TradingKey - SanDisk ( SDNK) legte seine beeindruckendsten Finanzergebnisse seit der Abspaltung und dem Börsengang vor, doch der Kapitalmarkt reagierte in genau entgegengesetzter Weise.
Umsatz, Gewinn und Bruttomarge des Unternehmens im vierten Quartal des Geschäftsjahres übertrafen allesamt die Markterwartungen. Das Rechenzentrumsgeschäft profitierte weiterhin von der robusten Nachfrage durch den Aufbau von KI-Infrastruktur, und auch das Jahresergebnis erreichte ein Rekordhoch.
Da die Umsatzprognose für das nächste Geschäftsquartal jedoch leicht hinter den Erwartungen der Wall Street zurückblieb, ließen Marktsorgen über eine mögliche Verlangsamung des Wachstumstempos die Aktie im nachbörslichen Handel um fast 8 % einbrechen.

Quelle: Google Finance
In dem am 3. Juli 2026 beendeten vierten Quartal des Geschäftsjahres erzielte SanDisk einen Umsatz von 8,97 Milliarden US-Dollar – ein Plus von 372 % gegenüber dem Vorjahr, das rund 4 % über den Erwartungen des Marktes lag. Das bereinigte Ergebnis je Aktie (EPS) belief sich auf 39,25 US-Dollar und lag damit deutlich über der Marktschätzung von 34,96 US-Dollar. Die bereinigte Bruttomarge erreichte 84,6 %, womit sie nicht nur die Analystenschätzungen übertraf, sondern auch einen neuen Höchstwert für das Unternehmen in den letzten Jahren aufstellte.
Für das Gesamtjahr erreichte der Umsatz des Unternehmens 20,25 Milliarden US-Dollar, was einem Anstieg von 175 % gegenüber dem Vorjahr entspricht. Die KI-getriebene Nachfrage aus dem Rechenzentrumssektor und eine Erholung der NAND-Preise fungierten dabei als die wesentlichen Treiber für dieses Wachstum.
Das größte Highlight dieses Quartals kam nach wie vor aus dem Rechenzentrumsgeschäft.
Da Amazon ( AMZN), Microsoft ( MSFT), Meta ( META) und andere große Cloud-Anbieter ihre Investitionen in die KI-Infrastruktur weiter ausbauen, wächst die Nachfrage nach Hochleistungsspeichern rasant, und SanDisk entwickelt sich zu einem wichtigen Profiteur dieser Runde von KI-Kapitalausgaben.
Im vierten Quartal des Geschäftsjahres erreichte der Umsatz des Unternehmens im Rechenzentrumsgeschäft 2,98 Milliarden US-Dollar, was fast einer Verdreizehnfachung im Vergleich zum Vorjahr entspricht und die Markterwartungen weit übertraf. Zudem positionierte das Management Rechenzentren zum ersten Mal klar als die wichtigste Wachstumssäule für die Zukunft.
Unterdessen erreichte der Umsatz des Unternehmens im Bereich Edge-Computing 5,43 Milliarden US-Dollar, was einem Zuwachs von 392 % im Vergleich zum Vorjahr entspricht, und bleibt die größte Umsatzquelle. Dies deutet darauf hin, dass die Nachfrage nach Unternehmensspeichern, Edge-Geräten und KI-Anwendungen gleichermaßen stark ansteigt.
Im Gegensatz dazu hat sich der Markt für Unterhaltungselektronik noch nicht vollständig erholt: Der Umsatz im Endkundengeschäft lag bei lediglich 556 Millionen US-Dollar, was einem Rückgang von 5 % im Jahresvergleich entspricht, wodurch sein Anteil am Gesamtumsatz weiter sank. Dies bedeutet, dass diese Runde des Gewinnwachstums nicht mehr auf traditionellen Speichern für Endverbraucher basiert, sondern vielmehr auf Anwendungen der Enterprise-Klasse und KI-bezogenen Lösungen beruht.
