Der australische Dollar legte am Freitag zu, nachdem die US-Einzelhandelsumsätze die Anleger enttäuscht hatten und die Spekulationen verstärkten, dass die Federal Reserve die Zinsen möglicherweise nicht anheben wird, da die Wirtschaft erste Anzeichen von Schwäche zeigte. AUD/USD notiert bei 0,7083 und legt um 0,34% zu
Der Tages-Chart zeigt, dass AUD/USD bullisch ist, doch den Käufern gelingt es weiterhin nicht, das Hoch vom 29. Januar bei 0,7094 entscheidend zu überwinden, was den Weg für weitere Zugewinne öffnen könnte. Das Momentum hat sich seit Mitte Juli bullisch verschoben, wie der Relative Strength Index (RSI) zeigt.
Aus Sicht der Marktstruktur hat sich das Paar erst dann bullisch verschoben, wenn die Käufer das Hoch vom 1. Juni bei 0,7190 zurückerobern. Daher liegt der erste Widerstand bei AUD/USD bei 0,7100, gefolgt von der letztgenannten Marke. Bei weiterer Stärke ist das nächste Ziel 0,7200.
Auf der Unterseite ist der 100-Tage-Simple Moving Average (SMA) bei 0,7058 die erste Unterstützung. Sobald diese Marke unterschritten wird, rückt der 50-Tage-SMA als nächste Nachfragezone bei 0,6991 in den Fokus, gefolgt vom 200-Tage-SMA bei 0,6937.

Der australische Dollar wird maßgeblich von den Zinssätzen der Reserve Bank of Australia sowie den Preisen von Rohstoffen wie Eisenerz beeinflusst, die für die australische Wirtschaft von großer Bedeutung sind. Auch die Entwicklungen in China, dem größten Handelspartner Australiens, spielen eine wichtige Rolle.
Die Reserve Bank of Australia (RBA) beeinflusst den Australischen Dollar (AUD), indem sie den Zinssatz festlegt, zu dem Banken sich gegenseitig Geld leihen. Das Ziel der RBA ist es, die Inflation durch Zinssatzanpassungen im Bereich von 2-3 % zu halten. Hohe Zinssätze im Vergleich zu anderen wichtigen Zentralbanken stützen den AUD, während niedrige Zinssätze ihn schwächen können. Quantitative Lockerungsmaßnahmen wirken in der Regel negativ auf den AUD, während quantitative Straffungsmaßnahmen ihn stärken.
China ist Australiens wichtigster Handelspartner, daher hat die wirtschaftliche Entwicklung in China einen direkten Einfluss auf den Wert des Australischen Dollars (AUD). Läuft die chinesische Wirtschaft gut, steigt die Nachfrage nach australischen Rohstoffen, Gütern und Dienstleistungen, was den AUD stärkt. Schwächelt die chinesische Konjunktur, sinkt die Nachfrage, und der Wert des AUD fällt. Überraschungen bei den Wachstumsdaten aus China – sowohl positive als auch negative – haben deshalb häufig unmittelbare Auswirkungen auf den Wechselkurs des Australischen Dollars und seiner Währungspaare.
Eisenerz ist der wichtigste Export Australiens und erzielte 2021 laut offiziellen Angaben Einnahmen von 118 Milliarden US-Dollar. China ist dabei der größte Abnehmer. Die Preisentwicklung von Eisenerz wirkt sich daher direkt auf den australischen Dollar (AUD) aus: Steigt der Preis, erhöht sich meist auch der Wert des AUD, da die Nachfrage nach der Währung zunimmt. Fällt der Preis, wirkt sich das negativ auf den AUD aus. Höhere Eisenerzpreise begünstigen zudem ein positives Handelsbilanzsaldo Australiens, was sich ebenfalls stützend auf die Landeswährung auswirkt.
Die Handelsbilanz, also die Differenz zwischen den Einnahmen eines Landes aus Exporten und den Ausgaben für Importe, ist ein weiterer wesentlicher Faktor, der den Wert des australischen Dollars beeinflussen kann. Wenn Australien stark nachgefragte Exportgüter produziert, steigt der Wert der Landeswährung aufgrund der höheren Nachfrage aus dem Ausland. Eine positive Handelsbilanz stärkt den australischen Dollar, während ein Handelsbilanzdefizit gegenteilige Auswirkungen hat.