Das britische Pfund (GBP) handelt am Donnerstag gegenüber dem japanischen Yen (JPY) auf der Überholspur, da der Yen weiterhin unter breitem Druck steht, während die Bedenken über die fiskalische Stabilität Japans wachsen und die Märkte sich auf die Zinsentscheidung der Bank of Japan (BoJ) am Freitag vorbereiten. Zum Zeitpunkt des Schreibens wird GBP/JPY nahe 213,00 gehandelt und hält sich in der Nähe der zuletzt im Juli 2008 gesehenen Niveaus.
Neben der geldpolitischen Entscheidung der BoJ sieht sich der Yen auch einem weiteren Risikoevent gegenüber, da Premierministerin Sanae Takaichi am Freitag plant, das Parlament aufzulösen und Neuwahlen für den 8. Februar anzusetzen.
Der überraschende Schritt zielt darauf ab, ihre Stimulus- und Steuerkürzungspläne zu unterstützen, einschließlich einer kürzlich angekündigten zweijährigen Aussetzung der 8%igen Lebensmittelverbrauchsteuer, während auch die Bedenken wieder aufkeimen, dass erhöhte Staatsausgaben die bereits hohe öffentliche Schuldenlast Japans weiter erhöhen werden.
Eine lockerere Fiskalpolitik könnte auch den schrittweisen Zinserhöhungsweg der BoJ komplizieren, da höhere Staatsverschuldung und Instabilität auf dem JGB-Markt das Risiko erhöhen, dass höhere Zinsen die Kosten für die Schuldenbedienung schnell in die Höhe treiben könnten, während die jüngste übermäßige Schwäche des Yen die Bedenken hinsichtlich der Inflation verstärkt und die Argumentation für eine Normalisierung der Politik stärkt.
Dennoch erwarten die Märkte allgemein, dass die BoJ am Freitag die Zinsen unverändert lässt und einen vorsichtigen Ton anschlägt, um die Tür für zukünftige Erhöhungen offen zu halten, jedoch starke Signale vermeidet, die den Yen und die Anleihemärkte weiter destabilisieren könnten.
Vor der politischen Entscheidung richtet sich die Aufmerksamkeit auch auf die Daten zum nationalen Verbraucherpreisindex (VPI) Japans.
Im Vereinigten Königreich zeigten die neuesten Inflationszahlen, die am Mittwoch veröffentlicht wurden, dass der Headline-VPI im Dezember im Monatsvergleich um 0,4% gestiegen ist, nachdem er im November um 0,2% gefallen war. Im Jahresvergleich beschleunigte sich die Inflation von 3,2% auf 3,4%. Die Daten schmälerte die Hoffnungen auf eine Zinssenkung der Bank of England (BoE) im Februar, obwohl die Märkte immer noch etwa 50 Basispunkte Lockerung in den nächsten 12 Monaten einpreisen.
In der Zukunft warten die Händler auch auf die Veröffentlichung der Einzelhandelsumsatzdaten des Vereinigten Königreichs sowie auf Äußerungen von BoE-Politikerin Megan Greene am Freitag.