TradingKey - Micron-Aktie nähert sich rasant der Marke von 1.000 US-Dollar: Gelingt diese Woche der Ausbruch über diese Schlüsselmarke?
Am 21. Juli Ortszeit (Eastern Time) verzeichnete der US-Halbleitersektor erneut eine kräftige Erholung, wobei der Philadelphia Semiconductor Index um über 5 % zulegte und AMD ( AMD) und Intel ( INTC) beide um über 8 % nach oben schnellten, während Micron Technology ( MU) um mehr als 12 % in die Höhe schoss und bei 970,82 US-Dollar schloss, womit die Aktie ein Fast-Halbmonatshoch markierte. Da der Aktienkurs nur noch einen Steinwurf von der psychologisch wichtigen Marke von 1.000 US-Dollar entfernt ist, hält der Markt den Atem an, um zu sehen, ob Micron seine Rallye fortsetzen und die 1.000-Dollar-Marke in dieser Woche auf einen Schlag erobern kann.
Am 25. Juni stieg der Kurs der Micron-Aktie auf ein Intraday-Rekordhoch von 1.255 US-Dollar. Anschließend ging es für das Papier kontinuierlich bergab, bis es am 17. Juli mit 797 US-Dollar den tiefsten Stand seit dem 25. Mai dieses Jahres erreichte – was einem maximalen Rückgang von bis zu 36 % entspricht. Warum also kam es bei der Micron-Aktie zuletzt zu einem so deutlichen Rücksetzer?
Der jüngste anhaltende Kursverfall der Micron-Aktie deutet keineswegs auf eine Verschlechterung der fundamentalen Daten des Unternehmens hin, sondern ist vielmehr auf ein Zusammenspiel verschiedener marktpsychologischer und zyklischer Faktoren zurückzuführen: Erstens wurden die Technologie- und Halbleitersektoren zuletzt von makroökonomischen Daten, dem geldpolitischen Kurs der US-Notenbank Federal Reserve und Anpassungen der Investitionsstrategien der Tech-Giganten beeinflusst, was zu Kapitalabflüssen führte; zweitens ist die Speicherbranche von Natur aus stark zyklisch, und der Markt beginnt zu befürchten, dass das starke Wachstum und die hohen Preise nach einer groß angelegten Kapazitätserweiterung auf ein „Überangebot“ stoßen könnten; drittens wies der zuvor von Micron veröffentlichte Quartalsbericht zwar Rekordwerte bei Umsatz und Reingewinn aus, allerdings bedeutet dies auch, dass die künftige Messlatte extrem hoch gelegt wurde. Zudem hat sich durch den enormen Kursanstieg im vergangenen Jahr ein erheblicher Gewinnmitnahmedruck aufgebaut, was kurzfristig orientierte Anleger dazu veranlasst hat, Gewinne zu sichern.
Nach dem jüngsten Rücksetzer hat Micron einige Gewinnmitnehmer und kurzfristige Anleger abgeschüttelt, wodurch sich der Verkaufsdruck teilweise entladen hat. Die durch die Makroökonomie und die Tech-Giganten ausgelösten Zweifel am Markt sind jedoch noch nicht vollständig ausgeräumt. Dies bedeutet auch, dass diese Erholung von Micron und dem Halbleitersektor lediglich ein Wendepunkt innerhalb eines Abwärtstrends ist und eine zweite Abwärtsbewegung in der Zukunft weiterhin im Bereich des Möglichen liegt.
In dieser Woche steht den US-Börsen eine Super-Berichtswoche bevor, in der unter anderem Tesla ( TSLA ), Google ( GOOG ), IBM ( IBM ), Texas Instruments ( TXN) und Intel ( INTC) sowie weitere Technologieunternehmen ihre Quartalsergebnisse vorlegen werden. Die von ihnen angekündigten Investitionsausgaben für die KI-Infrastruktur sind die Lebensader für Microns Aufträge bei HBM3e/HBM4 und hochkapazitiven DDR5-Speichern. Werden diese Investitionen beibehalten oder aufgestockt, dürfte dies die künftigen Geschäftseinnahmen von Micron stützen; andernfalls wäre dies ein Rückschlag, der den Aktienkurs belasten würde.
Derzeit steht der Kurs der Micron-Aktie bei 970 US-Dollar und berührt das Fibonacci-Retracement-Niveau von 0,382, das als erster Widerstand bei dieser Erholung fungiert. Ein Ausbruch darüber könnte den Kurs bis zur nächsten Zielmarke von 0,5 treiben, was einem Aktienkurs von 1.030 US-Dollar entspricht – ein Aufwärtspotenzial von rund 6 % gegenüber dem aktuellen Niveau. Sollten die Quartalszahlen der Tech-Riesen die Sorgen des Marktes zerstreuen können, könnte die Micron-Aktie die psychologische Marke von 1.000 US-Dollar in den nächsten Tagen durchbrechen.
Micron-Aktienchart, Quelle: TradingView