TradingKey – In der kommenden Woche (10. bis 14. August) wird sich der Fokus der globalen Märkte wieder vom Arbeitsmarkt auf die Inflation verlagern. Die USA werden nacheinander die Daten zum Verbraucherpreisindex (CPI), Erzeugerpreisindex (PPI) und den Einzelhandelsumsätzen für Juli veröffentlichen. Vor dem Hintergrund anhaltend unterschiedlicher Markterwartungen bezüglich einer Zinserhöhung auf der September-Sitzung der US-Notenbank Federal Reserve könnten diese drei Datenpunkte zu Schlüsselfaktoren für die nächste Phase der Bewegungen bei den Renditen von US-Staatsanleihen, dem US-Dollar und US-Aktien werden.
Der Markt erwartet derzeit, dass der US-Verbraucherpreisindex (CPI) im Juli um 3,4 % gegenüber dem Vorjahr steigen wird, während für die Kernrate ein Zuwachs von 2,5 % im Jahresvergleich prognostiziert wird. Die Federal Reserve beließ die Leitzinsen auf ihrer Juli-Sitzung unverändert, allerdings sprachen sich drei Notenbanker für eine Zinserhöhung aus. Der Markt preist derzeit eine Chance von fast 50:50 für eine Zinserhöhung im September ein. Dies bedeutet, dass alle Inflationsdaten, die deutlich über den Erwartungen liegen, den Markt schnell dazu veranlassen könnten, die Wetten auf eine Zinserhöhung wieder hochzufahren.
Unternehmensseitig hat die US-Berichtssaison ihren Höhepunkt zwar bereits überschritten, doch in den Bereichen KI-Infrastruktur und Halbleiter-Lieferkette stehen immer noch einige wichtige Ergebnisveröffentlichungen an. Das KI-Cloud-Computing-Unternehmen CoreWeave ( CRWV ), der Marktführer im Bereich optische Kommunikation Lumentum ( LITE ), der Ausrüster für optische Kommunikation und Rechenzentren Coherent ( COHR) und der Halbleiterausrüstungs-Riese Applied Materials ( AMAT) werden nacheinander ihre Quartalszahlen veröffentlichen.
Am Mittwoch (12. August) wird die US-Arbeitsstatistikbehörde (Bureau of Labor Statistics) den Verbraucherpreisindex (CPI) für Juli veröffentlichen, was die wichtigsten Makrodaten der kommenden Woche darstellt. Dem offiziellen Zeitplan zufolge werden die Daten um 8:30 Uhr Eastern Time veröffentlicht.
Was die Markterwartungen betrifft, so wird für den Verbraucherpreisindex (CPI) im Juli ein Anstieg von 3,4 % gegenüber dem Vorjahr prognostiziert, während für die Kernrate ein Zuwachs von 2,5 % im Jahresvergleich erwartet wird. Die zuvor veröffentlichten Inflationsdaten fielen zwar niedriger aus als vom Markt befürchtet, die Gesamtinflation liegt jedoch weiterhin über dem 2-Prozent-Ziel der Federal Reserve. Daher prüft der Markt nach wie vor, ob sich die steigenden Energiepreise weiter auf die Preise für Waren und Dienstleistungen übertragen werden.
Sollte der CPI für Juli höher ausfallen als erwartet, insbesondere wenn sich die Preise für Kern-Dienstleistungen wieder beschleunigen, könnte der Markt die Wahrscheinlichkeit einer Zinserhöhung im September heraufstufen. Die Renditen von US-Staatsanleihen und der US-Dollar dürften steigen, während hoch bewertete Technologietitel und Gold unter Druck geraten könnten.
Sollte der CPI hingegen weiterhin unter den Erwartungen liegen, würde dies darauf hindeuten, dass der Energiepreisschock noch keinen breiteren Inflationsdruck erzeugt hat. Die Sorgen des Marktes vor einer weiteren Zinserhöhung der Fed könnten sich abkühlen, wovon Wachstumsaktien und Gold profitieren würden.
