Die indische Rupie (INR) gibt nach einem starken Start gegenüber dem US-Dollar (USD) leichte Gewinne wieder ab, nachdem die Reserve Bank of India (RBI) ihre geldpolitische Entscheidung getroffen hat. Der USD/INR eröffnete aufgrund niedrigerer Ölpreise deutlich schwächer bei rund 94,80, hat jedoch einen Teil seiner frühen Verluste wieder aufgeholt und sich auf nahe 95,06 erholt.
Die RBI hat ihren Repo-Satz wie erwartet zum vierten Mal in Folge bei 5,25% belassen und eine „neutrale“ Haltung in der Geldpolitik beibehalten.
Es wurde erwartet, dass die indische Zentralbank den Status quo beibehält, da der Verbraucherpreisindex (VPI) im Einzelhandel trotz eines Anstiegs auf 4,4% im Jahresvergleich (YoY) im Juni weiterhin deutlich innerhalb der Toleranzspanne der RBI von 2%-6% geblieben ist.
RBI-Gouverneur Sanjay Malhotra hat gewarnt, dass der Konflikt in Westasien die Weltwirtschaft weiterhin belastet, wobei Rohölpreise, Währungen und Finanzmärkte volatil bleiben. In Bezug auf die Inflation sagte Malhotra, dass höhere Kraftstoff- und Lebensmittelpreise bislang nur geringe Anzeichen einer Verallgemeinerung des Preisdrucks gezeigt hätten. Er versicherte jedoch, dass die Wirtschaftstätigkeit robust geblieben sei, und erklärte: „Die indische Wirtschaft hat sich im Q1 FY27 besser entwickelt als erwartet.“
Die Ölpreise setzen ihren Rückgang am Mittwoch fort, da Hoffnungen bestehen, dass die USA und der Iran bald eine Einigung erzielen werden. Am Dienstag sagte US-Finanzminister Scott Bessent in einem Interview mit CNBC, Washington könne innerhalb der nächsten zwei Tage eine Einigung mit dem Iran über die Wiedereröffnung der Straße von Hormus erzielen, einer wichtigen Passage für fast 20% des weltweiten Energieangebots.
In der Eröffnungssitzung notiert der am 19. August auslaufende MCX-Rohölkontrakt 1,6% tiefer bei nahe Rs. 7.100.
Unterdessen bestätigte Katar am Dienstag ebenfalls, dass Vermittler, darunter Katar, Pakistan und Oman, eng zusammenarbeiten, um Verhandlungen zu erleichtern und Entwürfe zwischen beiden Seiten auszutauschen.
Die Finanzmärkte bleiben jedoch unsicher, ob das US-Iran-Abkommen über Hormus die freie Bewegung durch die Passage wiederherstellen wird.
In den USA warten Anleger auf die wichtigen US ADP-Beschäftigungsdaten für Juli, die um 12:15 GMT veröffentlicht werden.
Volkswirte der Deutschen Bank erwarten am Mittwoch einen etwas festeren US-Arbeitsmarktbericht und prognostizieren, dass die Beschäftigung im privaten Sektor nach zuvor +49.000 um +65.000 steigen wird. Es wird erwartet, dass die Beschäftigungsdaten des privaten Sektors die Zinserwartungen der Federal Reserve (Fed) beeinflussen werden.

USD/INR notiert zum Zeitpunkt der Veröffentlichung niedriger bei rund 95,06. Das Paar bleibt kurzfristig unter Druck und hält sich unter dem exponentiellen gleitenden 20-Perioden-Durchschnitt (EMA) bei 95,6394, was darauf hindeutet, dass jüngste Erholungen weiterhin verkauft werden.
Der Relative Strength Index (RSI) bei 40,6 bleibt im bärischen Bereich, liegt jedoch über dem überverkauften Bereich, was auf einen anhaltenden Abwärtsbias hindeutet und zugleich Raum für weitere Schwäche lässt, bevor überdehnte Bedingungen entstehen.
Auf der Oberseite liegt der erste Widerstand beim 20-Tage-EMA nahe 95,64, der zurückerobert werden muss, um den unmittelbaren bärischen Ton zu entschärfen und den Weg für eine deutlichere Erholung in Richtung 96,00 zu öffnen. Nach unten könnte das Paar in Richtung des Juni-Tiefs bei 94,15 fallen, wenn es das Intraday-Tief bei rund 94,80 nicht halten kann.
(Die technische Analyse dieser Nachricht wurde mithilfe eines KI-Tools verfasst. Mehr erfahren.)
Die indische Rupie wird stark von externen Faktoren wie dem Ölpreis, der Entwicklung des US-Dollars und dem Ausmaß der ausländischen Investitionen beeinflusst. Interventionen der Reserve Bank of India (RBI) können den Wechselkurs stabilisieren.
Die Reserve Bank of India (RBI) greift aktiv in den Devisenmarkt ein, um den Wechselkurs stabil zu halten und den Handel zu erleichtern. Gleichzeitig versucht sie, die Inflation durch Zinssatzanpassungen bei ihrem Zielwert von 4 % zu stabilisieren. Höhere Zinssätze stärken in der Regel die indische Rupie (INR), da sie das Land für ausländische Investoren attraktiver machen.
Makroökonomische Faktoren wie Inflation, Zinssätze, das Wirtschaftswachstum (BIP), die Handelsbilanz und ausländische Kapitalzuflüsse haben einen direkten Einfluss auf den Wert der indischen Rupie. Ein starkes Wirtschaftswachstum zieht vermehrt internationale Investoren an, was die Nachfrage nach der Rupie steigert. Auch eine weniger negative Handelsbilanz wirkt sich langfristig positiv auf die Währung aus. Besonders höhere Zinssätze – und hier vor allem die Realzinsen, also Zinssätze abzüglich der Inflation – können die Rupie stützen, da sie Indien für ausländische Investoren attraktiver machen. Ein "Risk-on"-Marktumfeld fördert zudem die Zuflüsse von Direkt- und Portfolioinvestitionen (FDI und FII), was ebenfalls die Rupie stärkt.
Eine steigende Inflation, vor allem im Vergleich zu den Handelspartnern Indiens, wirkt sich in der Regel negativ auf die Rupie aus, da dies eine Abwertung durch Überangebot signalisiert. Zudem verteuert Inflation die Exporte, was zu einem verstärkten Verkauf von Rupien führt, um ausländische Importe zu finanzieren – ein negativer Faktor für die Währung. Gleichzeitig reagiert die indische Zentralbank (Reserve Bank of India, RBI) häufig mit Zinserhöhungen auf steigende Inflation, was wiederum die Attraktivität der Rupie für internationale Investoren erhöht und den Kurs stabilisieren kann. Der gegenteilige Effekt tritt bei niedriger Inflation ein.