Carsten Fritsch von der Commerzbank rechnet beim Brent-Ölpreis weiterhin mit starken Schwankungen, solange die Verhandlungen über die Straße von Hormus ohne Ergebnis bleiben und die Lagerbestände knapp sind. Kurzfristig dürften die Berichte der Energieagenturen die Preise nach Einschätzung von Fritsch stützen. Sobald sich jedoch eine Einigung abzeichnet, erwartet er einen deutlichen Preisrückgang. Die Commerzbank senkt daher ihre Brent-Prognose für das Jahresende von bislang 80 auf 75 US-Dollar je Barrel.
„Letztlich ist weiterhin alles offen, und wir gehen davon aus, dass es noch einige Zeit dauern wird, bis eine endgültige Einigung erzielt wird. Aus unserer Sicht dürften die Preisschwankungen am Ölmarkt daher noch eine Weile anhalten. Sobald sich gegen Jahresende eine Einigung abzeichnet, dürfte der Ölpreis allerdings deutlich fallen, wie es bereits zuletzt angesichts der Hoffnungen auf eine Einigung der Fall war.“
„Wir haben daher unsere Prognose für den Brent-Ölpreis zum Jahresende auf 75 US-Dollar je Barrel gesenkt, nach zuvor 80 US-Dollar.“
„In der kommenden Woche werden sich zudem die drei Energieagenturen in ihren Monatsberichten mit den Entwicklungen am physischen Ölmarkt befassen, was die Preise eher stützen dürfte.“
„Am größten ist die Lücke bei den US-Lagerbeständen an Mitteldestillaten: Sie liegen fast 12 Prozent unter dem üblichen Niveau und damit so niedrig wie zu dieser Jahreszeit seit 30 Jahren nicht mehr.“
„Dennoch ist jede Störung in einem ohnehin angespannten Markt kritisch.“