Da drei geldpolitische Entscheidungsträger auf der Fed-Sitzung im Juli eine Zinserhöhung befürwortet haben, hat die Sensitivität der nächsten Zinsentscheidung gegenüber den Wirtschaftsdaten deutlich zugenommen. Folglich könnten die Auswirkungen dieser CPI-Veröffentlichung auf den Markt stärker ausfallen als in einem gewöhnlichen Monat.
Nach den Verbraucherpreisen werden in den USA am Donnerstag (13. August) die Erzeugerpreise (PPI) für Juli und am Freitag (14. August) die US-Einzelhandelsumsätze für Juli veröffentlicht.
Die US-Arbeitsstatistikbehörde hat bestätigt, dass der PPI für Juli am 13. August um 8:30 Uhr Eastern Time veröffentlicht wird. Als wichtiges Maß für den Preisdruck auf Erzeugerebene spiegelt der PPI wider, ob die Kosten für Rohstoffe, Energie, Transport und Vorprodukte weiter steigen, und bietet dem Markt somit einen Anhaltspunkt für die Einschätzung der künftigen Verbraucherinflation.
Die Einzelhandelsumsätze am Freitag werden die Widerstandsfähigkeit der US-Konsumausgaben auf die Probe stellen. Im Juni wuchsen die Einzelhandelsumsätze im Monatsvergleich um 0,2 %, was eine deutliche Verlangsamung gegenüber Mai darstellt, während die Konsumausgaben nach wie vor eine tragende Säule des Wirtschaftswachstums sind. Das US Census Bureau hat bestätigt, dass die Einzelhandelsumsätze für Juli am 14. August veröffentlicht werden.
Sollten sowohl der CPI als auch der PPI hoch ausfallen, während die Einzelhandelsumsätze stark bleiben, würde dies zu einer Kombination aus „hoher Inflation + starker Nachfrage“ führen, was die Argumente der Fed für Zinserhöhungen weiter stärken würde. Sollte sich die Inflation hingegen abschwächen und die Konsumausgaben nachgeben, könnte der Markt erneut eine Abkühlung der Wirtschaft und eine Kehrtwende in der Geldpolitik einpreisen.
Nach US-Börsenschluss am Dienstag (11. August) wird CoreWeave seine Finanzergebnisse für das zweite Quartal veröffentlichen und um 17:00 Uhr Eastern Time eine Telefonkonferenz zu den Quartalszahlen abhalten.
CoreWeave ist derzeit eines der repräsentativsten Unternehmen für KI-Cloud-Infrastruktur am US-Aktienmarkt. Seine Ergebnisse können daher die Nachfrage großer KI-Kunden nach GPU-Rechenleistung und Rechenzentrumskapazitäten direkt widerspiegeln.
Der Umsatz des Unternehmens erreichte im ersten Quartal 2,08 Milliarden US-Dollar, was einem Zuwachs von 112 % im Jahresvergleich entspricht. Der Markt erwartet für das zweite Quartal derzeit einen weiteren Umsatzanstieg auf rund 2,55 Milliarden US-Dollar, was einer Wachstumsrate von über 100 % im Jahresvergleich entspräche. Im Vergleich zum rasanten Umsatzwachstum achten die Anleger jedoch genauer auf die Investitionsausgaben, den Verschuldungsgrad, die Baukosten für Rechenzentren sowie die zukünftigen Cashflows.
Der Schwerpunkt dieser Ergebnisveröffentlichung liegt daher nicht nur darauf, ob der Umsatz die Erwartungen übertreffen kann, sondern ob das Unternehmen beweisen kann, dass sich seine massiven Infrastrukturinvestitionen schrittweise in stabile Gewinne und freien Cashflow ummünzen lassen. Sollten die Prognosen für Aufträge und Umsätze weiter angehoben werden, könnte dies die Investmentthese für KI-Infrastruktur untermauern. Sollten sich die Investitionsausgaben oder der Finanzierungsdruck jedoch weiter vergrößern, könnte der Markt die Bewertungen von hoch verschuldeten KI-Infrastrukturunternehmen weiter unter Druck setzen.
