TradingKey - Microsofts ( MSFT) neue Runde zur Personaloptimierung ist offiziell in Kraft getreten. Am selben Tag wurden unternehmensweit 4.800 Mitarbeiter entlassen, was 2,1 % der Gesamtbelegschaft entspricht, wobei der Gaming-Bereich zum Kernbereich der Schrumpfung wurde. Die Xbox-Sparte wird bis zum Geschäftsjahr 2027 eine kumulierte Entlassungsquote von 20 % verzeichnen, die schrittweise in Tranchen umgesetzt wird, was sie zum am stärksten betroffenen Bereich dieser Anpassung macht.
Zusätzlich zu den Entlassungen hat Microsoft gleichzeitig eine Überprüfung seiner Gaming-Assets eingeleitet, wobei vier Studios aus dem System ausgegliedert werden: Die in früheren Jahren erworbenen Studios Compulsion Games und Double Fine werden zum unabhängigen Betrieb zurückkehren, Ninja Theory und Undead Labs werden den Besitzer wechseln, und das französische Studio Arkane Studios treibt ebenfalls die Bewertung strategischer Optionen voran.
Dies ist die erste groß angelegte Veräußerung von Studios durch Microsoft seit der massiven Übernahme von Gaming-Assets und stellt im Wesentlichen eine Schrumpfung der Nicht-Kernbereiche dar, um sich auf das Hauptgeschäft zu konzentrieren.
Hinter dieser groß angelegten Anpassung steht der doppelte Druck auf Performance und Aktienkurs, dem Microsoft ausgesetzt ist. Beim Aktienkurs verzeichnete Microsoft in diesem Jahr innerhalb von 27 Wochen einen kumulierten Rückgang von 18,48 % und blieb damit hinter seinen Mega-Cap-Tech-Konkurrenten zurück. Der Markt ist vor allem besorgt, dass KI-Agenten die traditionelle Unternehmenssoftware verdrängen könnten, und Microsofts eigene KI-Produkte haben noch keinen breiten Durchbruchserfolg erzielt.
[Quelle: TradingView]
Auf der anderen Seite gibt es eine klare Divergenz auf Geschäftsebene: Während Cloud-Dienste und LinkedIn ihr Wachstum beibehalten, schrumpfen die Einnahmen aus traditionellen Bereichen wie Windows-Lizenzierung, Hardware und Xbox-Gaming weiter, was sie zu Hauptzielen für die Kostenoptimierung macht.
Um die Personaloptimierung reibungslos voranzutreiben, hatte Microsoft zuvor sein allererstes Programm für vorzeitigen freiwilligen Ruhestand gestartet, bei dem mehr als ein Drittel der berechtigten Mitarbeiter das Paket annahm. Das Unternehmen wird auch in Zukunft ähnliche flexible Optimierungsmaßnahmen prüfen. Offizielle Stellen betonten, dass diese Entlassungswelle keinen direkten Ersatz von Stellen durch KI darstellt, räumten jedoch ein, dass KI die Arbeitsmethoden verändert und Unternehmen sich gleichzeitig transformieren müssen, um sich an die Kundenbedürfnisse anzupassen.
Insgesamt handelt es sich hierbei um eine proaktive strategische Schrumpfung von Microsoft während der Übergangsphase der KI-Branche. Durch die Veräußerung von Nicht-Kernbereichen und die Optimierung der Personalstruktur zur Kostenkontrolle versucht das Unternehmen, sein Kerngeschäft in der schmerzhaften Phase des KI-Übergangs zu stabilisieren und Raum für spätere geschäftliche Anpassungen zu schaffen.