TradingKey – Wie Reuters am 25. August berichtete, haben die Gewerkschaftsmitglieder des südkoreanischen Konzerns SK Hynix eine zuvor mit der Unternehmensführung erzielte vorläufige Lohnvereinbarung am Dienstag äußerst knapp abgelehnt. Dies sorgt für erneute Unsicherheit bei den Tarifverhandlungen des großen globalen Speicherchipherstellers. Nach der Ankündigung fiel der Aktienkurs von SK Hynix heute im Tagesverlauf um fast 5 % und entwickelte sich damit deutlich schwächer als der KOSPI-Index, der im selben Zeitraum um etwa 2 % nachgab. Damit rücken die Tarifverhandlungen wieder in den Fokus des Marktes.

Tageschart der SK Hynix-Aktie, Quelle: TradingView
Den Abstimmungsergebnissen zufolge stimmten insgesamt 15.045 Gewerkschaftsmitglieder ab, wobei 50,08 % (7.535 Mitglieder) dagegen und 49,92 % (7.510 Mitglieder) dafür stimmten – ein Unterschied von lediglich 25 Stimmen. Die Wahlbeteiligung lag insgesamt bei 93,81 %. Da die Nein-Stimmen mehr als die Hälfte ausmachten, verfehlte die nach rund zweimonatigen Tarifverhandlungen erzielte vorläufige Vereinbarung die Annahme, weshalb erwartet wird, dass beide Seiten die Verhandlungen wieder aufnehmen.
Die abgelehnte Vereinbarung sah eine Erhöhung des Grundgehalts um 6,3 % vor, doch was unter den Beschäftigten tatsächlich für Kontroversen sorgte, war die Auszahlungsstruktur der Gewinnbeteiligung. Gemäß der vorläufigen Vereinbarung plante SK Hynix, 40 % des Bonus in bar und die verbleibenden 60 % in Unternehmensaktien auszuzahlen, wobei ein Teil der Aktien sofort verkauft werden konnte und der Rest einer verzögerten Zuteilung unterlag.
Angetrieben durch den KI-Boom, der die Nachfrage nach Speicherchips wie HBM erheblich gesteigert hat, sind die Gewinne von SK Hynix in den letzten Jahren kräftig gestiegen, was auch die Bonuszahlungen an die Mitarbeiter entsprechend vergrößert hat. Das Unternehmen hatte sich zuvor verpflichtet, 10 % seines jährlichen Betriebsgewinns für Mitarbeiterboni bereitzustellen. Früheren Schätzungen zufolge könnte der durchschnittliche Bonus für SK Hynix-Mitarbeiter im Jahr 2026 etwa 779 Millionen Won (rund 547.000 US-Dollar) erreichen.
Die Verlagerung des Großteils des Bonus von Barzahlung auf Unternehmensaktien weckte jedoch bei einigen Mitarbeitern Sorgen hinsichtlich der Risiken durch Kursschwankungen. Obwohl die Aktie von SK Hynix in diesem Jahr erhebliche kumulierte Gewinne verzeichnen konnte, hat die Volatilität nach dem Erreichen eines Höchststands im Juni spürbar zugenommen. Folglich hoffen einige Beschäftigte, weiterhin einen höheren Anteil an Barboni zu erhalten, anstatt einen größeren Teil ihres persönlichen Einkommens an den Aktienkurs des Unternehmens zu koppeln.
Derzeit wird erwartet, dass SK Hynix und die Gewerkschaft die Auszahlungsstruktur der Bonuszahlungen neu verhandeln, wobei das Verhältnis zwischen Bar- und Aktienanteil voraussichtlich im Mittelpunkt der nächsten Verhandlungsrunde stehen wird. Vor dem Hintergrund der anhaltend starken Nachfrage nach KI-Speicherchips sowie eines gleichzeitig deutlichen Wachstums von Unternehmensergebnis und Mitarbeiterboni bleibt die Ausgewogenheit zwischen Mitarbeitervergütung, Investitionen in den Kapazitätsausbau, Barreserven und Aktionärsrenditen ein wichtiges Thema für SK Hynix.