Ebenfalls nach Börsenschluss am Dienstag wird Lumentum seine Ergebnisse für das vierte Quartal und das gesamte Geschäftsjahr 2026 vorlegen. Der Umsatz des Unternehmens erreichte im vergangenen Quartal 808,4 Millionen US-Dollar, was einem Anstieg von rund 90 % im Jahresvergleich entspricht und zeigt, dass die Nachfrage nach optischer Kommunikation für KI-Rechenzentren weiterhin rasant wächst.
Der Markt wird sich auf das Wachstum bei optischen Hochgeschwindigkeits-Transceivern, Lasern und dem Geschäftsbereich optische Kommunikation für Rechenzentren sowie auf die Umsatz- und Margenprognosen des Managements für das nächste Geschäftsjahr konzentrieren.
Nach US-Börsenschluss am Mittwoch (12. August) wird auch Coherent seine Ergebnisse für das vierte Quartal und das gesamte Geschäftsjahr 2026 veröffentlichen. Das Unternehmen hat bestätigt, dass seine Telefonkonferenz zu den Quartalszahlen um 16:30 Uhr Eastern Time stattfinden wird.
Mit der zunehmenden Skalierung von KI-Clustern steigen auch die Datenübertragungsgeschwindigkeiten und Bandbreitenanforderungen zwischen den Servern kontinuierlich an, was die optische Kommunikation zu einem der kritischen Engpässe in der KI-Infrastruktur macht. Daher werden die Aufträge, Kapazitäten und künftigen Prognosen von Lumentum und Coherent als wichtige Indikatoren dafür dienen, ob sich der Ausbauzyklus von KI-Rechenzentren weiter beschleunigt.
Nach US-Börsenschluss am Donnerstag (13. August) wird Applied Materials seine Ergebnisse für das dritte Quartal des Geschäftsjahres 2026 vorlegen und um 16:30 Uhr Eastern Time eine Telefonkonferenz zu den Zahlen abhalten. Das Unternehmen hat diesen Termin offiziell bestätigt.
Die Anleger werden sich intensiv auf die Nachfrage nach hochentwickelten Logikchips, DRAM, HBM-bezogenen Anlagen und dem Bereich Advanced Packaging konzentrieren.
Der Ausbau der KI-Rechenleistung veranlasst Wafer-Foundries, Speicherhersteller und die Lieferkette für fortschrittliche Gehäusetechnologie, ihre Investitionen in Anlagen kontinuierlich zu erhöhen. Applied Materials hat kürzlich ebenfalls neue Anlagen auf den Markt gebracht, die speziell auf DRAM und Advanced Packaging abzielen.
Sollte das Management weiterhin einen starken Ausblick auf die Nachfrage und die Auftragseingänge für KI-bezogene Anlagen geben, würde dies die These eines langfristigen Boomzyklus für die Halbleiterausrüstungsindustrie weiter untermauern. Sollten die Investitionsausgaben der Kunden jedoch Anzeichen einer Verlangsamung zeigen, könnte dies die Sorgen des Marktes verstärken, dass der KI-Investitionszyklus sich einem vorübergehenden Höchststand nähert.
Schlüsselthemen: Nachwirkungen der US-Arbeitsmarktdaten (Non-Farm Payrolls), Veröffentlichungsfenster für Chinas Kreditdaten, geopolitische Lage
Am kommenden Montag fallen die makroökonomischen Daten relativ spärlich aus. Der Markt wird zunächst den an diesem Freitag veröffentlichten US-Arbeitsmarktbericht (Non-Farm Payrolls) für Juli verarbeiten und den geldpolitischen Kurs der Federal Reserve für September neu bewerten.
Unterdessen werden Chinas Finanzdaten für Juli, einschließlich neuer Yuan-Kredite, der Gesamtfinanzierung und der Geldmenge M2, voraussichtlich zwischen dem 10. und 15. August veröffentlicht. Eine Reuters-Umfrage prognostiziert für Juli einen starken Rückgang der neuen Yuan-Kredite auf 45 Milliarden Yuan, was primär auf saisonale Faktoren und eine schwache Finanzierungsnachfrage aus der Realwirtschaft zurückzuführen ist.
