TradingKey – Am 9. September brach die Einzelhandelskette Casey's (CASY) im US-Vorbörsenhandel um fast 12 % ein. Obwohl die jüngsten Geschäftszahlen des Unternehmens für das erste Quartal die Markterwartungen übertrafen, zeigten sich Anleger enttäuscht von der Qualität des Gewinnwachstums und der ausbleibenden Anhebung der Prognose für das Gesamtjahr.

Quelle: TradingView
In dem am 31. Juli beendeten ersten Quartal des Geschäftsjahres 2027 stieg der Umsatz von Casey's im Jahresvergleich um 24 % auf 5,678 Milliarden US-Dollar und übertraf damit die Markterwartungen von 5,56 Milliarden US-Dollar. Der Nettogewinn legte um 27,1 % auf 274 Millionen US-Dollar zu, und das verwässerte Ergebnis je Aktie stieg von 5,77 US-Dollar im Vorjahreszeitraum auf 7,37 US-Dollar, womit auch die Analystenschätzungen von 6,78 US-Dollar übertroffen wurden.
Das Gewinnwachstum im Berichtsquartal war jedoch zu einem großen Teil vom Kraftstoffgeschäft getrieben. Die Bruttogewinnspanne pro Gallone Kraftstoff stieg von 41 Cents im Vorjahreszeitraum auf 47,8 Cents, was den gesamten Bruttogewinn im Kraftstoffbereich um 19,6 % auf 447 Millionen US-Dollar steigerte. Gleichzeitig sank das flächenbereinigte Kraftstoffabsatzvolumen um 0,3 %, was darauf hindeutet, dass die Rentabilitätsgewinne hauptsächlich auf eine Ausweitung der Marge und weniger auf Mengenwachstum zurückzuführen waren. Da Gewinne aus dem Kraftstoffgeschäft anfällig für Schwankungen der Großhandelspreise und den Wettbewerb im Markt sind, messen Anleger diesen Erträgen gewöhnlich keine hohe Bewertung zu.
Im Gegensatz dazu richten Anleger ihren Fokus stärker darauf, ob das Kerngeschäft im Einzelhandel, etwa der Warenverkauf in den Filialen, ein stetiges Wachstum erzielen kann. Mit anderen Worten: Obwohl die beeindruckende Gewinnentwicklung des Quartals die Erwartungen übertraf, stammte ein Teil des Wachstums aus dem schwankungsanfälligen Kraftstoffgeschäft, sodass die Bedenken des Marktes hinsichtlich der Wachstumsdynamik im Haupt-Einzelhandelsgeschäft des Unternehmens nicht vollständig ausgeräumt wurden.
Unterdessen hielt das Unternehmen an seinem Ausblick für das Geschäftsjahr 2027 unverändert fest und erwartet ein flächenbereinigtes Umsatzwachstum im Filialgeschäft von 2 % bis 5 % sowie ein EBITDA-Wachstum von 8 % bis 10 %.
Da die Aktie bereits vor der Veröffentlichung eine deutliche Rally hingelegt hatte, hatte der Markt erwartet, dass ein starkes Quartal das Management zu einer Anhebung der Prognosen veranlassen würde. Die Beibehaltung des ursprünglichen Ausblicks wurde daher als relativ konservativ eingestuft.