Das Mitglied des EZB-Rats und Gouverneur der Nationalbank der Slowakei (NBS), Peter Kazimir, scheint zu einem hawkischen geldpolitischen Ausblick zu tendieren. Im europäischen Handel signalisierte Kazimir die Notwendigkeit EINER Zinserhöhung, um die zunehmenden Risiken von Zweitrundeneffekten bei der Inflation zu dämpfen.
Mindestens eine weitere Zinserhöhung wird erforderlich sein.
Zweitrundeneffekte sind kostspielig rückgängig zu machen, die EZB muss handeln, bevor sie sichtbar werden.
Eine Verschlechterung des Ausblicks würde eine stärkere Straffung rechtfertigen als derzeit erwartet.
Eine Zinserhöhung wird selbst dann gerechtfertigt sein, wenn sich die Inflationslage etwas verbessert.
Marktreaktion
Der Euro (EUR) hat nicht sofort auf die Kommentare von EZB-Mitglied Kazimir reagiert, hat jedoch einige seiner frühen Gewinne aufgrund einer Erholung des US-Dollars (USD) wieder abgegeben. Zum Zeitpunkt der Erstellung dieses Berichts notiert EUR/USD 0,22% höher bei nahe 1,1395.
Die Europäische Zentralbank (EZB), mit Sitz in Frankfurt am Main, steuert die Geldpolitik der Eurozone. Ihr Hauptziel ist die Preisstabilität, definiert durch eine Inflationsrate von rund 2 %. Durch Anpassungen der Zinssätze beeinflusst die EZB maßgeblich den Wechselkurs des Euros, der tendenziell durch höhere Zinsen gestärkt und durch niedrigere geschwächt wird.
In extremen Situationen kann die Europäische Zentralbank ein Instrument namens Quantitative Easing (QE) einsetzen. QE bedeutet, dass die EZB Euros druckt und diese verwendet, um Vermögenswerte – in der Regel Staats- oder Unternehmensanleihen – von Banken und anderen Finanzinstitutionen zu kaufen. QE führt in der Regel zu einer Abschwächung des Euros. Es wird als letztes Mittel eingesetzt, wenn Zinssenkungen allein das Ziel der Preisstabilität nicht erreichen können. Die EZB setzte QE während der Finanzkrise 2009-2011, 2015 bei anhaltend niedriger Inflation und während der COVID-19-Pandemie ein.
Quantitative Straffung (QT) ist das Gegenteil von QE: Statt Staatsanleihen zu kaufen, stellt die EZB den Ankauf ein und reinvestiert fällige Beträge nicht mehr. Dies wirkt sich in der Regel positiv auf den Euro aus, da es die Liquidität am Markt verringert.