Das Mitglied des Rates der Europäischen Zentralbank (EZB) und Leiter der litauischen Zentralbank, Gediminas Simkus, sagte während der europäischen Handelsstunden am Freitag, dass die Chancen auf eine Zinserhöhung in naher Zukunft höher seien als ein Festhalten am Status quo. Simkus schloss zudem Befürchtungen über Zweitrundeneffekte höherer Inflation aus.
100-Dollar-Öl wird Auswirkungen auf die Inflation haben.
Das inflationäre Umfeld hat sich verschärft.
Es gibt keinen Wert darin, jetzt mit einer Entscheidung zu überstürzen.
Im September werden wir erneut zusätzliche Inflationsdaten haben.
Wir sehen die Wahrscheinlichkeit einer Zinserhöhung weiterhin höher als die eines Haltens.
Wir sehen keine Zweitrundeneffekte höherer Inflation.
Es wird erwartet, dass die Inflation lange Zeit über dem Ziel liegt.
Nach den Äußerungen von EZB-Mitglied Simkus ist eine leichte Erholung des Euro (EUR) zu sehen. Zum Zeitpunkt der Veröffentlichung notiert EUR/USD 0,1% höher bei nahe 1,3325.
Die Europäische Zentralbank (EZB), mit Sitz in Frankfurt am Main, steuert die Geldpolitik der Eurozone. Ihr Hauptziel ist die Preisstabilität, definiert durch eine Inflationsrate von rund 2 %. Durch Anpassungen der Zinssätze beeinflusst die EZB maßgeblich den Wechselkurs des Euros, der tendenziell durch höhere Zinsen gestärkt und durch niedrigere geschwächt wird.
In extremen Situationen kann die Europäische Zentralbank ein Instrument namens Quantitative Easing (QE) einsetzen. QE bedeutet, dass die EZB Euros druckt und diese verwendet, um Vermögenswerte – in der Regel Staats- oder Unternehmensanleihen – von Banken und anderen Finanzinstitutionen zu kaufen. QE führt in der Regel zu einer Abschwächung des Euros. Es wird als letztes Mittel eingesetzt, wenn Zinssenkungen allein das Ziel der Preisstabilität nicht erreichen können. Die EZB setzte QE während der Finanzkrise 2009-2011, 2015 bei anhaltend niedriger Inflation und während der COVID-19-Pandemie ein.
Quantitative Straffung (QT) ist das Gegenteil von QE: Statt Staatsanleihen zu kaufen, stellt die EZB den Ankauf ein und reinvestiert fällige Beträge nicht mehr. Dies wirkt sich in der Regel positiv auf den Euro aus, da es die Liquidität am Markt verringert.