Noch bemerkenswerter ist die Verbesserung der Rentabilität. Begünstigt durch Produktpreiserhöhungen, einen verbesserten Produktmix und einen gestiegenen Anteil an High-End-Kunden erreichte die bereinigte Bruttomarge des Unternehmens 84,6 % – weit mehr als im Vorjahreszeitraum und zudem deutlich über den Markterwartungen. Dies deutet darauf hin, dass Angebot und Nachfrage auf dem NAND-Markt weiterhin knapp sind und das Unternehmen nach wie vor über eine starke Preismacht verfügt.
Was den Markt wirklich enttäuschte, war nicht das vierte Geschäftsquartal, sondern vielmehr der Ausblick des Managements auf das neue Geschäftsquartal.
Das Unternehmen erwartet für das erste Quartal des Geschäftsjahres 2027 einen Umsatz zwischen 10,3 Milliarden und 10,8 Milliarden US-Dollar, mit einem Mittelwert von rund 10,55 Milliarden US-Dollar, was unter den bisherigen Erwartungen des Marktes von etwa 10,8 Milliarden bis 11,2 Milliarden US-Dollar liegt; das bereinigte EPS wird voraussichtlich bei 44 bis 46 US-Dollar erwartet, was im Wesentlichen den Markterwartungen entspricht, aber keine weiteren Aufwärtsrevisionen aufweist; die Bruttomarge soll voraussichtlich bei 83 % bis 85 % verharren, was sich zwar weiterhin auf einem historischen Höchststand befindet, aber nicht weiter gestiegen ist.
Für SanDisk, das zuvor eine massive Rally verzeichnet hatte, erwartete der Markt ganz klar aggressivere Wachstumssignale.
Vor der Veröffentlichung der Quartalszahlen hatte die Wall Street voll auf den anhaltenden Boom bei der Nachfrage nach KI-Speichern gesetzt. Im vergangenen Monat hoben die Analysten ihre Gewinnprognosen für das Geschäftsjahr 2027 von SanDisk immer weiter an, da der Markt allgemein davon ausging, dass die angespannte Angebots- und Nachfragelage bei NAND, die steigende Nachfrage nach KI-Servern und neue langfristige Kundenvereinbarungen die Rentabilität des Unternehmens weiter steigern würden. Als die künftige Umsatzprognose daher leicht hinter den Erwartungen zurückblieb, entschieden sich die Anleger schnell für Gewinnmitnahmen.
Obwohl die kurzfristige Prognose hinter den Erwartungen zurückblieb, sendete das Management dennoch eine Reihe positiver Signale aus.
Seit Anfang dieses Jahres hat das Unternehmen sein neues Modell der langfristigen kommerziellen Zusammenarbeit weiter vorangetrieben. Nach der Unterzeichnung von fünf mehrjährigen Vereinbarungen im Vorquartal kamen in diesem Quartal drei neue Kunden hinzu und zwei bestehende Partnerships wurden erweitert.
Derzeit beläuft sich das Mindestvertragsvolumen der acht langfristigen Vereinbarungen des Unternehmens auf 93,3 Milliarden US-Dollar, was eine hohe Visibilität der Umsätze in den nächsten Jahren gewährleistet und dazu beiträgt, die traditionelle Zyklik der Speicherbranche abzumildern.
Unterdessen kündigte das Unternehmen ein zusätzliches Aktienrückkaufprogramm im Wert von 14 Milliarden US-Dollar an, wodurch sich das genehmigte Gesamtvolumen auf 15,5 Milliarden US-Dollar beläuft. Für SanDisk, das im Juli eine kräftige Korrektur hinnehmen musste, deutet ein derart massiver Rückkauf nicht nur darauf hin, dass das Management die aktuelle Bewertung als attraktiv erachtet, sondern spiegelt auch wider, dass der Cashflow und die Bilanz des Unternehmens weiterhin robust sind.
Die Wall Street bleibt optimistisch in Bezug auf die langfristigen Aussichten des Unternehmens, wobei Goldman Sachs ( GS) die Einstufung „Buy“ für SanDisk mit einem 12-Monats-Kursziel von 2.200 US-Dollar beibehält.