NZD/USD setzt seine Verlustserie am fünften aufeinanderfolgenden Tag fort und handelt während der europäischen Handelsstunden am Mittwoch um 0,5810. Der neuseeländische Dollar (NZD) könnte jedoch Unterstützung finden, da heiße Inflationsdaten die Markterwartungen verstärkt haben, dass die Reserve Bank of New Zealand (RBNZ) im September eine weitere Zinserhöhung vornehmen wird.
Die jährliche Inflation in Neuseeland beschleunigte sich im zweiten Quartal auf 4,1% nach 3,1% im ersten Quartal und lag damit sowohl über den Markterwartungen von 4,0% als auch über der Prognose der Zentralbank von 3,9%. Damit erreichte sie den höchsten Stand seit dem vierten Quartal 2023 und liegt weiterhin deutlich über dem Zielbereich der RBNZ von 1–3%.
Der heiße Wert untermauert die jüngsten Warnungen des Chefökonomen der RBNZ, Paul Conway, vor hartnäckiger Inflation und verstärkt die Erwartungen für eine weitere Straffung der Geldpolitik nach der Zinserhöhung der Zentralbank vom 8. Juli, der ersten seit drei Jahren.
Das Währungspaar NZD/USD bleibt gedämpft, da der US-Dollar (USD) angesichts wachsender Risikoaversion im Zusammenhang mit den eskalierenden geopolitischen Spannungen zwischen den Vereinigten Staaten und dem Iran wieder an Boden gewinnen könnte.
Das CME FedWatch Tool zeigt, dass die Märkte derzeit eine Wahrscheinlichkeit von über 69% für eine Zinserhöhung um mindestens 25 Basispunkte bei der bevorstehenden Sitzung im September einpreisen. Allerdings wird allgemein erwartet, dass die Fed den Leitzins unverändert belassen wird. Trotz dieser erwarteten Pause bleiben die Erwartungen an eine straffere Geldpolitik über Juli hinaus erhöht.
Der neuseeländische Dollar wird stark durch die Gesundheit der neuseeländischen Wirtschaft sowie den Einfluss Chinas, des größten Handelspartners des Landes, geprägt. Auch die Preise für Milchprodukte, Neuseelands wichtigstem Export, spielen eine zentrale Rolle.
Die Reserve Bank of New Zealand (RBNZ) strebt eine Inflationsrate von 1-3 % an und setzt entsprechende Zinssätze fest. Bei hoher Inflation erhöht die RBNZ die Zinsen, um die Wirtschaft abzukühlen, was den Neuseeland-Dollar (NZD) stützt. Niedrige Zinsen hingegen schwächen den NZD. Auch die Zinsdifferenz zu den USA spielt eine wichtige Rolle im Währungspaar NZD/USD.
Die Veröffentlichung makroökonomischer Daten in Neuseeland ist ein entscheidender Indikator für den Zustand der Wirtschaft und hat direkte Auswirkungen auf den Wert des neuseeländischen Dollars (NZD). Eine robuste Wirtschaft, geprägt von starkem Wachstum, niedriger Arbeitslosigkeit und hoher Zuversicht, wirkt sich positiv auf den NZD aus. Ein solides Wirtschaftswachstum zieht ausländische Investitionen an und könnte die Reserve Bank of New Zealand dazu bewegen, die Zinssätze anzuheben – insbesondere, wenn diese Dynamik mit einem Anstieg der Inflation einhergeht. Schwache Wirtschaftsdaten hingegen könnten den NZD unter Druck setzen und zu einer Abwertung führen.
Der neuseeländische Dollar (NZD) zeigt typischerweise Stärke in Phasen eines "Risk-on"-Marktumfelds, wenn Anleger von einem geringen Risiko und positiven Wachstumsaussichten ausgehen. In solchen Zeiten profitieren Rohstoffe und sogenannte Rohstoffwährungen wie der Kiwi von einer optimistischeren Einschätzung. Im Gegenzug gerät der NZD in Zeiten wirtschaftlicher Unsicherheit oder Marktturbulenzen unter Druck, da Investoren vermehrt risikoreiche Anlagen abstoßen und sich in stabilere, sichere Häfen zurückziehen.