Der Goldpreis (XAU/USD) hält sich am Freitag im frühen asiatischen Handel nahe 4.360 USD im positiven Bereich. Das Edelmetall gewinnt nach den US-Inflationsdaten an Momentum. Händler werden im weiteren Verlauf des Freitags weitere Hinweise aus dem US-Einzelhandelsumsatzbericht für Juli erhalten, der später am Freitag veröffentlicht wird.
Die schwächeren US-Erzeugerpreisinflationsdaten (EPI) haben die Wetten darauf verstärkt, dass die Federal Reserve (Fed) im nächsten Monat von einer Zinserhöhung absehen wird. Die am Donnerstag vom US Bureau of Labor Statistics veröffentlichten Daten zeigten, dass der Gesamt-EPI im Juli gegenüber dem Vormonat unverändert blieb, nach -0,1% zuvor, und damit unter den Markterwartungen von 0,2% lag.
Ohne Nahrungsmittel und Energie stieg der Kern-EPI im Juli um 0,2% gegenüber dem Vormonat, nach der Prognose eines Anstiegs um 0,3%. Auf Jahresbasis legte der Gesamt-EPI im Juli um 4,7% gegenüber dem Vorjahr zu, während der Kern-EPI im selben Zeitraum um 4,2% gegenüber dem Vorjahr stieg.
Die kühleren US-EPI-Inflationsdaten haben die Erwartungen für eine Fed-Zinserhöhung im nächsten Monat deutlich reduziert, was dem gelben Metall etwas Unterstützung bieten könnte. Die Geldmärkte preisten eine Wahrscheinlichkeit von weniger als 40% für eine Fed-Zinserhöhung im September ein. Es ist erwähnenswert, dass niedrigere Zinssätze die Opportunitätskosten für das Halten von unverzinslichem Bullion senken.
Andererseits könnten anhaltende Spannungen im Nahen Osten und die Unsicherheit rund um die Wiedereröffnung der Straße von Hormus die durch Öl getriebenen Inflationssorgen verstärken und den Goldpreis belasten. Irans Außenminister Abbas Araghchi warnte Washington, es solle "vorsichtig sein", nachdem US-Präsident Donald Trump darauf bestanden hatte, die USA hätten die volle Kontrolle über die Straße von Hormus. Unterdessen erklärte Irans gemeinsames Militärkommando, das Khatam al-Anbiya Central Headquarters, am Donnerstag, dass kein Schiff die kritische Wasserstraße ohne Teherans Erlaubnis passieren könne.
Laut TD Securities bleibt das Zinsumfeld für Edelmetalle konstruktiv, wobei eine "Fed likely to remain on hold, despite upside in energy prices" erwartet wird, was "the yellow metal well-supported in the higher range." Die Bank geht davon aus, dass die Kombination aus einer unveränderten Fed-Politik und festeren Energiemärkten dazu beitragen sollte, die Goldpreise innerhalb dieser erhöhten Handelsspanne zu verankern.
Auf dem Tages-Chart bleibt XAU/USD kurzfristig gedeckelt, da der Kurs unter dem 100-Tage-Durchschnitt (MA) notiert, während er weiterhin komfortabel über der Mittellinie der Bollinger-Bänder gehandelt wird. Der Relative Strength Index (14) bei 62,72 zeigt ein festes, aber nicht extremes bullishes Momentum, was darauf hindeutet, dass Aufwärtsversuche anhalten könnten, obwohl die breitere Struktur darauf schließen lässt, dass Rallys anfällig bleiben, solange der Kurs unter dem 100-Tage-MA bleibt.
Auf der Oberseite liegt der unmittelbare Widerstand beim 100-Tage-MA bei 4.385 USD, mit einer stärkeren Barriere an der oberen Linie der Bollinger-Bänder nahe 4.435 USD. Auf der Unterseite ergibt sich die erste Unterstützung an der mittleren Bollinger-Band bei rund 4.155 USD, vor einer tieferen Unterstützung an der unteren Band bei nahe 3.880 USD, wo Käufer voraussichtlich wieder in den Markt treten würden, falls sich der aktuelle Pullback ausweitet.
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Gold hat in der Geschichte der Menschheit stets eine zentrale Rolle gespielt – als universelles Tauschmittel und sicherer Wertspeicher. Heute wird das Edelmetall vor allem als „sicherer Hafen“ in Krisenzeiten geschätzt. Gold dient nicht nur als Schmuck oder Anlageobjekt, sondern wird auch als Absicherung gegen Inflation und Währungsabwertungen betrachtet. Sein Wert ist unabhängig von staatlichen Institutionen oder einzelnen Währungen, was es in unsicheren Zeiten besonders attraktiv macht.
Zentralbanken zählen zu den größten Goldkäufern weltweit. Um ihre Währungen in Krisenzeiten zu stützen, kaufen sie Gold, um die wirtschaftliche Stabilität und das Vertrauen in ihre Währungen zu stärken. 2022 kauften Zentralbanken laut World Gold Council 1.136 Tonnen Gold im Wert von rund 70 Milliarden US-Dollar – ein Rekordwert. Besonders schnell wachsende Schwellenländer wie China, Indien und die Türkei erhöhen ihre Goldreserven in hohem Tempo.
Gold steht traditionell in einer inversen Beziehung zum US-Dollar und zu US-Staatsanleihen – beide gelten als bedeutende Reservewährungen und sichere Häfen für Anleger. Wenn der Dollar abwertet, steigt der Goldpreis häufig, was Investoren und Zentralbanken in Zeiten wirtschaftlicher Unsicherheit dazu veranlasst, ihre Portfolios zu diversifizieren. Ebenso ist Gold gegenläufig zu risikobehafteten Vermögenswerten. Während ein Aufschwung an den Aktienmärkten den Goldpreis oft drückt, profitieren Goldinvestoren in Zeiten von Börsenturbulenzen.
Der Goldpreis unterliegt einer Vielzahl von Einflussfaktoren. Geopolitische Spannungen oder die Sorge vor einer tiefen Rezession können den Preis des Edelmetalls schnell in die Höhe treiben, da Gold als sicherer Hafen gilt. Ohne eigene Rendite steigt der Wert des Metalls häufig in Phasen niedriger Zinsen, während hohe Zinskosten den Preis drücken. Die Entwicklung des Goldpreises ist jedoch stark vom US-Dollar abhängig, da das Edelmetall in Dollar (XAU/USD) gehandelt wird. Ein starker Dollar übt in der Regel Druck auf den Goldpreis aus, während ein schwächerer Dollar zu einer Verteuerung führen kann.