Darüber hinaus werden die Gespräche zwischen dem Iran und dem Oman über Sicherheitsvereinbarungen rund um die Straße von Hormus weiterhin die internationalen Ölpreise, die Inflationserwartungen und die globale Risikobereitschaft beeinflussen.
Schlüsselthemen: Quartalszahlen von CoreWeave, Quartalszahlen von Lumentum
Nach US-Börsenschluss werden CoreWeave und Lumentum ihre Quartalsberichte vorlegen. Der Markt wird sich auf die Nachfrage nach KI-Cloud-Rechenleistung, die Investitionsausgaben für Rechenzentren bzw. das Wachstum im Bereich der optischen Hochgeschwindigkeitskommunikation konzentrieren.
Schlüsselthemen: US-Verbraucherpreisindex (VPI), Quartalszahlen von Coherent
Die USA werden den Verbraucherpreisindex (VPI) für Juli veröffentlichen. Der Markt erwartet einen Anstieg der Gesamtinflation um 3,4 % im Jahresvergleich und der Kerninflation um 2,5 % gegenüber dem Vorjahr. Diese Daten werden zu den wichtigsten Indikatoren für die Einschätzung gehören, ob die Federal Reserve im September die Zinsen weiter anheben wird.
Nach US-Börsenschluss wird Coherent seine neuesten Finanzergebnisse vorlegen. Im Fokus stehen dabei die Nachfrage nach optischer Kommunikation für KI-Rechenzentren, das Auftragswachstum sowie die Prognose für das nächste Geschäftsjahr.
Schlüsselthemen: US-Erzeugerpreise (PPI), Quartalszahlen von Applied Materials
Die USA werden ihren Erzeugerpreisindex (PPI) für Juli veröffentlichen. Der Markt wird beobachten, ob sich der Kostendruck auf Unternehmensebene weiterhin auf die Verbraucherpreise überträgt.
Nach US-Börsenschluss wird Applied Materials seine Quartalszahlen vorlegen. Die durch KI-Chips, DRAM und Advanced Packaging getriebene Nachfrage nach Halbleiterausrüstung wird im Fokus der Marktaufmerksamkeit stehen.
Schlüsselthemen: US-Einzelhandelsumsätze, Lagerbestände der Unternehmen
Die USA werden ihre Einzelhandelsumsätze für Juli veröffentlichen, den letzten wichtigen makroökonomischen Datenpunkt der kommenden Woche. Der Markt wird beobachten, ob der Konsum der US-Haushalte unter dem Druck hoher Zinsen und Lebenshaltungskosten weiterhin widerstandsfähig bleibt.
Zudem werden die USA die Daten zu den Lagerbeständen der Unternehmen für Juni veröffentlichen, was zusätzliche Anhaltspunkte für die Bewertung des Lagerzyklus der Unternehmen und des Wirtschaftswachstums im dritten Quartal liefert.
Insgesamt wird sich die Kernlogik des Marktes in der nächsten Woche weiter von der Frage „Ist die Beschäftigung stark genug?“ hin zu „Flammt die Inflation wieder auf?“ verschieben. Sollten VPI, PPI und Einzelhandelsumsätze allesamt stärker als erwartet ausfallen, könnten die Erwartungen an eine Zinserhöhung der Federal Reserve im September deutlich steigen, was einen neuen Preisschock für US-Staatsanleihen, den US-Dollar, Gold und hoch bewertete Technologieaktien bedeuten würde. Sollte sich die Inflation hingegen weiter abkühlen und sich gleichzeitig der Konsum verlangsamen, könnte der Markt wieder auf eine geldpolitische Kehrtwende setzen.
Unterdessen werden die Quartalsberichte von CoreWeave, Lumentum, Coherent und Applied Materials einen konzentrierten Belastungstest für den aktuellen KI-Investitionszyklus darstellen, der sich über mehrere Stufen von der KI-Rechenleistung und der optischen Kommunikation bis hin zu Halbleiteranlagen erstreckt.