Das Paar USD/JPY verliert während der asiatischen Handelsstunden am Freitag auf nahe 159,45 an Zugkraft. Schwächere US-Inflationsdaten und Sorgen vor einer Währungsintervention belasten den US-Dollar (USD) gegenüber dem japanischen Yen (JPY). Händler werden die Veröffentlichung der US-Einzelhandelsumsätze für Juli im Auge behalten, die später am Freitag veröffentlicht werden.
Das Bureau of Labor Statistics teilte am Donnerstag mit, dass der US-Erzeugerpreisindex (EPI) im Juli unverändert blieb, was die Markterwartungen stärkte, dass die US-Notenbank (Fed) die Zinsen im nächsten Monat unverändert lassen könnte. Dieser Wert folgte auf einen revidierten Rückgang von 0,1% im Juni und fiel schwächer aus als der erwartete Rückgang von 0,2%.
Unterdessen stieg der Kern-EPI, der Nahrungsmittel und Energie ausklammert, im Juli im Monatsvergleich um 0,2% und lag damit unter dem Marktkonsens eines Anstiegs von 0,3%. Auf Jahresbasis legte der Gesamt-EPI im Juli um 4,7% zu, während der Kern-EPI im selben Zeitraum um 4,2% stieg.
Die Markterwartungen haben sich in den vergangenen Tagen verschoben, wobei Händler nun eine Zinserhöhung im Oktober oder Dezember einpreisen, nachdem sie zuvor hohe Wahrscheinlichkeiten dafür angesetzt hatten, dass die US-Notenbank auf ihrer geldpolitischen Sitzung im September handeln würde.
Die Bank of Japan (BoJ) wird die Zinsen laut Bloomberg wahrscheinlich entweder im September oder im Oktober anheben. Analysten sagten, die Sorgen der Zentralbank, dass die Schwäche des JPY die Preise nach oben treibt, sowie der Wunsch der Regierung, die Wirkung der jüngsten Währungsintervention zwischen den USA und Japan zu verstärken, führten dazu, dass man sich auf die Notwendigkeit einer baldigen Anhebung einigt.
Strategen bei Brown Brothers Harriman argumentieren, dass die jüngsten Marktkommentare die Rolle der geldpolitischen Straffung bei der Stützung des Yen überbewerten. BBH warnt, dass "die Erzählung, die BoJ müsse aggressiver straffen, um den JPY zu stärken, irreführend ist", und weist darauf hin, dass sich "die 2-Jahres-Zinsdifferenzen zwischen den USA und Japan im Jahr 2025 stark verengt haben, als die BoJ die Zinsen anhob, USD/JPY jedoch höher notierte." Diese Divergenz, so ihre Einschätzung, unterstreicht, dass geldpolitische Anpassungen allein nicht ausgereicht haben, um die Dollar-Stärke gegenüber dem Yen umzukehren.
Im Tages-Chart behält USD/JPY eine kurzfristig bärische Tendenz bei, da der Kassakurs unter dem 100-Tage-Durchschnitt (MA) und dem mittleren Bollinger Band bleibt. Die Kursbewegung wird somit durch einen dichten Widerstandsbereich um 160,00–160,50 begrenzt, während der Relative Strength Index (14) bei 43,8 unter der neutralen 50-Linie liegt und damit auf nachlassendes Aufwärtsmomentum nach der jüngsten Erholung hindeutet.
Auf der Oberseite liegt der erste Widerstand beim 100-Tage-MA um 160,00, gefolgt vom 20-Perioden-Simple-Moving-Average des Bollinger Bands nahe 160,50, während das obere Bollinger Band weit darüber bei 165,52 eine weiter entfernte Barriere markiert. Auf der Unterseite ergibt sich die erste nennenswerte Unterstützung am unteren Bollinger Band, das derzeit nahe 155,50 verläuft, wo Käufer versuchen könnten, tiefere Korrekturverluste zu begrenzen, falls das Paar seinen Rückgang ausweitet.
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Der Wert des japanischen Yen hängt stark von der japanischen Wirtschaft, der Geldpolitik der Bank of Japan sowie von den Zinsunterschieden zu den USA ab. Auch das allgemeine Marktumfeld spielt eine Rolle.
Eines der Kernmandate der Bank of Japan ist die Stabilisierung der nationalen Währung, weshalb ihre geldpolitischen Maßnahmen maßgeblichen Einfluss auf den Yen haben. Obwohl direkte Interventionen am Devisenmarkt selten vorkommen, hat die BoJ in der Vergangenheit Schritte unternommen, um den Yen gezielt zu schwächen, meist unter Berücksichtigung der geopolitischen Beziehungen zu ihren Handelspartnern. Die ultralockere Geldpolitik der BoJ, die von 2013 bis 2024 umgesetzt wurde, hat durch eine zunehmende Divergenz gegenüber den geldpolitischen Strategien anderer großer Zentralbanken eine signifikante Abwertung des Yen verursacht. Mit der jüngsten graduellen Straffung dieser expansiven Maßnahmen zeigt der Yen Anzeichen einer Erholung.
Das Festhalten der BoJ an ihrer ultralockeren Geldpolitik hat zu einer zunehmenden Divergenz mit anderen Zentralbanken geführt, insbesondere mit der US-Notenbank. Dies begünstigt eine Ausweitung der Zinsdifferenz zwischen 10-jährigen amerikanischen und japanischen Anleihen, was den US-Dollar gegenüber dem japanischen Yen stärkt.
Der japanische Yen gilt als sogenannte „sichere Hafen“-Währung. In Zeiten von Unsicherheit oder Marktturbulenzen neigen Investoren dazu, ihr Kapital in den Yen umzuschichten, da dieser als stabil und verlässlich gilt. In solchen Phasen steigt der Wert des Yen im Vergleich zu anderen Währungen, die als riskanter eingestuft werden.