Won überrascht den Dollar - Warum Südkoreas Währung plötzlich wieder Stärke zeigt

Quelle Fxstreet

Der südkoreanische Won hat gegenüber dem US-Dollar weiter zugelegt. Die Ökonomen der Commerzbank verweisen auf eine anhaltende Aufwertung der Währung. Das Währungspaar USD/KRW fiel um 0,1 Prozent auf 1.430 und setzte damit die bereits zu Wochenbeginn gestartete Abwärtsbewegung fort. Als Gründe nennen sie Berichte über koordinierte Devisenmarktinterventionen des südkoreanischen Finanzministeriums gemeinsam mit Japan sowie anhaltende Dollar-Verkäufe von Exporteuren, darunter umfangreiche Termingeschäfte im Juni.

„Die Inflation hat sich im Juli überraschend abgeschwächt und stieg im Jahresvergleich nur noch um 2,8 Prozent (Bloomberg-Konsens: 3,0 Prozent), nach 3,2 Prozent im Juni. Damit wurde das niedrigste Niveau seit drei Monaten erreicht. Verantwortlich dafür waren vor allem die gesunkenen Energiepreise. Die Kerninflation, bei der die schwankungsanfälligen Preise für Lebensmittel und Energie ausgeklammert werden, erhöhte sich dagegen leicht auf 2,6 Prozent (Bloomberg-Konsens: 2,5 Prozent), nach 2,5 Prozent im Juni. Das deutet darauf hin, dass sich der zugrunde liegende Preisdruck zunehmend über angebotsseitige Faktoren hinaus ausweitet.“

„Mit Blick auf die kommenden Monate dürfte die Inflation im August aufgrund von Basiseffekten deutlich anziehen. Hintergrund ist das im Vorjahr eingeführte einmalige Rabattprogramm für Telekommunikationsdienste. Anschließend sollte sich die Inflation zwar wieder abschwächen, allerdings nur schrittweise, da staatliche Entlastungsmaßnahmen auslaufen. Die anhaltend hohe Kerninflation, die robuste Binnennachfrage sowie die Auswirkungen des Halbleiterbooms auf Löhne und den Dienstleistungssektor dürften die Teuerungsrate jedoch weiter über dem Inflationsziel der Bank of Korea von 2 Prozent halten.“

„Für die Geldpolitik rechnen wir damit, dass die Bank of Korea in diesem Jahr die Leitzinsen noch einmal um 25 Basispunkte anhebt und der Leitzins damit auf 3,0 Prozent steigt. Das entspräche auch der jüngsten mittleren Zinsprognose der Notenbank. Das Protokoll der Juli-Sitzung des geldpolitischen Ausschusses bestätigte den weiterhin restriktiven Kurs. Die Mitglieder betonten, dass sich die vom Halbleitersektor getragene Erholung zunehmend auf weitere Bereiche der Wirtschaft ausweite. Zugleich warnten sie davor, dass steigende Haushaltseinkommen, höhere Unternehmensinvestitionen und eine robuste Binnennachfrage den Inflationsdruck dauerhaft erhöhen könnten.“

„Am Devisenmarkt fiel USD/KRW gestern um 0,1 Prozent auf 1.430 und setzte damit die Verluste nach dem Rückgang um 0,5 Prozent am Montag sowie dem Minus von 1,3 Prozent in der Vorwoche fort. Gestützt wurde der Won durch Berichte, wonach das Finanzministerium am vergangenen Donnerstag gemeinsam mit Japan am Devisenmarkt interveniert haben soll. Zusätzlich stützten Dollar-Verkäufe der Exporteure die Landeswährung. Inländische Unternehmen verkauften im Juni per saldo Devisentermingeschäfte im Umfang von 9,3 Milliarden US-Dollar.“

„Die Währungshüter äußerten zudem Sorge über die steigende Verschuldung der privaten Haushalte, höhere Wohnungspreise in Seoul sowie Ungleichgewichte an den Finanzmärkten. Diese Faktoren dürften auch künftig eine wichtige Rolle bei geldpolitischen Entscheidungen spielen.“

