NZD/USD gewinnt nach leichten Verlusten am Vortag an Boden und notiert während der asiatischen Handelsstunden am Dienstag bei rund 0,5960. Das Paar legt zu, da der neuseeländische Dollar (NZD) Unterstützung erhält, weil erwartet wird, dass die Reserve Bank of New Zealand die Zinsen im September erneut anheben wird, da die Inflation erhöht bleibt.
Strategen bei Brown Brothers Harriman weisen darauf hin, dass die bevorstehende RBNZ-Sitzung am 2. September genau beobachtet werden wird, da sie eine neue geldpolitische Erklärung umfasst und die Markterwartungen bereits fest verankert sind. Sie betonen, dass "die nächste geldpolitische Entscheidung der RBNZ, die ebenfalls eine neue geldpolitische Erklärung umfasst, am 2. September ansteht und eine erneute Anhebung um 25 Basispunkte auf 2,75% praktisch vollständig eingepreist ist," was unterstreicht, dass Anleger davon ausgehen, dass die Zentralbank ihren Straffungskurs trotz jüngster gemischter heimischer Daten beibehält.
Darüber hinaus legt das Währungspaar NZD/USD zu, da der US-Dollar (USD) weiterhin unter Abwärtsdruck steht, nachdem das US-Finanzministerium beschlossen hat, seine Rückkaufoperationen für länger laufende Anleihen zu verdoppeln.
Berichten zufolge könnte US-Finanzminister Scott Bessent bis zu 1 Billion USD aus dem Treasury General Account einsetzen, um diese Rückkäufe zu finanzieren. Gleichzeitig verschärfen sich die geopolitischen Spannungen, da die USA sekundäre Sanktionen gegen Unternehmen ausweiten, die mit Iran Handel treiben. Finanzminister Bessent warnte, dass diese Woche ein großes Finanzinstitut mit Durchsetzungsmaßnahmen rechnen könnte, und merkte an, dass chinesische Unternehmen davon nicht ausgenommen seien.
Händler richten ihre Aufmerksamkeit nun auf eine Reihe wichtiger Wirtschaftsdaten in den Vereinigten Staaten in dieser Woche. Zu den zentralen Veröffentlichungen zählen die Verbrauchervertrauensdaten vom Dienstag und der Preisindex für die persönlichen Konsumausgaben (PCE) vom Mittwoch, ein wichtiges Inflationsmaß. Der Fokus des Marktes wird sich am Freitag zuspitzen, wenn Fed-Chef Kevin Warsh auf dem jährlichen Jackson-Hole-Symposium eine Rede hält.
Der neuseeländische Dollar wird stark durch die Gesundheit der neuseeländischen Wirtschaft sowie den Einfluss Chinas, des größten Handelspartners des Landes, geprägt. Auch die Preise für Milchprodukte, Neuseelands wichtigstem Export, spielen eine zentrale Rolle.
Die Reserve Bank of New Zealand (RBNZ) strebt eine Inflationsrate von 1-3 % an und setzt entsprechende Zinssätze fest. Bei hoher Inflation erhöht die RBNZ die Zinsen, um die Wirtschaft abzukühlen, was den Neuseeland-Dollar (NZD) stützt. Niedrige Zinsen hingegen schwächen den NZD. Auch die Zinsdifferenz zu den USA spielt eine wichtige Rolle im Währungspaar NZD/USD.
Die Veröffentlichung makroökonomischer Daten in Neuseeland ist ein entscheidender Indikator für den Zustand der Wirtschaft und hat direkte Auswirkungen auf den Wert des neuseeländischen Dollars (NZD). Eine robuste Wirtschaft, geprägt von starkem Wachstum, niedriger Arbeitslosigkeit und hoher Zuversicht, wirkt sich positiv auf den NZD aus. Ein solides Wirtschaftswachstum zieht ausländische Investitionen an und könnte die Reserve Bank of New Zealand dazu bewegen, die Zinssätze anzuheben – insbesondere, wenn diese Dynamik mit einem Anstieg der Inflation einhergeht. Schwache Wirtschaftsdaten hingegen könnten den NZD unter Druck setzen und zu einer Abwertung führen.
Der neuseeländische Dollar (NZD) zeigt typischerweise Stärke in Phasen eines "Risk-on"-Marktumfelds, wenn Anleger von einem geringen Risiko und positiven Wachstumsaussichten ausgehen. In solchen Zeiten profitieren Rohstoffe und sogenannte Rohstoffwährungen wie der Kiwi von einer optimistischeren Einschätzung. Im Gegenzug gerät der NZD in Zeiten wirtschaftlicher Unsicherheit oder Marktturbulenzen unter Druck, da Investoren vermehrt risikoreiche Anlagen abstoßen und sich in stabilere, sichere Häfen zurückziehen.