlüsselrolle bei der Finanzaufsicht wahr. Als eine der einflussreichsten Zentralbanken Europas ist sie bekannt für ihre konservative Haltung, die Preisstabilität stets über kurzfristiges Wirtschaftswachstum stellt. Ihre strikte Linie prägte maßgeblich die Politik der Europäischen Zentralbank (EZB), die heute eine zentrale Rolle im Euro-Währungsraum spielt.