Der Preis für West Texas Intermediate (WTI)-Öl weitet seine Verluste den zweiten Tag in Folge aus und wird am Dienstag während der asiatischen Handelszeiten bei rund 81,90 USD pro Barrel gehandelt. Die Ölpreise sinken, da vorübergehende diplomatische Signale aufgetaucht sind. Iranische Beamte erklärten, dass Vermittler Vorschläge zur Deeskalation der Spannungen mit den Vereinigten Staaten (US) vorgelegt haben, wobei Berichte sogar auf einen potenziellen 10-tägigen Waffenstillstand hindeuten.
Die Rohölpreise könnten jedoch wieder ansteigen, da die Versorgungsängste nach dem zehnten aufeinanderfolgenden Tag der US-Militärschläge auf den Iran zunehmen. Die laufende Kampagne fiel mit anhaltenden Vergeltungsschlägen Teherans gegen Nachbarländer zusammen, was die Instabilität in der Region weiter verschärft.
Die geopolitischen Spannungen eskalierten, nachdem Präsident Donald Trump gewarnt hatte, dass der Iran direkt für den Tod von drei US-Soldaten zur Rechenschaft gezogen werde. Zur Verstärkung der Marktängste kündigten vom Iran unterstützte Houthi-Milizen ein maritimes Embargo gegen Saudi-Arabien an, das kritische Energiesendungen durch das Rote Meer bedroht.
Das Potenzial für Versorgungsunterbrechungen ist besonders akut rund um die Straße von Hormus, wo der Schiffsverkehr nach jüngsten iranischen Angriffen auf Handelsschiffe stark zurückging. Dieser Rückgang des Transits hat die globalen Angebotserwartungen erheblich verknappt und sorgt für anhaltenden Aufwärtsdruck auf die Rohöl-Benchmarks.
WTI-Öl, kurz für West Texas Intermediate, ist eine der wichtigsten Rohölsorten, die auf dem globalen Markt gehandelt werden. Es wird wegen seiner leichten und süßen Qualität geschätzt und dient als wichtiger Referenzpreis auf den Energiemärkten.
Wie bei allen Vermögenswerten sind Angebot und Nachfrage die Haupttreiber des WTI-Ölpreises. Globales Wachstum kann die Nachfrage nach Öl erhöhen, während eine schwache Weltwirtschaft die Nachfrage dämpft. Politische Instabilität, Kriege und Sanktionen können das Angebot beeinträchtigen und die Preise beeinflussen. Die Entscheidungen der OPEC, einer Gruppe führender ölproduzierender Länder, spielen ebenfalls eine Schlüsselrolle. Da Öl überwiegend in US-Dollar gehandelt wird, beeinflusst auch der Wert des US-Dollars den WTI-Preis.
Die wöchentlichen Berichte des American Petroleum Institute (API) und der Energy Information Agency (EIA) über die Rohölbestände beeinflussen den Preis von WTI-Öl. Ein Rückgang der Bestände signalisiert eine steigende Nachfrage, was den Preis nach oben treibt, während ein Anstieg der Bestände auf ein Überangebot hindeutet und die Preise senkt. Die EIA-Daten gelten als zuverlässiger, da sie von der US-Regierung stammen.
Die OPEC (Organisation erdölexportierender Länder) ist eine Gruppe von 12 erdölproduzierenden Ländern, die zweimal jährlich gemeinsam über die Förderquoten der Mitgliedsländer entscheiden. Ihre Entscheidungen wirken sich häufig auf die Preise für WTI Öl aus. Beschließt die OPEC, die Förderquoten zu senken, kann dies das Angebot verknappen und die Ölpreise in die Höhe treiben. Erhöht die OPEC die Produktion, hat dies den gegenteiligen Effekt. Die OPEC+ bezieht sich auf eine erweiterte Gruppe von zehn zusätzlichen Nicht-OPEC-Mitgliedern, von denen Russland das bekannteste ist.