Haftungsausschluss: Nur zu Informationszwecken. Die bisherige Performance ist kein verlässlicher Indikator für zukünftige Ergebnisse.
placeholder
Klimakiller KI: So plündern Big Techs unsere EnergiereservenInvesting.com – Der immense Stromverbrauch von Blockchains wie Bitcoin und Ethereum stand über viele Jahre hinweg im Fokus und wurde stets damit in Verbindung gebracht, wie umweltschädlich diese Techn
Autor  Investing.com
16.Jul. 2024
Investing.com – Der immense Stromverbrauch von Blockchains wie Bitcoin und Ethereum stand über viele Jahre hinweg im Fokus und wurde stets damit in Verbindung gebracht, wie umweltschädlich diese Techn
placeholder
Bitcoin im freien Fall: Anleger werfen das HandtuchBitcoin (BTC) ist am Donnerstag unter die Marke von 64.000 US-Dollar gefallen. Nachlassende Nachfrage am Markt und zunehmender Verkaufsdruck durch kurzfristig orientierte Anleger belasteten die größte Kryptowährung. In einem insgesamt risikoscheuen Marktumfeld rutschte der Kurs zeitweise in Richtung von 63.000 Dollar. Mehrere Kennzahlen deuten dabei auf eine der schwierigsten Phasen des aktuellen Marktzyklus hin.
Autor  FXStreet
Fr. 05.Jun
Bitcoin (BTC) ist am Donnerstag unter die Marke von 64.000 US-Dollar gefallen. Nachlassende Nachfrage am Markt und zunehmender Verkaufsdruck durch kurzfristig orientierte Anleger belasteten die größte Kryptowährung. In einem insgesamt risikoscheuen Marktumfeld rutschte der Kurs zeitweise in Richtung von 63.000 Dollar. Mehrere Kennzahlen deuten dabei auf eine der schwierigsten Phasen des aktuellen Marktzyklus hin.
placeholder
Goldpreis Prognose: Fed-Termin am 17. Juni als KurstreiberDer Goldpreis steht vor der Entscheidung. Und genau diese Phase kann für Anleger besonders gefährlich werden.
Autor  FXStreet
Di. 09.Jun
Der Goldpreis steht vor der Entscheidung. Und genau diese Phase kann für Anleger besonders gefährlich werden.
placeholder
Silberpreis Prognose: Jetzt wird es gefährlich – warum Silber vor dem nächsten Rutsch stehen könnteDer Silberpreis steht an einem entscheidenden Punkt. Auf den ersten Blick wirkt der Markt zwar stabilisiert, doch der Tageschart sendet ein klares Warnsignal. Bei 58,81 US-Dollar notieren die Silber-Futures am COMEX-Frontmonat SIc3 unter allen wichtigen gleitenden Durchschnitten.
Autor  FXStreet
Mi. 15.Jul
Der Silberpreis steht an einem entscheidenden Punkt. Auf den ersten Blick wirkt der Markt zwar stabilisiert, doch der Tageschart sendet ein klares Warnsignal. Bei 58,81 US-Dollar notieren die Silber-Futures am COMEX-Frontmonat SIc3 unter allen wichtigen gleitenden Durchschnitten.
placeholder
WTI-Kursprognose: Gibt leicht nach auf nahe 74,50 USD, bärische Tendenz unter dem 100-Tage-SMA intaktWest Texas Intermediate (WTI), die US-Rohöl-Benchmark, wird in den frühen europäischen Handelsstunden am Mittwoch bei rund 74,50 USD gehandelt. WTI gibt angesichts gemischter US-Iran-Signale nach.
Autor  FXStreet
vor 23 Stunden
West Texas Intermediate (WTI), die US-Rohöl-Benchmark, wird in den frühen europäischen Handelsstunden am Mittwoch bei rund 74,50 USD gehandelt. WTI gibt angesichts gemischter US-Iran-Signale nach.
verbundene Finanzinstrumente
goTop
quote