ABN-AMRO-Chefökonom Nick Kounis sieht neue Schwächesignale am US-Arbeitsmarkt. Die Beschäftigung außerhalb der Landwirtschaft ist gesunken, während sich auch die Beschäftigungsdaten aus der Haushaltsbefragung abgeschwächt haben. Zwar ging die Arbeitslosenquote zurück, gleichzeitig fiel jedoch die Erwerbsquote auf den niedrigsten Stand seit mehreren Jahrzehnten. Kounis wertet dies als Zeichen einer konjunkturellen Schwäche. Dadurch könnte sich der Fokus der US-Notenbank wieder stärker auf die Beschäftigungsseite ihres Mandats verlagern. ABN AMRO rechnet dennoch weiterhin damit, dass die Fed die Zinsen vorerst unverändert lässt. Wegen der Inflationsrisiken sieht die Bank das Risiko allerdings eher auf der Seite einer Zinserhöhung.
„Die Zahl der Beschäftigten außerhalb der Landwirtschaft in den USA ist im Juli um 23.000 gesunken, nach einem Plus von 80.000, während die Werte der Vormonate nach unten revidiert wurden. Damit lag der durchschnittliche Beschäftigungszuwachs der vergangenen drei Monate bei nur noch 20.000.“
„Die sinkende Erwerbsbeteiligung spiegelt zwar teilweise strukturelle Faktoren wider, ist üblicherweise aber ein Indikator für eine konjunkturelle Schwäche am Arbeitsmarkt.“
„Die Daten stützen unsere Einschätzung, dass die Stärke der Beschäftigungszahlen in den vergangenen Monaten teilweise durch vorübergehende Faktoren überzeichnet wurde.“
„Der heutige Bericht könnte dazu führen, dass sich diese Sorgen wieder stärker auf die Arbeitsmarktseite des Doppelmandats der Fed verlagern.“
„Wir bleiben bei unserer Einschätzung, dass die Fed die Zinsen in den kommenden Monaten unverändert lassen wird. Die weiterhin hohe Inflation bedeutet jedoch, dass die Risiken eher in Richtung einer Zinserhöhung tendieren.“