Der EUR/CHF zieht am Freitag Käufer an und setzt die Gewinne für den zweiten Tag in Folge fort, nachdem er zu Beginn der Woche drei Tage lang gefallen war. Das Paar handelt zu Beginn der amerikanischen Sitzung nahe 0,9358 und hält sich knapp unter dem 100-Tage-Exponential Moving Average (EMA). Das Gesamtbild zeigt, dass das Paar in einem mehrmonatigen Konsolidierungsmuster gefangen ist, wobei 0,9275 als Boden der Spanne und 0,9450 als starker Widerstand fungiert.
Die Momentum-Indikatoren bleiben insgesamt neutral, was mit der range-bound Struktur übereinstimmt. Der Relative Strength Index (RSI) steht derzeit bei 48 und zeigt einen Mangel an Überzeugung. Ein Anstieg über 55 würde das bullische Momentum stärken, während ein Rückgang unter 45 den Weg für weitere Verluste ebnen könnte.
Der Moving Average Convergence Divergence (MACD) schwebt nahe der Nulllinie, wobei die MACD-Linie leicht über der Signallinie liegt. Die Histogrammbalken schrumpfen, was einen Verlust des jüngsten bärischen Drucks widerspiegelt, jedoch ohne starke bullische Bestätigung. Das Setup hebt die Unentschlossenheit hervor, obwohl ein klarer Anstieg über null das Aufwärtsmomentum bestätigen würde, während ein Rückgang unter die Signallinie den Abwärtsdruck in Richtung des Spannenbodens wiederbeleben könnte.
Auf der Abwärtsseite entsteht unmittelbare Unterstützung beim wöchentlichen Tief nahe 0,9320, gefolgt vom unteren Ende der aktuellen Spanne bei etwa 0,9275. Ein Durchbruch unter diese Niveaus könnte die Stärke des CHF verstärken und die 0,9200-Marke ins Spiel bringen. Auf der Oberseite liegt der erste Widerstand beim 100-Tage-EMA nahe 0,9373, gefolgt vom wöchentlichen Hoch an der psychologischen Marke von 0,9400. Ein entscheidender Schlusskurs über dieser Zone würde den Fokus auf 0,9450, die obere Grenze der jüngsten Konsolidierung, verschieben.
Der Schweizer Franken gehört zu den am häufigsten gehandelten Währungen weltweit, obwohl die Schweizer Wirtschaft relativ klein ist. Der Wert der Währung wird stark durch die Schweizerische Nationalbank (SNB) beeinflusst.
Der Schweizer Franken (CHF) gilt in Krisenzeiten als sicherer Hafen. Die Stabilität der Schweizer Wirtschaft, große Zentralbankreserven und die politische Neutralität des Landes machen den Franken zu einer bevorzugten Anlagewährung in turbulenten Zeiten. Anleger flüchten in den Franken, wenn globale Risiken zunehmen.
Die Schweizerische Nationalbank (SNB) tritt viermal im Jahr – einmal pro Quartal, seltener als andere bedeutende Zentralbanken – zusammen, um über ihre Geldpolitik zu entscheiden. Ihr erklärtes Ziel ist es, die jährliche Inflationsrate unter 2 % zu halten. Überschreitet die Inflation diese Marke oder wird erwartet, dass dies in naher Zukunft geschieht, greift die SNB ein und erhöht den Leitzins, um das Preiswachstum zu dämpfen. Höhere Zinssätze wirken sich in der Regel positiv auf den Schweizer Franken (CHF) aus, da sie die Renditen erhöhen und die Schweiz für Investoren attraktiver machen. Sinkende Zinsen hingegen schwächen den Franken.
Makroökonomische Datenveröffentlichungen spielen eine zentrale Rolle bei der Bewertung des Schweizer Franken (CHF). Obwohl die Schweizer Wirtschaft als stabil gilt, können plötzliche Veränderungen bei Wachstum, Inflation, Leistungsbilanz oder Währungsreserven signifikante Auswirkungen auf den CHF haben. Starke Wirtschaftsdaten, niedrige Arbeitslosigkeit und ein hohes Verbrauchervertrauen stützen in der Regel den Franken. Umgekehrt könnte eine Abkühlung der Konjunktur eine Abwertung der Währung zur Folge haben.
Als kleine und offene Volkswirtschaft ist die Schweiz stark von der wirtschaftlichen Stabilität der Eurozone abhängig. Die erweiterte Europäische Union ist nicht nur der wichtigste Handelspartner der Schweiz, sondern auch ein bedeutender politischer Verbündeter. Eine stabile makroökonomische und geldpolitische Lage in der Eurozone ist daher von entscheidender Bedeutung für die Schweiz und den Schweizer Franken (CHF). Angesichts dieser engen Verflechtungen legen einige Modelle nahe, dass die Korrelation zwischen der wirtschaftlichen Entwicklung des Euro (EUR) und des Schweizer Franken mit über 90 % nahezu perfekt ist.