TradingKey - Stand 13. August US-Ostküstenzeit notierte Nvidia (NVDA) bei 225,30 US-Dollar. Zuletzt erholte sich NVDA Anfang August kräftig von unter 200 US-Dollar auf über 224 US-Dollar und setzte seinen Aufwärtstrend in dieser Woche fort. Die technische Analyse zeigt, dass der übergeordnete Kurstrend weiterhin nach oben gerichtet ist und die Aktie voraussichtlich ein neues Allzeithoch erreichen wird. Fundamentalseitig ist der wichtigste Einflussfaktor auf den Aktienkurs in letzter Zeit die Zusammenarbeit von Nvidia mit sechs Finanzgiganten der Wall Street.
Berichten zufolge hat Nvidia in Partnerschaft mit Goldman Sachs, Apollo, BlackRock, Blackstone, Brookfield und KKR eine Finanzierungsplattform für KI-Rechenkapazitäten angekündigt, die darauf abzielt, über 500 Milliarden US-Dollar an Drittkapital aufzunehmen, um den Bau von Rechenzentren, KI-Chips und der zugehörigen Infrastruktur zu unterstützen.
Die unmittelbarste Bedeutung dieser Initiative liegt darin, Nvidia bei der Bewältigung einer praktischen Herausforderung für das Wachstum der KI-Infrastruktur zu helfen: Kunden haben zwar Bedarf an Rechenleistung, verfügen aber nicht zwingend über ausreichend Kapital, um auf einen Schlag große Mengen an GPUs zu kaufen und Rechenzentren aufzubauen.
In der Vergangenheit stützte sich der Ausbau der KI-Infrastruktur hauptsächlich auf cashflow-starke Tech-Giganten wie Microsoft (MSFT), Meta (META), Amazon (AMZN) und Google (GOOGL), doch da sich die KI-Investitionen auf CoreWeave (CRWV), KI-Labore, Unternehmen und staatliche Projekte ausweiten, benötigt eine steigende Zahl von Kunden externe Finanzierungsunterstützung.
Wenn diese Kunden über die Wall Street an günstigeres und längerfristiges Kapital gelangen können, können sie den Umfang ihrer GPU-Beschaffung und ihres Rechenzentrumsausbaus erweitern, was wiederum die potenziellen Aufträge für Nvidias zukünftige Blackwell-, Rubin- und vollständige KI-Systeme steigert.
Sowohl Morgan Stanley als auch die Bank of America sind der Ansicht, dass diese Kooperation zudem dazu beitragen wird, die Sorgen des Marktes hinsichtlich einer „Kreislauffinanzierung“ bei Nvidia zu zerstreuen. In der Vergangenheit befürchtete der Markt, dass Nvidia seine Kunden durch Beteiligungen oder die Bereitstellung von Kapital für KI-Unternehmen indirekt dazu drängen könnte, weiterhin eigene GPUs zu kaufen, wodurch ein geschlossener Kreislauf zwischen KI-Nachfrage und Finanzierung entstand. Die neue Finanzierungsplattform verlagert nun mehr Finanzierungsquellen auf Drittanbieter wie BlackRock, Apollo und Goldman Sachs, sodass professionelle Investoren die Projektrisiken eigenständig tragen.
Nvidia-CEO Jensen Huang erklärte, dass sich KI-Computing zu einer neuen Anlageklasse entwickelt. Durch langfristige Leasingverträge, Nutzungsgebühren und Asset-Verbriefungen können GPUs und KI-Rechenzentren einen kontinuierlichen Cashflow generieren, was es langfristig orientiertem Kapital wie Versicherungsgesellschaften, Pensionsfonds und Staatsfonds ermöglicht, sich an Investitionen in die KI-Infrastruktur zu beteiligen.
Sollte sich dieses Modell letztlich durchsetzen, liegt der größte Effekt für Nvidia in einer erheblichen Ausweitung der Finanzierungsquellen für KI-Investitionen. Die KI-Infrastruktur wird dann nicht mehr in erster Linie von den Bilanzen der Tech-Konzerne abhängen, sondern kann stattdessen hunderte Milliarden US-Dollar oder noch größere Finanzmittel aus den traditionellen Finanzmärkten schöpfen.

Wochenchart der Nvidia-Aktie, Quelle: TradingView
Betrachtet man den Wochenchart der Nvidia-Aktie, zeigt das jüngste Kerzenmuster eine Struktur aus kontinuierlich höheren Hochs und höheren Tiefs. Die Verbindung der jüngsten Kerzentiefs bildet eine klare bullische Trendlinie, was darauf hindeutet, dass der übergeordnete Trend weiterhin bullisch bleibt. Da der SMA60 und der SMA144 im System der gleitenden Durchschnitte zudem eine bullische Ausrichtung beibehalten, unterstreicht dies zusätzlich die hohe Nachhaltigkeit des Aufwärtstrends.
Derzeit hat der Aktienkurs die bullische Trendlinie Anfang August erneut getestet, und in der vergangenen Woche bildete sich im Wochenchart eine lange bullische Kerze heraus, was zeigt, dass eine bullische Stimmung den Markt dominiert. Nach oben hin ist der Bereich von 230 bis 236 US-Dollar die wichtigste zu beobachtende Widerstandszone. Bricht die Aktie über ihr Allzeithoch von 236,54 US-Dollar aus, eröffnet dies weiteres Aufwärtspotenzial in Richtung der 300-US-Dollar-Marke.
Auf der Unterseite liegt die primäre Unterstützung nahe 210 US-Dollar. Wird dieses Niveau unterschritten, könnte der Aktienkurs die 200-US-Dollar-Marke testen. Weiter unten sollte das Augenmerk auf der zentralen Unterstützung bei 190 US-Dollar liegen. Fällt der Aktienkurs unter 190 US-Dollar, könnte er in eine tiefere Korrekturphase eintreten und möglicherweise in Richtung 165 US-Dollar nachgeben.