Die Reserve Bank of Australia (RBA) veröffentlichte am Dienstag das Protokoll ihrer geldpolitischen Sitzung im Juli, wobei die wichtigsten Erkenntnisse nachfolgend aufgeführt sind.
Vorstand bereit, die Zinsen anzuheben, falls sich Aufwärtsrisiken materialisieren.
"Mehrere" Vorstandsmitglieder hielten es für durchaus möglich, dass sich Aufwärtsrisiken für die Inflation konkretisieren würden.
Andere Vorstandsmitglieder sahen ausgleichende Abwärtsrisiken, sodass "etwas Zeit" blieb, um die eingehenden Daten zu bewerten.
Der Vorstand war sich einig, dass der aktuelle Cash Rate offenbar dazu beiträgt, die Wirtschaft ins Gleichgewicht zu bringen.
Der Vorstand merkte an, dass er bis zur Sitzung im September Daten zu Inflation, Arbeitsplätzen und BIP haben werde.
Der Vorstand erwog, den Cash Rate um 25 Basispunkte anzuheben oder unverändert zu lassen.
Der Cash Rate liegt am oberen Ende der modell- und marktbasierten Schätzungen des neutralen Niveaus, doch diese Schätzungen sind unsicher.
Eine mögliche schnellere Senkung der Inflation könnte dem Arbeitsmarkt weniger schaden als zunächst gedacht.
Zu den Aufwärtsrisiken für die Inflation zählten Ölpreise, die Weitergabe von Kostendruck sowie der Boom bei Rechenzentren.
Die RBA müsste weitere Fortschritte in den Daten sehen, um sicher zu sein, dass die Inflation zum Ziel zurückkehrt.
Die Geldpolitik schien jedoch ausreichend restriktiv zu sein, um die Inflation innerhalb eines angemessenen Zeitraums zum Ziel zu bringen.
Die Forschung der Mitarbeiter deutete darauf hin, dass ein stärker präventiver Ansatz in der Geldpolitik angemessen sein könnte.
Das Momentum am Wohnungsmarkt hatte sich mit fallenden Preisen verschoben, was die Wirtschaft bremsen könnte.
Es sei möglich, dass die Risiken für die Inflation ausgeglichen seien, statt nach oben geneigt
Die Reserve Bank of Australia (RBA) legt die Geldpolitik des Landes fest und strebt eine Inflationsrate von 2-3 % an. Zinssatzerhöhungen stärken in der Regel den australischen Dollar, während Zinssenkungen ihn schwächen.
Traditionell galt Inflation als nachteilig für Währungen, da sie den Wert des Geldes mindert. In modernen Volkswirtschaften hat sich jedoch gezeigt, dass moderate Inflation zu Zinserhöhungen durch Zentralbanken führt, was wiederum Kapitalzuflüsse aus dem Ausland anzieht. Investoren suchen nach höheren Renditen, was die Nachfrage nach der lokalen Währung – im Fall Australiens den Australischen Dollar – stärkt.
Makroökonomische Daten wie das Bruttoinlandsprodukt (BIP) und der Einkaufsmanagerindex (PMI) haben direkten Einfluss auf die Währungen eines Landes. Eine starke Wirtschaft zieht Kapital an und stärkt die heimische Währung.
Quantitative Lockerung (QE) ist ein geldpolitisches Instrument, das in Krisenzeiten eingesetzt wird, wenn Zinssenkungen allein nicht ausreichen, um die Kreditvergabe in der Wirtschaft wieder anzukurbeln. Die Reserve Bank of Australia (RBA) nutzt QE, indem sie australische Dollar druckt, um damit Vermögenswerte – in der Regel Staats- oder Unternehmensanleihen – von Finanzinstituten aufzukaufen. Damit wird den Banken dringend benötigte Liquidität zur Verfügung gestellt. Eine solche Maßnahme führt in der Regel zu einer Abwertung des australischen Dollars.
Quantitative Straffung (QT) stellt das Gegenstück zur quantitativen Lockerung (QE) dar und wird eingeleitet, sobald sich die Wirtschaft erholt und die Inflation wieder anzieht. Während die Reserve Bank of Australia (RBA) im Rahmen der QE Staats- und Unternehmensanleihen aufkauft, um den Finanzmärkten Liquidität zuzuführen, beendet sie bei QT diese Käufe und reinvestiert nicht in fällige Anleihen. Diese geldpolitische Maßnahme wird in der Regel als positiv für den australischen Dollar bewertet.